Technischer Torbeweis: Fifa will Torkamera für die WM 2014

Treffer oder doch nicht? Ein "Wembley-Tor" wird es nach dem Willen der Fifa bald wohl nicht mehr geben. Die Technik soll spätestens bei der WM 2014 in Brasilien reguläre Treffer erkennen.  Im Streit um Fehler bei der Organisation der WM-Endrunde hat sich der Ton dagegen verschärft.

Torhüter Neuer bei der WM 2010: Der Treffer von Frank Lampard wurde nicht gegeben Zur Großansicht
dpa

Torhüter Neuer bei der WM 2010: Der Treffer von Frank Lampard wurde nicht gegeben

Hamburg - Der Einsatz der Torlinien-Technologie während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien rückt näher. Die Weltfußball-Regelhüter einigten sich "im Prinzip" auf die Einführung des Systems, wie Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke nach der 126. Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (Ifab) in London sagte. Die Technik könnte bereits bei der Club-WM in Japan im Dezember und beim Confederations Cup 2013 in Brasilien zum Einsatz kommen. "Wir wollen das System für die WM 2014 etabliert haben", sagte Valcke.

In der ersten Testphase hätten zwei von acht Tortechnologie-Systemen "sehr positive Ergebnisse" erzielt, sagte Alex Horne, Generalsekretär des englischen Fußballverbandes FA. Die Betreiber dieser beiden Systeme - eines nur mit Kameratechnik und eines mit einer Kombination aus Kamera und Chip im Ball - sollen nun weiter testen.

Bei einer Ifab-Sondersitzung in Kiew einen Tag nach dem EM-Finale am 1. Juni soll die endgültige Entscheidung zur Verwendung der Technologie fallen. Fifa-Präsident Joseph Blatter, der der Runde in London vorsaß, hatte sich erst am Freitag erneut für die Einführung der Technik stark gemacht. "Wir wollen keine Wiederholung der letzten WM", sagte Blatter und spielte damit auf den nicht gegebenen Treffer des Engländers Frank Lampard im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika gegen Deutschland (1:4) an.

Am Rande der Ifab-Sitzung hat sich der Ton im Streit über den Stand der Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien weiter verschärft. Nach der Kritik von Jerome Valcke werde die Regierung den Funktionär "nicht mehr als Gesprächspartner akzeptieren", sagte Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo. Das sei ein "bisschen albern", antwortete Valcke.

Zuvor hatte er den Fortschritt in den Planungen für die WM 2014 bemängelt. Die Organisatoren benötigten wohl einen "Tritt in den Hintern" hatte der Franzose am Freitag gesagt. Der Weltverband ist vor allem besorgt wegen der fehlenden Transport- und Unterbringungsmöglichkeiten für die Fans aus dem Ausland.

joe/sid/dpa

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1.
drnice1983 03.03.2012
Der Fußball darf nicht techologisiert werden. Gerade Fehlentscheidungen machen doch den Fußball erst richtig interessant, wenn man ehrlich ist, oder? Wenn wir bei Torkameras anfangen, wie wärs dann mit dem Videobeweis wie beim Football? Oder gleich RFID Chips in den Körpern der Spieler damit man auch Abseitsstellungen etc erkennen kann?
2.
spoonium 04.03.2012
Zitat von drnice1983Der Fußball darf nicht techologisiert werden. Gerade Fehlentscheidungen machen doch den Fußball erst richtig interessant, wenn man ehrlich ist, oder? Wenn wir bei Torkameras anfangen, wie wärs dann mit dem Videobeweis wie beim Football? Oder gleich RFID Chips in den Körpern der Spieler damit man auch Abseitsstellungen etc erkennen kann?
Für mich ist eine Fehlentscheidung nicht "interessant", sondern bestenfalls lästig und ärgerlich. Im schlimmsten Fall entscheiden sie über Titel und Abstiege (jaja, es gleicht sich alles aus, und man steigt nicht wegen eines Spieles ab, etc). Demzufolge begrüße ich jegliche Anstrengungen, die Fehlerquote zu senken (das schützt übrigens auch die Schiedsrichter). Die Torkamera kann dabei nur der Anfang sein, es bedarf auch endlich des Videobeweises, z.B. ähnlich wie im Tennis, wo jedes Team eine begrenzte Anzahl von Anfragen hat, um eine Situation anhand des Videobeweises korrekt aufzulösen (beispielsweise Elfmeter ja/nein, Tätlichkeit, Notbremse, Schwalbe). Und bei den regelmäßigen Tumulten bei solchen Szenen würde das auch nicht mehr Spielzeit kosten als ohnehin schon. Im Gegenteil, evtl. würde es sogar schneller gehen und würde einer überhitzten Atmosphäre vorbeugen. Bei Abseits ist sowas natürlich unbrauchbar, eine abgepfiffene Chance kann man nicht wieder herstellen. Das mit dem RFID-Chip in Trikot halte ich übrigens durchaus für einen interessanten Ansatz, scheitert aber wohl an der Reichweite der Chips. Und das umfassende Kamera-Tracking ist wohl auch noch nicht in Echtzeit verfügbar, dass es da unmittelbar helfen könnte.
3. richtig
Polikvera. 04.03.2012
Zitat von drnice1983Der Fußball darf nicht techologisiert werden. Gerade Fehlentscheidungen machen doch den Fußball erst richtig interessant, wenn man ehrlich ist, oder? Wenn wir bei Torkameras anfangen, wie wärs dann mit dem Videobeweis wie beim Football? Oder gleich RFID Chips in den Körpern der Spieler damit man auch Abseitsstellungen etc erkennen kann?
auch ich bin nicht dafür das tore und andere schiedsrichter entscheidungen während eines spiels durch kameras korregiert werden.das spiel würde bei jeder etwaigen fehlendscheidung des schiedsrichter unterbrochen und dann käme der ganze spielfluss aus den fugen.die nettospielzeit derzeit beträgt schon jetzt durch die unterbrechungen von fouls und dergleichen nur noch 60-70 %. allerdings plädiere ich für den videobeweis bei tätlichkeiten und was dringends eingeführt werden müßte wäre das schauspieleinlagen im nachhinein bestraft werden müßten.
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