Ex-Dortmund-Coach Tuchel wird Trainer von Paris Saint-Germain

Lange wurde spekuliert, jetzt ist es offiziell: Thomas Tuchel übernimmt den Trainerposten bei Paris Saint-Germain. Die Erwartungen an den ehemaligen BVB-Coach sind groß.

Thomas Tuchel
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Thomas Tuchel wird Nachfolger von Unai Emery beim französischen Spitzenteam Paris Saint-Germain. Das teilte der Klub mit. Der 44-Jährige erhält einen Vertrag über zwei Jahre.

"Ich kann es kaum erwarten, mit der Arbeit mit diesen großartigen Spielern, die zu den besten der Welt gehören, zu beginnen", sagte Tuchel. Paris habe ein "enormes Potenzial" und sei die "aufregendste Aufgabe im Fußball". Er gehe die Arbeit an der Seine mit "großer Freude, Stolz und großen Ambitionen" an.

Damit enden monatelange Spekulationen um den seit vergangenem Sommer vereinslosen Trainer. Ende März hatte Tuchel noch dem FC Bayern München abgesagt. Er hatte dem Deutschen Meister mitgeteilt, dass er "bei einem anderen Top-Klub im Ausland im Wort" stehe. Seither wurde Tuchels Name mit fast jedem europäischen Top-Klub auf Trainersuche in Verbindung gebracht.

Im Sommer 2017 hatte sich Borussia Dortmund nach dem Pokalsieg von Tuchel getrennt. Ein Grund waren Spannungen zwischen dem ehemaligen Coach und Klub-Boss Hans-Joachim Watzke.

Emery scheiterte an den hohen Erwartungen

Der Weggang von Emery, der PSG von Laurent Blanc übernommen hatte und dessen Vertrag nach zwei Jahren im Amt ausläuft, war spätestens nach dem enttäuschenden Aus der Pariser im Achtelfinale der Champions League gegen Titelverteidiger Real Madrid sehr wahrscheinlich. Nach Ansicht der Klub-Führung hatte es im Laufe der vergangenen zwei Jahre zu viele Misserfolge gegeben.

In seinem ersten Amtsjahr etwa verpasste Emery, der zuvor mit dem FC Sevilla immerhin dreimal in Folge die Europa League gewonnen hatte, in der Ligue 1 den Titel - nachdem PSG zuvor viermal hintereinander die Meisterschaft gewonnen hatte. Schlimmer noch: In der Königsklasse war bereits im Frühjahr 2017 das Achtelfinale Endstation. Tuchel weiß also, welch hohe Erwartungen in ihn gesetzt werden.

Neymar bleibt "zu 2000 Prozent"

Beim französischen Double-Gewinner wird Tuchel nicht nur auf die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Kevin Trapp treffen. Der Trainer wird dort wohl auch mit Superstar Neymar arbeiten, von dessen Verbleib Klub-Präsident Nasser Al-Khelaifi überzeugt ist. "Ich bin zu 2000 Prozent sicher, dass Neymar bleibt", sagte er der französischen Nachrichtenagentur AFP. Der Brasilianer war zuletzt mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht worden. Demnach habe Neymar keine Lust mehr, bei Paris zu bleiben.

Neymar (r.) und Dani Alves mit der Ligue 1-Trophäe
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Neymar (r.) und Dani Alves mit der Ligue 1-Trophäe

Neymar war erst im vergangenen Sommer für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona in die französische Hauptstadt gewechselt. Ende Februar hatte sich der 26-Jährige im Ligaspiel gegen Olympique Marseille (3:0) einen Haarriss im rechten Fußgelenk zugezogen und wurde daraufhin operiert. Sein WM-Einsatz für Brasilien scheint im Gegensatz zu dem seines Vereins- und Nationalmannschaftskollegen Dani Alves nicht gefährdet zu sein.

sak



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wutbürger2010 14.05.2018
1. Also doch
Was wurde der Tuchel niedergemacht. "Keine Klasse" oder "Der wird nie Trainer einer europäischen Spitzenmannschaft". Jetzt also doch: Paris Saint-Germain. Mein Kompliment, Herr Tuchel. Sie sind kein einfacher Mensch, aber ein feiner Kerl und ein super Trainer. Alles Gute mit Ihrer neuen Mannschaft.
gersois 14.05.2018
2.
Ob er das schafft? In Dortmund war er bei der Vereinsführung angeeckt , in Paris wird es sicher noch schwieriger - mit Vereinsführung und den "Superstars".
meresi 14.05.2018
3. Sprachen lernen...
spätestens, als vor 1 Jahr ruchbar wurde, dass Herr Tuchel konsequent am erlernen der französischen Sprache arbeitet, war mir klar wohin die Reise gehen wird. Denn, nur für einen 3 wöchigen Sommerurlaub an die cote d'azur, bzw. French Riviera, ist es nicht notwendig diese Sprache fließend zu beherrschen. Somit erfüllt sich ein Traum des Herrn Tuchels einen echten Topclub zu führen. Seine Chancen erfolgreich zu sein sind schwer zu bewerten. Hat er mit der selben Intesität an seinem eigenen Persönlichkeitsprofil gearbeitet wie an der Sprache, sprich: wird er in der Lage sein mit echten, zum Teil zickigen Stars umgehen zu können? Wir werden sehen. Als Trainer gehört er sicher zu den Besten 12 in Europa, was er aber noch beweisen muss mit einer Mannschaft in der Größen wie Zlatan, Neymar, Cavani, di Maria usw das Runde in das Eckige beförderten.
f_eu 14.05.2018
4.
Ja, dazu muss man nicht viel sagen. Sie bekommen einen guten Trainer.
hileute 14.05.2018
5. bin mal gespannt,
wie er sich da schlägt, ich gehe aber nicht davon aus daß er diese ganzen Möchtegernstars unter Kontrolle kriegt sondern es da eher übertreiben wird, wird also n kurzes Vergnügen werden. immerhin sind wir ihn in Deutschland los, das ist das beste an der Sache
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