Reaktionen zur Steueraffäre: "Hoeneß' Glaubwürdigkeit ist extrem erschüttert"

Uli Hoeneß' Selbstanzeige wegen möglicher Steuerhinterziehung hat heftige Reaktionen hervorgerufen. Christoph Daum zeigte sich "absolut überrascht", Sylvia Schenk sieht die Glaubwürdigkeit des Bayern-Präsidenten "extrem erschüttert".

Bayern-Präsident Hoeneß: Selbstanzeige wegen möglicher Steuerhinterziehung Zur Großansicht
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Bayern-Präsident Hoeneß: Selbstanzeige wegen möglicher Steuerhinterziehung

Hamburg - Christoph Daum hat äußerst verwundert auf die Steueraffäre um Uli Hoeneß reagiert. "Die Nachricht hat mich absolut überrascht. Das hätte ich ihm niemals zugetraut, vor allem nicht, wenn man sieht, wie Uli Hoeneß in vielen Situationen seines Lebens aufgetreten ist", sagte Daum dem Sportinformationsdienst. Hoeneß habe sich "schließlich zu einer absoluten moralischen Instanz aufgeschwungen. Ich hätte so etwas niemals vermutet", sagte Daum.

Hoeneß hatte 2000 mit seinen Äußerungen den Kokainskandal um Daum angestoßen - nun kämpft er selbst mit einer Affäre. Hoeneß hat beim Finanzamt Selbstanzeige wegen eines nicht ordnungsgemäß deklarierten Kontos in der Schweiz erstattet. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

Daum sagte, dass er genau wisse, was Uli Hoeneß "alles für den deutschen Fußball und die Gesellschaft geleistet" habe: "Ich hoffe und wünsche ihm deshalb von Herzen, dass er da heil wieder rauskommt."

"Hoeneß schmeißt mit Felsbrocken aus dem Glashaus"

Die Juristin Sylvia Schenk, Sportbeauftragte der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International, sieht Hoeneß in großer Erklärungsnot. "Die Glaubwürdigkeit von Hoeneß ist extrem erschüttert. Es wird sicher ganz schwer sein für ihn, da wieder herauszukommen", sagte Schenk der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Fall Hoeneß sei ein "Schlag gegen den ganzen Sport, der gerade auf verschiedenen Gebieten um seine Glaubwürdigkeit kämpft".

Schenk zog einen Vergleich zum umstrittenen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter, den Hoeneß auch angesichts der Korruptionsaffäre beim Fußball-Weltverband oft kritisiert hatte. "Wenn er also Herrn Blatter angreift und fordert, dass dieser den Fifa-Saustall endlich aufräumen soll, aber selbst Geld an der deutschen Steuer vorbeibringt, dann schmeißt Uli Hoeneß hier mit Felsbrocken aus dem Glashaus", sagte Schenk.

Aus sportlicher Sicht befürchtet Bayern-Trainer Jupp Heynckes vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona keine negativen Auswirkungen. "Grundsätzlich ist das eine Privatangelegenheit des Präsidenten", sagte Heynckes nach dem 6:1-Sieg seiner Mannschaft in Hannover. "Bei uns gibt es immer irgendwelche Meldungen. Das schärft die Sinne, das macht uns noch ehrgeiziger. Meine Mannschaft lässt sich von nichts beeindrucken."

leh/sid/dpa

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1. Die Reissleine gezogen
Aözer 20.04.2013
hat der Uli und nichts anderes: Jetzt zahlt er halt die Steuern nach und ein kleines (wg. reuig und Selbstanzeige wissen schon..) Bussgeld und schon glänzt die gereinigte Weste. Dabei ist er nur das, was er eigentlich schon immer war: ein armes Würstchen...
2.
vamphdv 20.04.2013
Nuja ich mag den Typen nicht aber , er hat Mut sich selbstanzuzeigen . Im Ernst wieviele Sportler Politiker usw haben ein Konto irgendwo wovon keiner weiß . .
3. Das war's dann wohl...
pommolox 20.04.2013
Schade, der Saubermann war kein solcher. Die moralische Instanz - siehe letztes SPIEGEL Interview - ist nicht mehr und nicht weniger als ein Steuerhinterzieher großen Stils. Als Präsident eines Fußballclubs untragbar - sowohl in Hintertupfingen als auch in München. Ich hoffe er schämt sich ...
4. Untragbar
ziegenzuechter 20.04.2013
Hoeneß muss sofort seinen Hut nehemen und sollte sich für den Rest seines Lebens nichtmehr über andere Menschen äußern. Was sind die MEDIENWIRKSAMEN Grillwurstspendeaktionen gegen Millionen hinterzogener Steuern?
5.
harald.ellmann 20.04.2013
Ich bin überrascht und enttäuscht von Hoeneß. Diese Affäre hat aber rein gar nichts mit dem FC Bayern noch dem Fussball an sich zu tun, da es um Hoeneß Privatvermögen geht. Ich verstehe nicht, wie Frau Schenk dazu kommt, diese Geschichte jetzt mit der FIFA und Blatter zu verbinden. Hut ab vor Christoph Daum, der nicht hämisch nachritt, sondern Hoeneß Glück wünscht.
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