Suizidversuch des Schiedsrichters Bundesliga-Spiel in Köln kurzfristig abgesagt

Spieler und Zuschauer in Köln warteten am Samstagnachmittag vergeblich auf den Anpfiff der Bundesliga-Partie gegen Mainz. Das Spiel musste ausfallen, da der vorgesehene Schiedsrichter Babak Rafati einen Selbsttötungsversuch unternommen hatte.

Schiedsrichter Rafati: Suizidversuch vor dem Spiel zwischen Köln und Mainz
dapd

Schiedsrichter Rafati: Suizidversuch vor dem Spiel zwischen Köln und Mainz


Hamburg - Babak Rafati hat einen Suizidversuch unternommen. Das bestätigte die Polizeidirektion Hannover dem Sport-Informations-Dienst mit Berufung auf Kölner Kollegen. Der 41-Jährige war als Schiedsrichter für die Partie zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05 vorgesehen gewesen, das Spiel fiel aus. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ist Rafatis Zustand kritisch. Vor sechs Jahren hatte er ebenfalls beim Spiel zwischen Köln und Mainz sein Bundesliga-Debüt gegeben.

Kölns Sportdirektor Volker Finke hatte auf einer schnell einberaumten Pressekonferenz im Stadion die Absage der Partie bestätigt. Demnach habe man gegen 14 Uhr die Nachricht erhalten, dass es einen "Unfall" des Schiedsrichters gab: "Dass das Spiel nicht stattfinden kann, ist der Situation angemessen und richtig. Die Absage des Spiels ist keine Entscheidung, die vom FC Köln oder von Mainz 05 getroffen wurde, sondern von der spielführenden Instanz über uns", so Finke weiter.

Erste Reaktionen fielen schockiert aus. "Ich kenne ihn sehr gut, er ist Hannoveraner. Die Nachricht hat mich sehr geschockt", sagte Mirko Slomka, Trainer von Hannover 96, dem TV-Sender Sky. Schalke-Coach Huub Stevens sagte: "Es ist kaum zu glauben, dass so etwas passiert. Dafür finde ich kaum Worte. Die Gesundheit ist immer das Allerwichtigste. Da ist Fußball nur Nebensache. Ich kann mir vorstellen, dass nach solch einer Nachricht niemand spielen will."

DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte seinen geplanten Besuch des Frauen-Länderspiels gegen Kasachstan in Wiesbaden ab. "Er wird sich in Köln persönlich ein Bild über die Hintergründe machen", sagte Ralf Köttker, Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes.

Bankkaufmann Rafati aus Hannover ist seit 1997 DFB-Schiedsrichter, 2000 leitete er sein erstes Zweitliga-Spiel, fünf Jahre später sein erstes von bislang 84 Bundesliga-Spielen. Seit 2008 war er Fifa-Schiedsrichter, wurde allerdings im September 2011 vom Deutschen Fußball-Bund nicht mehr für internationale Einsätze nominiert.

ach/luk/dapd/dpa/sid



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