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Zwanziger und Schmidt über SPIEGEL-Meldung: "Haben uns möglicherweise im Zeitpunkt geirrt"

Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt reagieren auf eine SPIEGEL-Enthüllung zur WM-Vergabe 2006. Die beiden ehemaligen DFB-Funktionäre könnten falsche Zeitangaben zu einem wichtigen Ausflug gemacht haben.

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Theo Zwanziger: "Eher logisch"

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger und der frühere Generalsekretär Horst R. Schmidt haben eingeräumt, eventuell falsche Zeitangaben über ihren Besuch bei Geldgeber Robert Louis Dreyfus im Zusammenhang mit der Affäre um die WM-Vergabe 2006 gemacht zu haben. "Wir haben uns möglicherweise im Zeitpunkt geirrt. Dieser mögliche Irrtum hat allerdings - auch nach Mitteilung meiner Rechtsanwälte - keinerlei Einfluss auf die rechtliche und steuerliche Bewertung des Gesamtvorgangs", teilte Schmidt am Sonntag schriftlich mit.

"Es gab und gibt auch deshalb überhaupt keinen Grund, bewusst die Unwahrheit zu sagen", schrieb Schmidt weiter. Zwanziger bestätigte die Sichtweise seines früheren Kollegen. "Wir waren beide der Auffassung, dass es Anfang Januar 2005 war. Die Unterlagen, die ich auch kenne, sprechen für Anfang 2003", sagte Zwanziger. Schmidt hatte zuvor angegeben, erst 2004 Kenntnis von dem Dreyfus-Kredit gehabt zu haben.

Der SPIEGEL hatte in seiner neuesten Ausgabe über den Widerspruch berichtet. Laut Zwanziger klingt ein Besuch bei Louis-Dreyfus 2003 statt 2005 "fast logisch". Die DFB-Funktionäre reisten zu dem ehemaligen Adidas-Chef, um mit diesem über die Rückzahlungsforderungen an die WM-Organisatoren für einen dubiosen Kredit in Höhe von 6,7 Millionen Euro zu sprechen. Schmidt habe sich kurz darauf in einem Brief an den Ex-Adidas-Chef für "das konstruktive Gespräch" bedankt, schreibt der SPIEGEL.

"Der SPIEGEL schließt im Weiteren aufgrund von handschriftlichen Aufzeichnungen, ich hätte bereits im März 2003 gewusst, wer der Empfänger des Geldes ist. Das ist falsch. Ich kenne den Empfänger bis zum heutigen Tage nicht", schrieb Schmidt. Seine bisherigen Einlassungen zum Zeitpunkt der Reise deckten sich mit der Erinnerung Zwanzigers. "Ich weise allerdings darauf hin, dass die Vorgänge über zehn Jahre zurückliegen und ich keinerlei Dokumente oder Kalender aus dieser Zeit habe."

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt in der Causa gegen ihn sowie Zwanziger und Ex-DFB-Chef Wolfgang Niersbach wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Der DFB wil die Ergebnisse einer internen Aufarbeitung des WM-Skandals durch die Kanzlei Freshfields am 4. März präsentieren.

goe/sid/dpa

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