"Tatort"-Star Axel Prahl: "Ich wollte nach dem 3:0 schon in die Wanne"

Er ist großer Fußballanhänger - und sah wie Millionen Deutsche das spektakuläre 4:4 gegen Schweden. Im Interview erklärt Axel Prahl, dass Joachim Löw noch der Richtige ist und warum er sich nach der gefühlten Niederlage doch keine Flasche Rotwein hinter die Binde kippte. Ein Anruf bei dem "Tatort"-Star.

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"Tatort"-Star Prahl: "Man sollte den Abgrund immer im Auge behalten"

SPIEGEL ONLINE: Hallo, Herr Prahl, können wir kurz über das 4:4 der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden reden? Oder ist das alles noch zu frisch?

Prahl: Ich bin noch immer erschüttert.

SPIEGEL ONLINE: Wo haben Sie das Spiel geguckt?

Prahl: In meinem Hotelzimmer in Köln, wo wir gerade für den "Tatort" drehen.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie das Spiel allein geschaut?

Prahl: Ja, ich konnte mich mit mir selbst ereifern.

SPIEGEL ONLINE: Dann erzählen Sie uns doch bitte, wie Sie diese unfassbare Partie erlebt haben.

Prahl: Die erste Halbzeit fand ich faszinierend. Ich dachte, das Spiel ist gelaufen und wollte nach dem 3:0 eigentlich in die Badewanne, weil ich gesundheitlich etwas angeschlagen bin. Ich habe dann aber doch weitergeguckt.

SPIEGEL ONLINE: Warum haben Sie nicht ausgeschaltet?

Prahl: Ich fand's einfach großartig und spannend, wie Deutschland gespielt hat. Diese Kombinationen, einfach weltklasse, dann das 4:0, bitte mehr davon, dachte ich.

SPIEGEL ONLINE: Und plötzlich begann Schwedens Aufholjagd.

Prahl: Unfassbar! Eine Stunde spielt Deutschland brillant, und dann so etwas. Ich war schockiert und nach dem Spiel kurz davor, mir eine Flasche Rotwein aufs Zimmer zu bestellen, um das sacken zu lassen. Das habe ich mit Rücksicht auf meine Gesundheit aber dann doch gelassen.

SPIEGEL ONLINE: Sie als Fußballexperte…

Prahl: …halt, stopp, ich bin kein Fußballexperte. Das denken die Menschen immer nur, weil ich mit einem T-Shirt vom FC St. Pauli durch den "Tatort" laufe.

SPIEGEL ONLINE: Also ein Fußball-Ahnungsloser?

Prahl: So nun auch wieder nicht. Ich bin großer Sympathisant von St. Pauli und schaue mir, wann immer ich kann, die Spiele der Nationalmannschaft an.

SPIEGEL ONLINE: Dann sind Sie ja doch der Richtige. Also, woran lag es, dass Deutschland vier Tore in einer halben Stunde kassiert hat?

Prahl: Das ist nicht an Einzelleistungen festzumachen. Psyche, Zufall, dann wird vor dem 4:4 das Foul an Per Mertesacker nicht gepfiffen, da gibt es viele Gründe.

SPIEGEL ONLINE: War sich die DFB-Elf ihrer Sache zu sicher?

Prahl: Offensichtlich. Mein Lebensmotto lautet: Man sollte den Abgrund immer im Auge behalten. Das hat die Mannschaft nicht beherzigt.

SPIEGEL ONLINE: Liegt es am Trainer?

Prahl: Auf gar keinen Fall, Jogi Löw ist genau der Richtige. Und die Mannschaft wird aus diesem Spiel auch etwas lernen.

SPIEGEL ONLINE: Nämlich?

Prahl: Dass sie beim nächsten Mal bis zum Schluss kämpft und so einen Vorsprung über die Zeit rettet. So etwas wird diesem Team nicht wieder passieren.

SPIEGEL ONLINE: War das Spiel am Morgen danach auch Thema am Set?

Prahl: Natürlich, nur das Spiel war morgens Thema.

SPIEGEL ONLINE: Was haben Ihre Kollegen gesagt?

Prahl: Der Erste, dem ich begegnet bin, murmelte nur: "Diese Luschen!"

