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WM-Affäre: Zwanziger weist neue Vorwürfe zurück

Ex-DFB-Chef Zwanziger: "Keine wirkliche Neuigkeit" Zur Großansicht
DPA

Ex-DFB-Chef Zwanziger: "Keine wirkliche Neuigkeit"

Theo Zwanziger steht in der Kritik. Der frühere DFB-Chef soll eine entscheidendere Rolle bei den ominösen Vorgängen um die Vergabe der WM 2006 gespielt haben als bisher bekannt. Zwanziger weist die Vorwürfe zurück.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger nimmt laut Auskunft seines Anwalts Hans-Jörg Metz nochmals Einsicht in ein Schreiben von April 2005. Dieses wird laut Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" als belastendes Indiz gegen Zwanziger in der WM-Affäre 2006 gewertet.

Metz schreibt dagegen in einer Pressemitteilung seiner Kanzlei: "Der jetzt angesprochene Vermerk vom April 2005 ist uns seit über drei Monaten aus der Befragung durch die Kanzlei Freshfields bekannt und stellt keine wirkliche Neuigkeit im Verfahren dar." Im Zuge eines für die kommende Woche bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt vereinbarten Termins werde man allerdings "nochmals Einsicht in das genannte Schreiben nehmen, auf diese Einsicht unsere weiteren rechtlichen Schritte stützen und soweit möglich entsprechende Dokumente vorlegen".

Laut "Süddeutscher Zeitung" habe der entsprechende Vermerk den Sinn gehabt, den wahren Zweck der Zahlung der ominösen 6,7 Millionen Euro an den Weltverband Fifa zu verschleiern. Metz glaubt, die Zeitung sei "einem sehr fragwürdigen Informanten aufgesessen". Zwanziger und sein Anwalt behalten sich weitere rechtliche Schritte vor.

Metz beharrt darauf, dass "mein Mandant bereits seit Langem darauf hingewiesen hat, dass er erst nach der Überweisung vom tatsächlichen Verwendungszweck der angewiesenen Gelder (Provision) erfahren hat".

Nach Angaben der Zeitung wird Zwanziger dagegen durch die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Auftrag gegebenen Ermittlungen der Wirtschaftskanzlei Freshfields schwer belastet. Ein DFB-Insider habe demnach der Zeitung gesagt, an dem vom ehemaligen DFB-Vize-Generalsekretär Stefan Hans beschriebenen "Hockreck der Verschleierung" habe Zwanziger "maßgeblich geturnt".

aha/sid

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insgesamt 16 Beiträge
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1.
Seraphan 30.01.2016
Ich bin mal gespannt. Der Zwanziger war mir schon immer suspekt und scheinheilig. Das Taktieren und Lamentieren ist eher typisch für jemanden, der Dreck am Stecken hat. Wenn ihm etwas nachgewiesen hat, soll er ein paar Jahre extra für die Verarschung der Öffentlichkeit bekommen.
2. Unschuldig, logisch!
realist4 30.01.2016
Wer Zwanzigers Werdegang beim DFB anschaut, dem bleiben nur zwei Schlussfolgerungen: Entweder ist er bis zum Hals in die Sache verwickelt, oder er war der unfähigste Präsident, welchen der DFB je hatte. Jahrelange Tätigkeiten in den höchsten Gremien vor und nach der WM lassen keinen anderen Schluss zu.
3. Zwanziger
nummer50 30.01.2016
Für mich die zweifelhafteste Figur beim DFB. Angeblich von nichts gewusst und Zahlungsanweisungen unterschrieben und nachher den großen Aufklärer geben.
4. Schweigen ist silber
volkerrachow 30.01.2016
Reden ist gold. Der alte Fuchs Theo. Was hat er in den ersten Wochen gegen die Anderen geredet. Er konnte oder wollte gar nicht aufhören. Wobei ihm zu seiner Person, seinen Ämtern und seiner Verantwortung gar nichts einfiel. Und jetzt haben sie ihn selbst am Arsch. Da schweigt er, der feine und ehrliche Theo. Theo der Fuchs, nicht so schlau, aber er stinkt so.
5. es würde mich nicht wundern
DerBlicker 30.01.2016
Mir war von Anfang an klar , dass Herr Zwanziger hier nur seinen Kopf retten will, indem er möglichst viele ex DFB Kollegen mit Dreck bewirft. Herr Zwanziger war von 2001 bis 2004 Schatzmeister beim DFB, er wusste also über jede finanzielle Tranaktion bescheid, und ab 2004 war er geschäftsführender Präsident des DFB, er war also für alle Geschäfte des DFB verantwortlich. Und da will und soll er von den 6,7 Mio nichts gewusst haben, aber alle anderen wie Herr Niersbach sollen es gewusst haben? Sorry Herr Zwanziger, das habe ich Ihnen nie geglaubt. Ich hatte übrigens lange Zeit Hochachtung vor Ihrem Engagement gegen Rassismus und Homophobie im Fußball, aber Ihr Verhalten in Bezug auf die WM 2006 und gegenüber Herrn Niersbach ist schlicht nicht erklärbar.
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