Verweigerte Strafzahlung NOFV stellt Antrag auf Strafverfahren gegen SV Babelsberg

Nächste Runde im Streit zwischen dem NOFV und Regionalligist SV Babelsberg: Der Nordostdeutsche Fußballverband will vor Gericht gegen den Klub klagen. Dieser wirft dem Verband "Lügen" vor.

Babelsberg gegen Cottbus, 28.04.2017
DPA

Babelsberg gegen Cottbus, 28.04.2017


Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat beim Verbandsgericht einen Antrag auf ein Verfahren gegen den Regionalligisten SV Babelsberg gestellt. Das teilte der betroffene Brandenburger Verein mit. Der NOFV bestätigte das.

Streitpunkt ist ein verhängtes Strafgeld in Höhe von 7000 Euro. Das will der Viertligist nicht zahlen will und riskiert damit eine Spielsperre. Das Abbrennen von Pyrotechnik und "Nazischweine"-Rufe der Babelsberger Fans beim Spiel gegen Energie Cottbus im April vorigen Jahres sind Gegenstand der Auseinandersetzung.

Der Regionalligist akzeptiert das Urteil wegen des Abrennens von Pyrotechnik. Er wendet sich aber dagegen, dass es in der Urteilsbegründung des NOFV eine Gleichsetzung zwischen den rassistischen und antisemitischen Schmähungen der Cottbuser Fans und der Reaktion darauf durch die eigenen Anhänger ("Nazischweine raus") gegeben habe.

"Wir werden die Aufforderung ausgiebig prüfen. Doch ich sehe bei den permanenten Lügen des NOFV wenig Chancen auf eine Einigung", teilte der Babelsberger Vorstand auf seiner Homepage mit: "Vielmehr fühlen wir uns durch die jüngsten Erklärungen des Verbandes, die wiederholt unwahr sind, bestärkt, dass wir uns im Recht befinden und vor einem ordentlichen Gericht erfolgreich sein werden."

Am Vortag hatte Babelsberg seine Fans um Spenden für die zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten gebeten. Am Donnerstag wollen sich Verbandsvertreter zu dem Streit äußern.

Korrektur: In einer früheren Fassung dieses Textes stand, dass der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) beim DFB-Sportgericht einen Antrag auf ein Verfahren gegen den SV Babelsberg gestellt hat. Tatsächlich hat der Verband diesen Antrag aber beim Verbandsgericht gestellt.

mru/dpa



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gagazar 07.02.2018
1. Danke Babelsberg.
ich hoffe, dass manchen Cottbussern Verantwortlichen die momantane Berichtertattung peinlich ist und sie mehr gegen Rassismus in ihrem Verein unternehmen. Der DFB sollte auch mal den einen oder anderen Offiziellen vom NOFV hinterfragen. Da scheinen ja einige Vorfünfundfürzier noch ihrer Gesinnung freien Lauf geben lassen zu dürfen.
gnarze 07.02.2018
2. Irre
Da kommt die einzig richtige Antwort auf antisemitische Hetze, und der NOFV hat nichts besseres zu tun als eine Strafe zu verhängen. Die Funktionäre und die Cottbusser kann man auch im Dunklen an ihrem vor Peinlichkeit hochroten Kopf erkennen.
Lankoron 07.02.2018
3. Cottbus bekam
eine erheblich geringere Strafe, auf die rassistischen Beleidigungen wurde gar nicht eingegangen im Urteil. Der Schiedsrichter hatte "nichts gehört", obwohl die Rufe sogar im Fernsehen deutlich zu vernehmen waren. Und Babelsberg soll wegen der Antinazisprüche bestraft werden...so läuft das halt in NOFV. Ich hoffe, die DFB-Richter sind da etwas neutraler in dem Streit.
Sal.Paradies 07.02.2018
4. Alles klar!
Wenn man dieses Theater um den NOFV von aussen betrachtet, muss man fast zum Schluß kommen, dass einige Leute von NOFV zwischenzeitlich das AFD-Parteibuch besitzen? Und mit "peinlich" ist dies längst nicht mehr abgetan. Mir würden dazu ganz andere Beschreibungen einfallen. Danke an die Offiziellen des SV Babelsberg, dass die diesen rechten Schmuh nicht durchgehen lassen...!!
gus78 07.02.2018
5. Danke Babelsberg!
Jetzt wäre es an der Zeit, dass auch die Fans der Bundesligavereine Stellung beziehen und den SVB unterstützen! Wir sind Babelsberg!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.