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Tickethändler-Ring bei der WM: Polizei hält Fifa-Funktionär für Drahtzieher

Karte für WM-Spiel Spanien gegen Chile: 1000 Euro auf dem Schwarzmarkt Zur Großansicht
AP/dpa

Karte für WM-Spiel Spanien gegen Chile: 1000 Euro auf dem Schwarzmarkt

Ein Fifa-Funktionär soll der brasilianischen Polizei zufolge WM-Tickets im Wert von mehreren Millionen Dollar auf den Schwarzmarkt geschleust haben. Zudem gebe es im Skandal um den illegalen Kartenhändler-Ring einen Mittelsmann bei der Ticketagentur des Weltverbandes.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Im Skandal um einen Ring illegaler Tickethändler bei der Fußball-WM in Brasilien hat die Polizei einen Fifa-Funktionär als Drahtzieher ausgemacht. Außerdem könnten die nationalen Fußballverbände von Brasilien, Argentinien und Spanien in den Schwarzmarkthandel verwickelt sein, sagte der Polizei-Sprecher Fabio Barucke.

Barucke sagte, "jemand von der Fifa" sowie ein "Mittelsmann von Match Hospitality", der Fifa-Ticketagentur, hätten Karten im Wert von mehreren Millionen Dollar auf den Schwarzmarkt geschleust. Der verdächtige Fifa-Funktionär, dessen Name nicht genannt wurde, wohne vermutlich im "Copacabana Palace". In dem Luxushotel in Rio de Janeiro sind während der WM ranghohe Fifa-Vertreter untergebracht.

Am Mittwoch hatten die brasilianischen Behörden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem am Vortag elf Verdächtige festgenommen worden waren. Die organisierte Gruppe habe durchschnittlich tausend Eintrittskarten pro WM-Spiel angeboten und dafür jeweils einen Mindestpreis von tausend Euro verlangt.

Barucke sagte, zunächst sei die Polizei davon ausgegangen, dass ein Algerier der Kopf der Schwarzhändler gewesen sei. "Aber nach seiner Festnahme haben wir festgestellt, dass es jemanden von der Fifa mit einem Mittelsmann von Match Hospitality über ihm gab." Die Behörden wollen "auch das letzte Glied in der Kette identifizieren". Es gebe Hinweise, dass mindestens ein Fifa-Funktionär Tickets an Match Hospitality verschoben habe.

Nach Angaben der Tageszeitung "O'Dia" soll das gleiche Betrugssystem schon bei den vorherigen vier Fußball-Weltmeisterschaften zum Einsatz gekommen sein, also auch 2006 in Deutschland. Insgesamt hätten die Kriminellen so rund 70 Millionen Euro pro Turnier kassiert.

Fifa-Sprecherin Delia Fischer sagte, der Verband warte vor einer Stellungnahme weitere Informationen der brasilianischen Behörden ab.

max/AFP

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insgesamt 5 Beiträge
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1. ist doch klar
katzschi1987 04.07.2014
wie sollen denn sonnst richtige Karten auf den Schwarzmarkt kommen. Das ist doch eine offene Wahrheit und in und bei allen Großveranstaltungen ''Gang und Gebe''. Der Schwarzmarkt belebt das Geschäft.
2. yoooh
geotie 04.07.2014
Nun, das Leben als Funktionär ist so hart, da mussss man einfach solche Einnahmequellen aufmachen.
3. Wen
fccopper 04.07.2014
wundert es eigentlich, dass mit den Tickets mal wieder Schindluder getrieben wird? Das eigene Portmonnaie ist doch am nächsten.
4. Verstehe ich nicht...
troubadixx 04.07.2014
Wer ist denn eigentlich der Geschädigte bei diesem "Betrug"?
5. Freie Auswahl
singliketroubardix 04.07.2014
Zitat von troubadixxWer ist denn eigentlich der Geschädigte bei diesem "Betrug"?
Die StA werden wohl Betrug zu lasten mehrerer prüfen. - zu Lasten der Fifa, die ggf. um ihre Beteiligung am Erlös gebracht wurde - zu Lasten der Käufer, die ggf. überhöhte Preise zahlen mussten - zu Lasten der Käufer, falls die Tickets nicht akzeptiert werden oder auf die Käufer Forderungen zukommen. - usw. Da gibt es viele Optionen - je nach Gesetzeslage. Die obigen Punkte richten sich nach dem deutschen StGB. Wie es in Brasilien gehandhabt wird oder ob es nach Schweizer Recht beurteilt wird ... man wird sehen.
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