Thomas Müller zu Özil "Von Rassismus im Sport und in der Nationalmannschaft kann keine Rede sein"

Nach DFB-Kapitän Manuel Neuer hat sich auch Thomas Müller zum Fall Mesut Özil geäußert. Er sieht eine "heuchlerische Diskussion", die "von den Medien mitgetragen wird".

Thomas Müller in Rottach-Egern
PHILIPP GUELLAND/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Thomas Müller in Rottach-Egern


Nachdem sich bereits Nationalmannschaftskapitän Manuel Neuer nach langem Schweigen zum Rücktritt von Mesut Özil aus der DFB-Elf geäußert hatte, hat nun auch Thomas Müller zum ersten Mal zu dem Thema Stellung bezogen.

Im Rahmen einer Presserunde beim Trainingslager des FC Bayern München in Rottach-Egern sagte der 94-malige Nationalspieler, dass "die Protagonisten keine glückliche Rolle gespielt haben, egal ob auf Seiten des Verbands oder die Spieler selbst".

Das Thema sei "aufgebauscht"

Müller beklagte "eine heuchlerische Diskussion, die auch von den Medien mitgetragen wird." Der DFB habe "nichts gewollt, außer dass Ruhe einkehrt", doch es sei "immer wieder nachgefragt und nachgebohrt" und das Thema dadurch "aufgebauscht" worden.

"Für uns Spieler war das Thema nie so stark, wie es gemacht wurde. Wir sollten die Diskussion endlich beenden. Von Rassismus im Sport und in der Nationalmannschaft kann keine Rede sein."

Mesut Özil hatte seinen Rücktritt auch mit rassistischen Anfeindungen begründet. Den Vorwurf, dass es auch innerhalb der DFB-Elf zu solchen gekommen sei, hatte er nicht erhoben.

"Die Spieler müssen mehr dienen"

Für den geplanten Neustart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft muss sich nach Ansicht von Müller auch die Herangehensweise im Team ändern. "Für uns Spieler gilt auf alle Fälle, dass wir ein bisschen mehr dahin zurückkehren müssen, ein bisschen mehr zu dienen, zu funktionieren", sagte der 28-Jährige.

Der deutsche Fußball dürfe sich nach dem WM-Debakel nicht mit "Randerscheinungen" beschäftigen. "Wir brauchen einen klaren Gedanken, wie wir die Zukunft angehen wollen, und dem müssen wir unerbittlich folgen. Wir müssen den Plan verfolgen und zu hundert Prozent auf das Sportliche fokussiert sein", sagte Müller.

Ratschläge an die sportliche Führung der Nationalmannschaft nach dem erstmaligen WM-Vorrunden-Aus wollte der Offensivspieler nicht geben. "Das ist nicht das Richtige, dass die Spieler groß ihre Philosophie auf den Markt werfen. Ich glaube, es ist eine ganz entscheidende Gruppe um das Trainerteam gerade fleißig drauf und dran, die WM und die Art und Weise des gesamten deutschen Fußballs auf den Kopf zu stellen und zu analysieren", sagte Müller.

Im Video: Deutschtürken über die Özil-Debatte

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mfu/dpa



insgesamt 125 Beiträge
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Seite 1
KuGen 03.08.2018
1. Aufgeblasenes Medienbohei
Recht hat er, der Müller.
Le_Urmel 03.08.2018
2. Kein Rassismus im Sport
Herr Müller muss dann aber eine selektive Wahrnehmung verfügen und die Affenlaute in vielen Stadien einfach ausblenden......
o.k. 03.08.2018
3. Das kann ja nicht wahr sein,
zuerst das große Schweigen aus der Nationalelf zum Thema Özil, und jetzt solch hanebüchen unpolitische Quaksalbereien von Müller und Neuer. Die Nationalelf hat kein Mensch des Rassismus' verdächtigt, aber jetzt schwant mir so langsam, was das Problem ist: eine völlig weltfremde Athmosphäre in der Nationalelf selber. Waren das nicht mal Freunde? Und dann geht Özil und die Nationalelf bleibt stumm, und wenn, dann kommen entsetzliche Belanglosigkeiten an die Öffentlichkeit. Vielleicht ist der Leistungssport in Deutschland wirklich in die Jahre gekommen?!
Das dazu 03.08.2018
4. Er hat ihn auch nicht erfahren
sondern andere, allen voran "Deutsch-Türken"
Epsola 03.08.2018
5.
Na dann, die Boateng-Nachbar-Einlassung hat es nie gegeben, es gibt keine rechtsextremen Fan-Blöcke, der DFB-Präsident hat sich nicht abfällig gegenüber Multikulturalismusund, niemand Özil fremdenfeindlich angegangen und überhaupt wurde Özil exakt genauso behandelt wie jeder andere auch. Danke Herr Müller, jetzt wissen wir, dass es sich um eine kollektive Wahnvorstellung handeln muss.
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