Hamburg - Wayne Rooney hat sich überraschend für einen Verbleib bei Manchester United entschieden. Der Stürmer einigte sich mit dem englischen Rekordmeister auf einen neuen Vertrag bis 2015. Das gab der Verein am Freitag bekannt.
"Es war eine schwierige Woche. Ich bin froh, dass Wayne die Herausforderung annimmt, die jungen Spieler in unseren Reihen anzuführen", sagte Manchesters Teammanager Alex Ferguson zu der Entscheidung seines Angreifers.
Erst am Mittwoch hatte Rooney angekündigt, den Club verlassen zu wollen. "Manchmal ist es für einen Spieler schwierig zu verstehen, wie groß der Club ist, bei dem er spielt. Ich glaube, er hat es jetzt verstanden", sagte Ferguson und zeigte Verständnis für den 24-Jährigen.
"Ich bin froh, hier einen weiteren Vertrag zu unterschreiben", sagte Rooney, der sein Umdenken den intensiven Bemühungen der Vereinsoberen zuschrieb: "Ich habe in den letzten Tagen mit dem Trainer und dem Besitzer gesprochen. Sie haben mich überzeugt, dass ich hier hingehöre", sagte der Angreifer, für den Ferguson ein "Genie" sei. Dabei war das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer zuletzt angespannt.
Der Angreifer zeigte zudem Verständnis dafür, dass sich die Fans durch seine Wechselbekundungen im Stich gelassen fühlten. Er sei fest entschlossen, ihre Gunst mit guten Leistungen auf dem Spielfeld zurückzuerobern. Aufgrund einer Knöchelverletzung wird das jedoch erst in drei Wochen möglich sein.
Rooney spielt seit 2004 für die "Red Devils". In bislang 191 Ligaspielen erzielte der Stürmer 92 Tore für Manchester. Aktuell liegt der Verein auf Rang vier der Premier League.
Fan-Proteste vor Rooney-Villa
Die Hängepartie hatte zuletzt einige Anhänger des englischen Clubs erregt. Rund 40 United-Fans hatten sich am Donnerstagabend vor der umgerechnet rund fünf Millionen Euro teuren Villa des 24-Jährigen in Prestbury versammelt und wollten vom Superstar persönlich die Gründe für seinen geplanten Abschied erfahren.
Besonders aufgebracht hatten die Fangemeinde Spekulationen, dass Rooney den 18-maligen Titelträger nach sechs Jahren in Richtung des Stadtrivalen Manchester City verlassen könnte. "Unterschreibe für City - und du bist tot", lautete die Drohung auf einem Banner der Demonstranten, die einer Gruppierung mit dem Namen "Men in Black" angehört haben sollen.
Die Anhänger versuchten über die Haussprechanlage mit Rooney in Kontakt zu treten und ihn dazu zu bewegen, sich mit ihnen persönlich zu unterhalten. Das Banner sollte vor dem Haus angebracht werden. Der Stürmerstar, der am Sonntag Geburtstag hat, soll dann die Notrufnummer gewählt haben. Die örtliche Polizei rückte daraufhin sofort aus und beendete die Demo. Die Fans leisteten nach Angaben der Ordnungshüter keinerlei Widerstand und zogen friedlich von dannen.
bka/sid/dpa
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