DFB-Sieg gegen Italien Müller bereut seine Ehrlichkeit

Wegen seiner "Larifari"-Aussagen nach der Niederlage gegen England geriet Thomas Müller in die Kritik. Künftig will der Nationalspieler lieber ausweichende Antworten geben.

Thomas Müller
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Thomas Müller


Thomas Müller hat seine Offenheit nach der Niederlage gegen England bereut: "Ich habe mal wieder feststellen müssen, dass man mit der Wahrheit in Deutschland nicht so weit kommt", sagte der Fußballnationalspieler nach dem 4:1-Sieg gegen Italien: "In Zukunft werde ich mich wieder zurückhalten, mir eine kleine Notlüge ausdenken, dann läuft es vielleicht besser für mich in den nächsten zwei Tagen."

Nach der 2:3-Niederlage gegen England am vergangenen Samstag hatte Müller zugegeben, dass der Mannschaft - "typisch Testspiel" - die nötige Einstellung gefehlt habe. "Man ertappt sich dabei, dass man den letzten Schritt nicht aggressiv genug macht", sagte der 26-Jährige.

Die Aussage brachte ihm Lob, mehrheitlich aber Kritik ein. Gegen Italien zeigte Müller hingegen eine herausragende Leistung und machte zwei Torvorlagen.

Thomas Schneider, der Assistenztrainer der Nationalmannschaft, hatte Müller für seine Äußerungen bereits in Schutz genommen. "Es ehrt ihn sehr, dass er da ehrlich ist. Das sollte nicht so sein, ist aber ein Stück weit menschlich", sagte er.

elo/sid



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Don_Draper 30.03.2016
1. Müller spricht
doch nur aus, was alle wissen. Deshalb gucke ich Freundschaftsspiele auch nicht, weil es um nichts geht. Und das genau sagen doch auch die Trainer, wenn verloren wird, kommt häufig die Aussage: "Wir haben neue Spieler getestet" oder "wir haben ein neues System getestet" usw. Also weiß doch jeder, es geht um nichts und wenn es nicht um was geht, dass ist wie überall, dann fährt man nicht Vollgas. Aber Müller hat recht, lieber irgendwelchen Blödsinn vor sich hin brabbeln und seine Ruhe haben.
eisfuchs 30.03.2016
2.
Ich finde Niederlagen auch nicht schlimm in Freundschaftsspielen. Vor allem neue Spieler sollen da doich auch zeigen können, was sie können und auch tatsächlich neue Systeme müssen mal getestet werden. Das muss man nicht unbedingt mit dem aggressiven Ernst tun, den man während einer Meisterschaft zum Weiterkommen aber braucht.
Bernd S 30.03.2016
3. Jeder weiß es, aber keiner darf es sagen
Ja, die offizielle, politisch korrekte Schreibweise: In jedem Spiel muss man 100% geben, in wichtigen Spielen dann 120%. Das dass völliger Blödsinn ist, ist wohl jedem klar. Wenn ich einmal weiß, dass ich 120% leisten kann, dann sind anschließend 100% nur noch 83%... Aber wenn man das dann ehrlich formuliert und ein Spieler sagt: In jedem Spiel gebe ich 83% und in einem wichtigen Spiel dann alles (100%), dann kriegt er eins auf die Rübe. Ein Hoch auf Thomas Müller.
karl-heinz.schoon 30.03.2016
4. Sag die Wahrheit
Lieber Thomas sag ruhig die Wahrheit wem willst du noch was beweisen nach dem Bomber der Nation bist du eh der beste Stürmer Deutschlands vielleicht sogar mehr. Ich danke Dir für Deine Ehrlichkeit sollte sich unsere Regierung eine Scheibe von abschneiden dann gäbe es auch keine AFD.
zieglerm 30.03.2016
5. Ganz im Gegenteil
Natürlich geben in den Testspielen hauptsächlich die Spieler, die sich beweisen müssen, Vollgas. Die Stammspieler haben weniger Druck und oft auch viel mehr Spiele in den Knochen. Aber gerade weil die Taktik nicht am Limit durchgehalten wird, sind die Spiele oft viel interessanter und ansehnlicher als das 0815 Gekicke bei den Pflichtspielen, bei denen es um das Weiterkommen geht. Die Spiele gegen England und Italien haben das beide unterstrichen.
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