Testspiel DFB-Frauen erleiden Rückschlag gegen Norwegen

Diese Generalprobe sorgt für Ernüchterung - kommt aber möglicherweise genau richtig. Die deutschen Frauen haben im letzten Spiel vor der WM in China gegen Norwegen nur Unentschieden gespielt, dabei aber immerhin zwei Rückstände aufgeholt.


Mainz - Elf Tage vor dem Start der Frauenfußball-WM ist Titelverteidiger Deutschland noch nicht in Form. Das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid musste sich im abschließenden Test gegen Vize-Europameister Norwegen in Mainz mit einem 2:2 (1:2) zufrieden geben und offenbarte vier Tage vor dem Abflug nach Schanghai noch etliche Schwächen.

Nationalspielerin Bartusiak (r.) gegen die Norwegerin Gulbrandsen: "Zeit, dass es los geht"
DPA

Nationalspielerin Bartusiak (r.) gegen die Norwegerin Gulbrandsen: "Zeit, dass es los geht"

Vor 9715 Zuschauern im Mainzer Bruchwegstadion glichen Melanie Behringer (22.) und Birgit Prinz (75.) die zweimalige Führung der Norwegerinnen durch Leni Larsen Kaurin (1.) und Ragnhild Gulbrandsen (28.) jeweils aus. Damit blieb auch die Revanche für die im März beim Algarve-Cup erlittene Niederlage (1:2) gegen die Skandinavierinnen aus.

Die Gastgeberinnen wurden gleich kalt erwischt, als Norwegen mit dem ersten Angriff in Führung ging. Nach nur 38 Sekunden überwand Kaurin die überraschte Torhüterin Nadine Angerer mit einer Bogenlampe aus 20 Metern. Geschockt vom frühen Rückstand fand der Weltmeister von 2003 nur langsam ins Spiel und zeigte vor allen Dingen in der Deckung ungewohnte Schwächen gegen die drei norwegischen Sturmspitzen. Erst Spielführerin Prinz, die vor dem Anpfiff zum insgesamt siebten Mal in Folge zur Fußballerin des Jahres gekürt wurde, löste mit einem ersten gefährlichen Schuss (15.) die Verkrampfung.

Allerdings hatte das Neid-Team Glück, dass Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus einen regulären Treffer von Gulbrandsen (18.) wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannte. Zwar gelang Behringer nach Vorlage von Anja Mittag mit einem 13-Meter-Schuss aus spitzem Winkel der vorübergehende Ausgleich, die Aktionen des Weltranglisten-Vierten aus Norwegen blieben aber insgesamt zwingender und flüssiger.

Folgerichtig gingen die Gäste unter den Augen von DFB-Präsident Theo Zwanziger dann erneut in Führung, als Stürmerin Gulbrandsen nach zuvor glänzender Abwehr von Keeperin Angerer gegen Lindy Melissa Wiik erfolgreich abstaubte. Auch nach dem Wechsel tat sich der Europameister gegen die kompakt stehenden und weiter klug kombinierenden Norwegerinnen schwer. Einzig Prinz und Behringer mit ihren Weitschüssen blieben einigermaßen gefährlich. So war es auch Prinz vorbehalten, mit ihrem 110. Treffer im 165. Länderspiel den Ausgleich zu erzielen.

"Es wird Zeit, dass es jetzt langsam los geht. Es kribbelt schon, schließlich sind wir seit dem 25. Juni in wöchentlichen Trainingslehrgängen zusammen gewesen und haben wirklich hart gearbeitet", erklärte Neid, nachdem im Zuge der Vorbereitung bereits Kantersiege gegen die Tschechische Republik (5:0) und Dänemark (4:0) gefeiert werden konnten. Der WM-Auftakt steigt am 10. September in Schanghai gegen Argentinien.

mig/sid



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.