Von Philipp Köster und Alex Raack
Dass Claudia Effenberg ein Tattoo mit der Aufschrift "Real love never die" trägt, ist bekannt. Nicht viel besser machte es einst David Beckham. Um seine Ehefrau zu preisen, gab "Becks" den Namen der Gattin als Nadelstich in Auftrag. Auf altindisch. Prompt setzte der bedauernswerte Tätowierer den Auftrag in den Sand - und verpasste Beckham das Wörtchen "Vhictoria" als Körperschmuck.
Lange Zeit lief Mladen Petric quasi "nackt" durch die Gegend, erst Anfang 2012 ließ sich der kroatische Nationalspieler einen kleinen Stern auf den linken Arm stechen. Der Anfang vom Ende der unbefleckten Haut: Hinzu kamen unter anderem ein Engel mit Pfeil und Bogen, ein Krieger aus Sparta, das Kolosseum - und ein Anker. Petric: "Der Anker steht für Hamburg!" PS: Petric spielt mittlerweile für den FC Fulham.
Die Zeiten, in denen Kinder von ihren Eltern wegen des neuen Tattoos oder des heimlich gestochenen Ohrlochs den Hintern versohlt bekamen, sind definitiv vorbei. Kerstin Lasogga, Erzeugerin und Beraterin von Hertha-Zuchtbulle Pierre-Michel Lasogga, vergoss jüngst fast Freudentränen über das Tattoo ihres Sohnes - ein Kerstin-Lasogga-Porträt: "Eine größere Auszeichnung als so ein Tattoo gibt es nicht!"
Bei der EM fragte man sich allenthalben: Warum trägt Italiens Zerstörer Daniele De Rossi ein Trikot mit einem Lang- und einem Kurzarm? Die Auflösung: Der auch sonst stark körperbemalte Defensivmann ließ sich einst auf dem rechten Arm ein Abbild von Teletubby-Legende Laa-Laa stechen - seiner kleinen Tochter Gaia zuliebe. Deshalb der verlängerte Stoff, muss ja nicht gleich jeder sehen.
Jens Nowotny? Bei Fußballer und Tattoos? Allerdings, denn der ach so brave Ex-Libero hat es faustdick hinter den Ohren beziehungsweise quietschbunt auf der Haut. Gewähltes Motiv: ein Herz mit Rosenkranz. Nicht etwa als schnulziger Liebesbeweis für Gattin Michaela, sondern als Hommage an Bret Michaels, den Sänger der Glam-Metal-Band "Poison". Mehr Rebellion geht fast gar nicht.
Früher reichte als Botschaft ein zerbrochenes Herz. Marcell Jansen mag es etwas wortgewandter. Auf seiner rechten Hüfte steht: "Der Kopf will vom Herzen und das Herz vom Kopf nichts wissen. Wenn wir je Aussicht auf eine Zukunft schaffen wollen, werden sich die klugen Köpfe und die großen Herzen besuchen müssen. Noch sind wir einander so fremd, dass wir uns vermissen." Puh.
Sehr geschickt von Wolfsburg-Keeper Diego Benaglio: 2009 kaufte der Schweizer neben zwei Würfeln ("Meine Glückszahl 23") und einer schwarzen Billard-Acht auch zwei leere Banner auf seinem linken Unterarm ein. "Da sollen später mal die Namen der Kinder drauf!" So etwas nennt man dann wohl "mit Auge" tätowieren. Übrigens: Seit 2010 ist Tochter Melija auf der Welt.
Erotische Gedichte auf Suaheli, lodernde Flammen ums Gemächt, das Porträt des Trainers auf dem Rücken - das ist alles nichts für Nürnberg-Stürmer Alexander Esswein. Der trägt in großen Buchstaben einen großmütterlichen Liebesbeweis auf dem Arm: "Oma Hildegard. 30.07.1921". Begründung: "Sie ist der wichtigste Mensch in meinem Leben!" Was wohl der Tätowierer gedacht haben mag?
Abschreckende Anekdote und zugleich Warnung für alle künftigen Gastfußballer in Saudi-Arabien: Weil er beim Einkaufsbummel allzu offensichtlich seine Oberarm-Tätowierung präsentierte, wurde der Kolumbianer Juan Pablo Pino, Angestellter des saudischen Klubs Al Nasr-Riad, 2011 verhaftet - wegen Verstoßes gegen die dortigen Gesetze. Pinos Tattoo zeigt ein Abbild von Jesus.
Bereits 1997, Torsten Frings war noch ein kleiner Lutscher bei Alemannia Aachen, hatte Stuttgarts Teilzeitrocker Martin Spanring die Körperkunst entdeckt - in Form eines merkwürdiges fernöstliches Schriftzeichen. Spanring: "Ich bin im Jahr des Hahns geboren. Das Zeichen symbolisiert einen Waage-Hahn." Und: "Wo es genau ist, weiß nur die Frau, die mich auszieht."
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