Ausschreitungen in Montenegro Mutmaßlicher Täter gesteht Raketen-Attacke

Er habe instinktiv gehandelt: Ein 25-Jähriger hat gestanden, beim EM-Qualifikationsspiel in Montenegro einen Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen zu haben, nachdem dieser erst auf ihn zuflog. Damit verletzte er Russlands Torwart.

Russische Fans in Montenegro: Spielabbruch nach 66 Minuten
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Russische Fans in Montenegro: Spielabbruch nach 66 Minuten


Der mutmaßliche Werfer des Feuerwerkskörpers beim Skandalspiel zwischen Montenegro und Russland in Podgorica hat seine Tat Medienberichten zufolge zugegeben. Der 25-Jährige war zuvor auf Videoaufzeichnungen eindeutig als Täter identifiziert worden. "Erst jetzt habe ich die Folgen des Feuerwerkwurfs begriffen", sagte er im Beisein seines Anwalts laut den Berichten.

Der mutmaßliche Täter hatte am Freitagabend unmittelbar nach dem Anpfiff Russlands Nationaltorwart Igor Akinfejew mit einem Feuerwerkskörper am Kopf getroffen. Die EM-Qualifikationspartie von Gastgeber Montenegro gegen die Russen war zunächst über eine halbe Stunde lang unterbrochen, nach weiteren Ausschreitungen in der 67. Minute vom deutschen Schiedsrichter Deniz Aytekin abgebrochen worden.

"Vor allem entschuldige ich mich bei dem verletzten Mann, seinem Fußballverband sowie auch unserer Elf und beim ganzen Staat", zitierten lokale Medien aus der Aussage des mutmaßlichen Täters. Er habe sich jedoch vor der Polizei erklärt, dass er lediglich den Feuerwerkskörper aufs Spielfeld geworfen habe, der von der Zuschauertribüne zuerst auf ihm gelandet sei. Um sich zu schützen, habe er "instinktiv" reagiert.

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Akinfejew musste ins Krankenhaus, er erlitt eine Nackenblessur und kleinere Brandverletzungen. Bereits am Samstag hatte der Nationaltorwart Entwarnung gegeben: "Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben. Ich fühle mich jetzt gut", erklärte er auf der Verbandshomepage. Die Entscheidung, das Spiel fortzusetzen, habe allerdings nicht der Referee getroffen, erklärte Trainer Fabio Capello. "Die Uefa-Verantwortlichen haben gesagt, dass wir weiterspielen sollen." Der russische Fußballverband (RFS) will Beschwerde bei der Uefa einlegen.

Russlands Sportminister Witali Mutko sprach von einer "großen Schande. Es wäre gut, wenn Montenegro am grünen Tisch verliert", forderte er laut "Bild am Sonntag". Sportlich müssen beide Teams unbedingt punkten. Sie haben nach vier Spielen jeweils fünf Punkte in der Gruppe G. Spitzenreiter ist Österreich (13 Punkte/5 Spiele), gegen das Russland am 14. Juni in Moskau spielt, vor Schweden (9/5), das am 14. Juni auswärts der nächste Gegner von Montenegro ist.

asi/dpa



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insgesamt 7 Beiträge
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gerifro 29.03.2015
1. Das Auswärtsspiel der Schweden gegen Montenegro
fand am 15.11.14 stand und endete 1:1 Das Heimspiel wird am 14.06.15 stattfinden.
hatschon 29.03.2015
2. Das glaubt der
doch nicht selber , der Mann hat gezielt auf den Torwart gehalten !
dbrick 29.03.2015
3.
War das wirklich eine Rakete, die dort geworfen wurde? Raketen werden ja üblicherweise abgeschossen und nicht geworfen. War das wirklich keine Leichtfackel?
dbrown 29.03.2015
4. es ist doch unerheblich,
ob Rakete, Leichtfackel, geschossen, geworfen. Dieser Typ gehört in den Bau, solche Spiele sofort abgebrochen und die Mannschaft der Idiotenfans disqualifiziert.
Bundeskanzler20XX 30.03.2015
5. Uefa Unverbesserlich
Hat natürlich auch niemand erwartet, oder? Mit Verlaub, aber bei einer Begegnung Montenegro-Russland war sowas zu erwarten, auch die Aussage des Täters der reflexartigen Handlung ist ein Witz. Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Das die Uefa das Spiel hat weiterlaufen lassen ist allerdings ein Unding, derartige Begegnungen sollten statt dessen von vorn herein ohne Zuschauer stattfinden, am besten verbietet man Ländern wie Montenegro generell eine Zuschauerbeteiligung. Es ist schon bezeichnend, dass man solche gravierenden Vorfälle immer in Verbindung mit ehemaligen Ostblockstaaten in Verbindung bringen muss. Dabei handelt es sich auch nicht um Einzeltäter, vielmehr sind die Normalen an einer Hand abzuzählen. Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf!
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