Das Interview führte Birger Hamann

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insgesamt 24 Beiträge
ziegenzuechter 17.10.2012
auch zeit liebe spon redaktion. warte schon seit gestern abend auf einen bericht, wie tatort-star axel prahl, den fussballabend erlebt hat. habe uebrigens schon lange vermutet, dass der badet und nicht duscht. jetzt ist der beweis [...]
auch zeit liebe spon redaktion. warte schon seit gestern abend auf einen bericht, wie tatort-star axel prahl, den fussballabend erlebt hat. habe uebrigens schon lange vermutet, dass der badet und nicht duscht. jetzt ist der beweis erbracht. sehr interessant,echt!
blackstone13 17.10.2012
Tja, Herr Prahl, da sollte der Kommissar mal kurz nachdenken: Die Regie führten diesmal: Oddset, Hoyzer und bwin.
Tja, Herr Prahl, da sollte der Kommissar mal kurz nachdenken: Die Regie führten diesmal: Oddset, Hoyzer und bwin.
tobma 17.10.2012
logo ein st.pauli fan und fussballexperte. sowas nennt man trittbrettfahrer.
logo ein st.pauli fan und fussballexperte. sowas nennt man trittbrettfahrer.
Sotho 17.10.2012
Wen interessiert es, ob dieser oder jener Promi sich dieses oder jenes Fußballspiel angesehen hat? Der Spiegel wird auch immer seichter
Wen interessiert es, ob dieser oder jener Promi sich dieses oder jenes Fußballspiel angesehen hat? Der Spiegel wird auch immer seichter
e-cdg 17.10.2012
Recht haben Sie, Herr Prahl, auch uns ist der Wein im Glas abgestanden gestern. Ja, Führungsspieler werden verzweifelt gesucht. Man hätte Michael Ballak nicht so schmählich ausbooten sollen. Der hätte die Ärmel nochmal [...]
Zitat von sysopEr ist großer Fußballanhänger - und sah wie Millionen Deutsche das spektakuläre 4:4 gegen Schweden. Im Interview sagt Axel Prahl, ob Joachim Löw noch der Richtige ist und warum er sich nach der gefühlten Niederlage doch keine Flasche Rotwein hinter die Binde kippte. Ein Anruf bei dem Tatort-Star. Tatort-Star Prahl zum 4:4 zwischen Deutschland und Schweden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/tatort-star-prahl-zum-4-4-zwischen-deutschland-und-schweden-a-861822.html)
Recht haben Sie, Herr Prahl, auch uns ist der Wein im Glas abgestanden gestern. Ja, Führungsspieler werden verzweifelt gesucht. Man hätte Michael Ballak nicht so schmählich ausbooten sollen. Der hätte die Ärmel nochmal hochgekrämpelt und alle angetrieben. Aber die Bubis haben gedacht, das schaffen wir schon ohne ihn und sind schon des öffteren an ihrer Selbstüberschätzung gescheitert. Wenn Ballak nicht die Ärmel hochgekrämpelt hätte bei der Europameisterschaft gegen Österreich, dann hätten sie da schon diese Schmach erlitten! So wie Ballak ausgebootet wurde als er verletzt war, ist eine Schande und das als Kapitän der DFB Elf! Aber vielleicht wird Löw auch mal davongejagt wie sein verletzter Kapitän. Und dann werden sich alle fragen, wie man dann nur so beleidigt sein kann wie Michael Ballak. Er hat Stärke bewiesen und ist den DFB-Obrigen nicht in den Hintern gekrochen zum Abschied!
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  • Mittwoch, 17.10.2012 – 15:56 Uhr
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Zur Person
Axel Prahl wurde am 26. März 1960 in Eutin geboren. Er ist Schauspieler und Musiker, bekannt vor allem durch seine Rolle als Hauptkommissar Frank Thiel an der Seite von Jan Josef Liefers im Tatort Münster. Prahl trat zu Beginn seiner Karriere an verschiedenen Theatern auf und arbeitete parallel an einer Karriere als Musiker, ehe er sich für die Schauspielerei entschied. Er wurde mit diversen Darstellerpreisen ausgezeichnet, darunter dem Adolf-Grimme-Preis. Prahl hat drei Töchter und einen Sohn.


Deutschlands Spiele in der WM-Qualifikation
Datum Gegner Austragungsort
07.09.2012 Färöer (3:0) Hannover
11.09.2012 Österreich (2:1) Wien
12.10.2012 Irland (6:1) Dublin
16.10.2012 Schweden (4:4) Berlin
22.03.2013 Kasachstan (3:0) Astana
26.03.2013 Kasachstan (4:1) Nürnberg
06.09.2013 Österreich München
10.09.2013 Färöer Tórshavn
11.10.2013 Irland Köln
15.10.2013 Schweden Solna




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