Fall Hoeneß: Morddrohungen gegen den Bayern-Präsidenten

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Bayern-Präsident Hoeneß: Selbstanzeige mit Fahnder-Hilfe?

Ein anonymer Absender hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß mit dem Tod bedroht. Er sei "zum Abschuss freigegeben", heißt es laut "Süddeutscher Zeitung" in dem Drohbrief. Die Zeitung meldet zudem, Hoeneß habe sich bei seiner Selbstanzeige der Hilfe eines Steuerfahnders bedient.

Hamburg - Morddrohungen und ein übereifriger Steuerfahnder - es gibt neue Details in der Steueraffäre Uli Hoeneß: Wie die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") berichtet, hat ein Münchner Steuerfahnder dem Präsidenten des FC Bayern bei dessen Selbstanzeige im Januar geholfen. Demnach soll es sich um einen ehemaligen Sachgebietsleiter der Steuerfahndung München gehandelt haben, der mit Hoeneß bekannt sei. Der Fahnder sei laut "SZ"-Recherchen nicht mehr regulär aktiv im Dienst gewesen, aber in Altersteilzeit und damit nicht pensioniert.

Neben dem Steuerfahnder sollen ein Steuerberater und ein Steueranwalt an der Selbstanzeige mitgewirkt haben. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ken Heidenreich, stellte lediglich klar, dass es in seiner Zuständigkeit keinerlei Ermittlungen gegen andere Personen als Hoeneß selbst gebe. Zu Details in der Causa Hoeneß äußert sich die Staatsanwaltschaft seit Wochen nicht.

Zum Stand des Verfahrens schreibt die "SZ", es seien immer noch sowohl die Einstellung des Ermittlungsverfahrens als auch eine Anklage möglich. Im Fall der Anklage sei es aber unwahrscheinlich, dass Hoeneß eine Haft ohne Bewährung drohe.

"Diese Patronen sind für dich"

Zudem hat die Münchner Staatsanwaltschaft I im Zusammenhang mit dem Fall Hoeneß ein Verfahren wegen des Verdachts der Bedrohung eingeleitet. Ein Unbekannter habe Hoeneß im Mai eine Morddrohung geschickt. Das Schreiben sei an die Geschäftsstelle des FC Bayern an der Säbener Straße geschickt worden. Hoeneß sei "allerorten zum Abschuss freigegeben", habe der Unbekannte geschrieben.

Auf dem Schreiben befänden sich zwei gekreuzte Patronen mit dem Zusatz "Hoeneß, diese Patronen sind für dich bestimmt". Dass München I in dieser Sache Ermittlungen gegen Unbekannt wegen Bedrohung aufgenommen hat, hat der Sprecher der Anklagebehörde SPIEGEL ONLINE bestätigt. Zu Einzelheiten sagte allerdings auch er nichts.

Hoeneß hat beim Finanzamt Selbstanzeige wegen eines Kontos in der Schweiz gestellt. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

aha/sid

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insgesamt 266 Beiträge
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1. So schlecht
fraecael 06.06.2013
Steuerfahnder in Bayern sind anscheinend so schlecht ausgebildet, dass sie die Anzeigen die sie prüfen sollen nicht formulieren können.
2.
cs01 06.06.2013
Statt die Hilfe eines Steuerfahnders in Anspruch zu nehmen, hätte er mal lieber seinen Steuerberater umfassend informiert, damit dieser eine ordentliche und damit strafbefreiende Selbstanzeige hätte verfassen können. Oder gleich ordnungsgemäß Steuern gezahlt.
3. Metapher ...
sternfalke77 06.06.2013
Zitat von sysopDPAEin anonymer Absender hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß mit dem Tod bedroht. Er sei "zum Abschuss freigegeben", heißt es laut "Süddeutscher Zeitung" in dem Drohbrief. Die Zeitung meldet zudem, Hoeneß habe sich bei seiner Selbstanzeige der Hilfe eines Steuerfahnders bedient. http://www.spiegel.de/sport/fussball/steuerhinterziehung-hoeness-hat-morddrohungen-erhalten-a-904069.html
Den genauen Wortlaut muss man nicht unbedingt Glauben schenken. Zum " Abschuss freigegeben " waren auch Guttenberg, Wulff ...usw. Sollte wohl eher bedeuten, dass der bisherige Rückhalt schwindet.
4. Mehrwert?
papayu 06.06.2013
Ist ein Herr Hoeness mehr wert als ein Zumwinkel?? Damals wurde Herr Zumwinkel aus seinem Wohnhaus durch die Polizei geholt, musste eine Strafe zahlen und verlor seinen Posten. Hoeness hingegen bewegt sich frei herum, niemand hat ihn abgefuehrt. Warum wird hier ein grosser Unterschied gemacht. ZW hatte damals ca 1 Million in die Schweiz verschoben, Hoeness hingegen!!!!!! Und ich glaubte immer, Sklavenhandel sei verboten!!
5. Morddrohung
derbochumerjunge 06.06.2013
Eine Morddrohung wegen der paar Kröten? Sieht so aus, als ob da jemand überreagiert.
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