Telefonverrückte Fußballer: Kaiserliche Liebes-Hotline

Franz Beckenbauer bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Als er jedoch regelmäßig Anrufe erregter Herren erhielt, wurde es selbst ihm zu bunt. Auch Lothar Matthäus ärgerte sich wegen eines Handys. Das Magazin "11 FREUNDE" präsentiert weitere Fälle gestörter Leitungen.

Ein Hersteller ließ vor Jahren überdimensionale Plüschhandys zu Werbezwecken durchs Dortmunder Westfalenstadion laufen. In den Handys steckten Studentinnen und Studenten. Zwei der Plüschkomparsen fanden im Stadion derart großen Gefallen aneinander, dass sie es mit der Lovestory bis in die Kuppelshow "Nur die Liebe zählt" schafften. Zu schön allerdings, um wahr zu sein: Die Geschichte hatte sich der Handyhersteller ausgedacht, um seine Produkte ins Fernsehen zu bringen.

Nach zwei Schubsern gegen den Schiedsrichterassistenten wurde Frankfurts Trainer Willi Reimann (heute bei Zweitliga-Schlusslicht Braunschweig) in der Saison 2003/2004 für fünf Spiele der Zugang zum Stadioninnenraum verwehrt. Kein Problem für den Eintracht-Coach. Reimann nahm, mit Handy bewaffnet, in einem Bauhäuschen auf der Baustelle des Frankfurter Waldstadions Platz und funkte seinem Co-Trainer am Spielfeldrand 90 Minuten lang seine taktischen Anweisungen. Die Handyrechnung übernahm der Club.

Die Witzbolde von Studio Braun ließen 2001 einige Kicker des FC St. Pauli als Telefonisten arbeiten. Besonders geschickt stellte sich Manager Stefan Beutel an, der den Stürmer Marcel Rath überredete, für 40.000 Mark als Teletubby einzulaufen. Beutel: "Favorisierst du einen bestimmten Teletubby?" Rath: "Nein, das ist mir völlig egal." Beutel: "Ich finde, du solltest Po sein."

Noch ein Telefonstreich: Lothar Matthäus wähnte sich als Coach von Rapid Wien reif fürs Ministeramt. Der deutsche Rekordnationalspieler sagte geschmeichelt zu, als ihm ein Mitarbeiter der Bayerischen Staatskanzlei den Job des Sportministers im nächsten Kabinett von Edmund Stoiber anbot. Leider war der Anrufer nur Bernhard Ziegler, Spaßtelefonist bei "Radio Bayern 1". Matthäus, ganz Profi, startete unvermittelt eine Charmeoffensive am Telefon: "Erstens ist das natürlich eine große Ehre für mich, zweitens bin ich ein ganz großer Fan vom Ministerpräsidenten – nicht nur auf Grund seiner Politik, sondern auch auf Grund seiner Menschlichkeit." Erst einmal drin im Bewerbungsgespräch, fuhr Matthäus fort: "Das würde ich gerne machen, das wäre eine tolle Auszeichnung." Um seine Eignung zu unterstreichen, wies Lothar auf seine Zusatzqualifikationen hin: fundierte Kenntnisse in den bayerischen Sportarten Fingerhakeln und Bierkrugstemmen.

Mobiler Beckenbauer: Falscher Anschluss
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Mobiler Beckenbauer: Falscher Anschluss

Abermals Matthäus: Nach seinem Kurz-Engagement in Brasilien veröffentlichte sein früherer Club Atlético Paranaense zwei Handy-Rechnungen über insgesamt 4949 Euro, die Matthäus nicht beglichen hatte. Der wehrte sich: "Ja, ich habe viel mit meiner Frau und meinen Kindern in Europa telefoniert. Es stand in meinem Vertrag, dass Handy-Kosten, Auto und Wohnung frei sind. Das Auto habe ich mir selbst besorgt, eine Wohnung nie gehabt."

Es ist immer einfacher, schlechte Nachrichten auf die Mailbox zu sprechen, als sie persönlich zu überbringen. So erfuhr Christian Wörns von seiner Mailbox, dass Jürgen Klinsmann ihm einen freien Sommer 2006 bescherte. Und auch Peter Neururer sagte ein Angebot des 1. FC Nürnberg via Mailbox ab und schob gleich noch hinterher, dass mit dieser Mannschaft ohnehin nichts zu holen sei.

Legendär war auch die Anrufbeantworter-Ansage des früheren Bundesligaspielers Ansgar Brinkmann: "Bin bis fünf Uhr morgens in meiner Stammkneipe zu erreichen!" Die allerdings wechselte häufiger. Franz Beckenbauer durfte sich als Werbepartner eines großen Mobilfunkunternehmens seine Wunschnummer auswählen und entschied sich für die 0176/666666. Einfach zu merken, in der Tat. Dumm nur: Bei Franz klingelten fortan zahllose Herren auf der Suche nach einem erotischen Plausch durch. So oder so: eine heiße Nummer.

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