Auseinandersetzung mit Neonazis Gericht spricht Fans vom Vorwurf der Körperverletzung frei

Neonazis hatten zwei Fans vom Hamburger Oberligisten Altona 93 wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Anhänger hatten sie aus dem Stadion geworfen - allerdings ohne Gewalt, wie ein Gericht nun feststellte.


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Hamburg - Lügen haben kurze Beine, so geht ein altes Sprichwort, und im Fall des Hamburger Fußball-Oberligisten Altona 93 hat es sich einmal mehr bewahrheitet. Im Oktober 2012 hatten sich Fans des Hamburger Traditionsklubs gegen zwei Stadionbesucher zur Wehr gesetzt, die der rechtsextremen Gruppe Weisse Wölfe nahestehen. Angeblich, so die Aussage der Neonazis, mit Gewalt. Zwei der Altona-Fans wurden daraufhin wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt.

Nun stellte sich heraus: Für die Anschuldigungen gibt es keinerlei Beweise. Nachdem die beiden Kläger bei der ersten Verhandlung gar nicht erst erschienen waren, konnten sie ihre Vorwürfe in der zweiten Runde vor Gericht - diesmal wurden sie zwangsvorgeführt - nicht belegen. Im Gegenteil, sie verstrickten sich immer mehr in Widersprüche über angebliche Verletzungen. Das Amtsgericht sprach die beiden 93-Fans deshalb von sämtlichen Anklagepunkten frei.

Wie brisant die Situation war, zeigt das große Polizeiaufgebot vor dem Gerichtssaal in Hamburg-Bergedorf: Um Auseinandersetzungen der Neonazis mit Altona-Anhängern zu verhindern, hatten sich etwa 60 Beamte postiert - vor einem Saal, in dem 25 Personen Platz haben.

psk

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