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Steuerhinterziehung: Hoeneß gesteht schweren Fehler ein

Bayern-Präsident Hoeneß: "Schweren Fehler gemacht" Zur Großansicht
REUTERS

Bayern-Präsident Hoeneß: "Schweren Fehler gemacht"

"Ich will reinen Tisch machen": Erstmals hat sich Uli Hoeneß zu seiner Steueraffäre geäußert. In der "Sport Bild" räumt der Bayern-Präsident einen "schweren Fehler" ein. Er hofft, mit Hilfe seiner Selbstanzeige um eine Strafe herumzukommen.

Hamburg - Seit Tagen beschäftigt der Fall Uli Hoeneß die Republik, nun hat sich der Bayern-Präsident zu den Beweggründen für seine Selbstanzeige offenbart. "Ich habe erkannt, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe, den ich versuche, mit der Selbstanzeige zumindest halbwegs wiedergutzumachen", sagte der 61-Jährige der "Sport Bild".

Hoeneß will die Angelegenheit offensiv angehen: "Ich will reinen Tisch machen. Das Gesetz bietet ja diese Möglichkeit." Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61-Jährigen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Demnach habe Hoeneß versteuertes Geld in der Schweiz gelagert und damit spekuliert. Die bei Gewinnen fällige Kapitalertragsteuer hat er aber offenbar nicht gezahlt.

Hoeneß hofft, dank der Selbstanzeige um eine Strafe herumzukommen. Ob das funktioniert, ist aber ungewiss. Er muss auf jeden Fall alle nichterklärten Einkünfte vollständig nachmelden. Theoretisch müsste er dann die gesamten hinterzogenen Steuern nachzahlen, plus ein halbes Prozent Verzugszinsen pro Monat und zusätzlich einen Zuschlag von fünf Prozent.

Ob die Selbstanzeige tatsächlich zur Straffreiheit führe, hänge davon ab, ob Hoeneß "wirklich alles" auf den Tisch gelegt habe, sagte der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, der "Passauer Neuen Presse".

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat das Prinzip der Straffreiheit bei einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung verteidigt. "Ich bin dafür, dass das Recht auf Selbstanzeige bleibt", sagte der Politiker am Dienstag im RBB-Inforadio.

Andere Oppositionspolitiker auch seiner eigenen Partei hatten sich jedoch skeptisch gezeigt. "Es gibt keinen ernsthaften Beleg dafür, dass die strafbefreiende Selbstanzeige Steuerhinterziehung verhindert und "reuige Sünder" produziert", sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß der "Leipziger Volkszeitung".

Amnestie-Gesetze zugunsten von Steuerbetrügern lehnte Steinbrück jedoch ab. "Es hat nichts genützt, also müssen die Daumenschrauben weiter angezogen werden." Die SPD hatte unter dem früheren Finanzminister Hans Eichel und Bundeskanzler Gerhard Schröder versucht, Steuerflüchtlinge mit Aussicht auf Amnestie zur Umkehr zu bewegen. Der erhoffte Geldsegen für den Fiskus blieb allerdings aus

