Stinkefinger gegen Schiedsrichter Schweiz-Trainer Hitzfeld für zwei Spiele gesperrt

Ein ausgestreckter Mittelfinger in Richtung des Schiedsrichters im WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Norwegen hat Trainer Ottmar Hitzfeld eine Sperre von zwei Spielen eingebracht. Er bedauert den Vorfall, erklärte aber, die Geste habe ihm selbst gegolten.

Schweiz-Trainer Hitzfeld: Verstoß gegen Artikel 57 des Fifa-Disziplinarreglements
REUTERS

Schweiz-Trainer Hitzfeld: Verstoß gegen Artikel 57 des Fifa-Disziplinarreglements


Hamburg - Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist nach der Stinkefinger-Affäre für zwei Spiele gesperrt worden. Das teilte der Fußball-Weltverband Fifa mit. "Grund ist ein Verstoß gegen Artikel 57 des Fifa-Disziplinarreglements (Ehrverletzung und Fairplay)", hieß es in der Erklärung.

Der langjährige Coach von Borussia Dortmund und Bayern München muss zudem umgerechnet 5800 Euro Strafe zahlen, hinzu kommen umgerechnet 830 Euro Verfahrenskosten. Gegen das Urteil ist kein Einspruch möglich. Hitzfeld darf damit in den WM-Qualifikationsspielen gegen Zypern (23. März und 8. Juni) die Eidgenossen nicht betreuen.

"Dieses Urteil ist sehr hart und für mich enttäuschend", so Hitzfeld auf der Internetseite des Schweizer Fußballverbandes. Der Nationalmannschaftsdelegierte Peter Stadelmann sagte: "Das Urteil ist an der oberen Grenze." Weil das Urteil endgültig sei, "erübrigen sich weitere Kommentare", sagte Stadelmann.

Hitzfeld hatte am 12. Oktober im WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Norwegen (1:1) den ausgestreckten Mittelfinger in Richtung des spanischen Schiedsrichters David Fernández Borbalán gezeigt. Der Schweizerische Fußball-Verband (SFV) hatte auf ein Verfahren gegen Hitzfeld verzichtet. "Es kann nicht sein, dass plötzlich zwei Verfahren gegen Hitzfeld laufen - eines der Fifa und eines von uns", hatte Stadelmann erklärt.

Anschließend bedauerte der deutsche Coach die Geste, behauptete aber, diese habe nicht dem Referee, sondern ihm selbst gegolten. "Es waren viele Emotionen im Spiel. Die Geste tut mir leid. Ich bin natürlich sauer auf mich selbst", hatte Hitzfeld dem "Blick" gesagt.

jar/dpa



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