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Verfahren wegen WM-Affäre: Zwanziger attackiert Fifa-Ermittler

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Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger

Die Fifa ermittelt in der WM-Affäre gegen Franz Beckenbauer, Wolfgang Niersbach - und auch Theo Zwanziger. Der Ex-DFB-Präsident wehrt sich empört: Er habe doch versucht, den Skandal aufzuklären.

In der Affäre um die WM-Vergabe 2006 hat die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa offiziell Ermittlungen gegen die deutschen WM-Macher um Franz Beckenbauer eingeleitet. Das Verfahren richte sich zudem gegen Wolfgang Niersbach, Helmut Sandrock, Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger und Stefan Hans, teilte die Fifa mit.

Während es bei Niersbach und Sandrock laut Ethikkommission um die Verletzung bestimmter Verhaltensregeln geht, wird gegen Beckenbauer, Schmidt, Zwanziger und Hans wegen möglicher Schmiergeld- und Korruptionsvergehen ermittelt. Ex-DFB-Präsident Zwanziger wehrt sich empört gegen die Vorwürfe.

SPIEGEL ONLINE: Herr Zwanziger, wie bewerten Sie das Verfahren, das die Fifa-Ethikkommission gegen Sie, Wolfgang Niersbach und weitere Mitglieder des WM-Organisationskomitees von 2006 eingeleitet hat?

Zwanziger: Ich bin sehr verwundert und weise die Anschuldigungen in aller Deutlichkeit zurück. Der Freshfields-Bericht bietet keinerlei Anlass für ein Verfahren gegen mich.

SPIEGEL ONLINE: Was meinen Sie konkret?

Zwanziger: Seit 2012 habe ich versucht, die Vorgänge um die Vergabe der WM 2006 aufzuklären. Dabei ist mir die Fifa-Ethikkommission in den Rücken gefallen und hat sich für nicht zuständig erklärt. Danach habe ich beim DFB Aufklärung angemahnt. Dies alles steht im Freshfields-Bericht. Und nun leitet die Fifa-Ethikkommission ein Verfahren gegen mich ein. Das ist unglaublich. Ich bin viel später als Niersbach in das OK-Präsidium gekommen und war beim Bewerbungsverfahren nie dabei. Vor diesem Hintergrund ist es schon sehr erstaunlich, wie Niersbach offenbar mit Samthandschuhen behandelt werden soll.

SPIEGEL ONLINE: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dem Vorgehen der Fifa?

Zwanziger: Ich werde mich mit meinem Anwalt sehr genau beraten. In jedem Fall werde ich Herrn Borbely (Chef der Untersuchungskammer der Ethikkommission, Anm. der Red.) wegen des Verdachts der Befangenheit ablehnen. Denn es ist schon sehr merkwürdig, wie Niersbach und Sandrock zum Beispiel im Gegensatz zu Herrn Hans behandelt werden. Das wird so nicht bleiben. Während die Ethikkommission bei Blatter und Platini sofortige Sperren ausgesprochen hat, bleibt Niersbach, der monatelang die Verbandsführung getäuscht hat, im Amt. Sehr erstaunlich.

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Zwanziger hat nichts kapiert
Mertrager 22.03.2016
Die Ethik der fifa ist doch wichtig. Und die lautet Geld, Geld, und noch mehr Geld.
2. Wenn er tatsächlich versucht....
joG 22.03.2016
....hat aufzuklären zu helfen, sollte seine Haftstrafe ohne Bewährung 2 Jahre kürzer ausfallen.
3. Zwanziger Heuchelei
cfp86 22.03.2016
Unertraeglich, was Herr Zwanziger von sich gibt. 2012 habe er auf Aufklaerung gedraengt, warum erst 2012, weil dann seine vermeintlichen Machenschaften verjaehrt waren. Dieser Herr ist mediengeil und ertraegt es nicht, dass er keinerlei Bedeutung mehr hat, weder im Fussball, noch auf sonstige Art. Er sollte zurueck in die verstaubte Stube, aus der er kam.
4.
rocky_heike 22.03.2016
Nach Begutachtung des Freshfields-Reports, wirft man Zwanziger, Niersbach, Beckenbauer & Co vor, der Fifa mögliche Verstöße gegen den Ethikcode des Verbands nicht gemeldet zu haben: ???? War die Ethik nicht, wer zahlt, der kriegt ? Wer plaudert, der fliegt ? Und unser Bundestrainer und die Spieler machen da einfach immer weiter mit. Ja, wir sind Weltmeister. Sicher, sportlich errungen. Aber, liebe Spieler und Herr Löw: Da ist ein Makel. Es war ein von Gaunern organisiertes Turnier. Nehmt das bitte mal zur Kenntnis !
5. Wer mit dem Feuer spielt...
lies.das 22.03.2016
Ein Biedermann als Brandstifter. Zwanziger glaubte, er könne die Medien durch seine Behauptungen und angeblichen Enthüllungen instrumentalisieren. Jetzt sieht jedermann selbst, wie tief Zwanziger als früherer DFB-Finanzchef im selbst gefluteten Sumpf steckt.
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