ham/cte/tok/sid/dpa

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1. Bildauswahl
harryklein 23.04.2013
Ist das eigentlich auch seriöser Journalismus, wenn man zu einer bestimmten Sache (Hoeneß, Steuerhinterziehung) ein Dutzend Archivbilder herauskramt, die ihn samt und sonders mit unvorteilhafter Miene zeigen, aber mit der Sache nichts zu tun haben. Meiner unbescheidenen Meinung nach ist das das eine manipulative Stimmungsmache.
2. Mit Rechtsbeistand wirds klappen
pepe_sargnagel 23.04.2013
Dieses Steuersystem wurde von Juristen entworfen. Diese kennen die Schlupflöcher, denn sie haben es entworfen. Und damit kann man sauber Geld für "Beratung" verdienen, wie man die Schlupflöcher zu seinen Gunsten nutzt. Eine schöne Position, denn die Aufträge werden nie ausgehen und die eigenen Finanzen werden gepeppt. Das Finanzsystem wurde von Physikern und Mathematikern entworfen. Auch wieder Experten am Werk. Nur kaum Menschen, die vor den Gafhren oder vor der Realität warnen. Es braucht nun positive Dilletanten, welche die Modelle und die Selbstverständlichkeit der Juristen, der Mathematiker und Finanzhantierer in Frage stellen und nicht blind deren Meinung folgen. Sie müssen Impulse setzen indem sie Fragen aufwerfen und sagen, "kann das denn so funktionieren, weil die Realität doch völlig anders ist als die Modellwelt mit ihren Annahmen". Nur so kann man versuchen die "Fachwelt" zu entkrusten indem man anderen zuhört und sie nicht als Dilletanten (ich defniniere sie als Personen, die nicht Fachexperten bzw. Fachgebildete sind und über den Tellerrand schauen) diffamiert. Jede Hausfrau und jeder Maurer (ich meine beides geschlechterneutral) sollte dabei gehört werden, denn aktuell schauen die Experten nur darauf das etablierte System nur soweit abzuwandeln, dass die eigenen Vorteile bestehen bleiben. Die Juristen und Finanzmarktentwickler sollten sich nicht nur schämen müssen. Sie sollten nun durch Personen ersetzt werden, die einen Wandel herbeiführen wollen und in Zusammenarbeit mit anderen das auch können. Ein Hordendenken hat bei der Steuergesetzgeben dazu gefüfrt, dass die Interessen der Juristen (Beratungs- und Steuerfahndungsdienste sichern ihr Einkommen) und der Finanzmarktexperten (die eigenen Modelle sind "sicher", weil der Bürger für die Risiken haften muss) in der realen Welt zu immensen Verlusten bei den Unbeteiligten geführt haben. Dabei haben sogar reine "Buchverluste" zu Realverlusten bei anderen geführt. Das darf nie wieder passieren und kann nur verhindert werden, wenn Fachfremde auch Einfluss auf die Gesetzgebung (als Bsp. könnte Island dienen) und die Finanzindustrie (Es braucht einen absoluten geistigen Wandel, denn die Finanzindustrie dient fast nur noch Eigeninteressen und nicht mehr ausschließlich der Versorgung der Wirtschaft mit Kapital) nehmen können.
3. Eine Chance sollte jeder haben ...
sunspirit1 23.04.2013
Der Fall Ulli Hoeneß auch als Beispiel dafür dienen, dass sich die Tricksereien nicht lohnen und ehrlich verdientes Geld keine schlaflosen Nächte. Wenn aufriefe dem staat seinen Anteil zu geben, Gelder zu versteuern, dann könnte dies einen größeren Effekt haben als alles andere . Er könnte eine Lawine der Ehrlichkeit lostreten .... Es währe mehr Wert als jede politische Diskusion von Jauch und populistischen Politikern ...
4. Unglaubwürdig
buenaventura2012 23.04.2013
Es wäre das eine, wenn Der Angeber von der Säbenerstrasse, aus heiterem Himmel eine Selbstanzeige macht und sich anschließend öffentlich entschuldigt. Es ist etwas anderes, auf eine Amnestie zu warten, bis es nicht mehr geht und anschließend den reuigen Sünder zu geben. Uli Hoeneß war und ist der Unsympath, als den ihn viele immer empfunden haben. Nur den Dummen konnte er durch sein patriarchalisch-soziales Gehabe (Don Corleone darin nicht unähnlich), den von seiner Klientel so gern gescholtenen "Gutmenschen" vorspielen. Für einen Kotau ist es definitiv zu spät, aber das werden die Verblendeten sowieso nicht bemerken! Hoeneß wird die Angelegenheit mit einem blauen Auge überstehen, leider...
5. Nachhilfestunde von KaBiAn
kabian 23.04.2013
---Zitat--- SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat das Prinzip der Straffreiheit bei einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung verteidigt. ---Zitatende--- Nanu? Wahlkampfmodus verfehlt? Argumente fehlen? Hier die Anleitung für die richtige Antwort: Erst versprechen - nachher brechen. Eigentlich ganz einfach? Oder?
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