Trotz Abstieg Wir bleiben treu!

Abstieg? Uns doch egal. Die Kölner Leistungsträger Jonas Hector und Timo Horn werden auch in der 2. Liga für ihren Verein spielen. Es sind nicht die ersten, die einen solchen Schritt tun.

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Wer sich zu dieser Stadt bekennt, der hat die Liebe der Kölner auf ewig gewonnen. Das war immer schon so in dieser Stadt, die so viel auf ihr Selbstverständnis hält wie wenige andere in Deutschland. Lokalpatriotismus ist ein Kölner Wort, und allein deswegen haben Nationalspieler Jonas Hector und Torwart Timo Horn dieser Tage wohl vieles richtig gemacht.

Beide Leistungsträger des So-gut-wie-Absteigers 1. FC Köln haben betont, in jedem Fall auch in der kommenden Spielzeit im Verein zu bleiben. Hector verlängerte seinen Vertrag mit der Begründung, ein Abschied habe sich "nicht richtig angefühlt", Horn zog am Donnerstag nach mit dem Satz: "Der FC ist mein Verein, in Köln bin ich zu Hause." Genau das Richtige für das Kölner Sentiment: "Für et Hätz un jäjen dr Kopp."

Wie einst Poldi

Seitdem fliegen den beiden im Rheinland (und nicht nur dort) die Herzen zu. Und alles erinnert sich an den fußballerischen Hausgott der Stadt, Lukas Podolski, der einst ebenfalls als Nationalspieler für den FC in der Zweitklassigkeit spielte und dem Klub mit seinen Toren zum Wiederaufstieg verhalf.

Dass Stars und Helden auch im Abstiegsfall weiter für ihren angestammten Klub spielten, ist allerdings keine Kölner Exklusivität. Und es hat nicht nur etwas mit Herz, sondern auch mit dem Karriereplan zu tun. Schon mehrfach traten hochdekorierte Spieler den Gang in die Unterklassigkeit an - mit dem Vorsatz, den Abstieg als Betriebsunfall schnell vergessen zu machen und nach einem Jahr in der 2. Liga wieder als strahlende Aufsteiger zurück zu sein. Als Hertha BSC 2012 abstieg, blieb sogar fast die ganze Mannschaft zusammen, nahm sich ein jahr Bundesliga-Auszeit und kehrte schnell zurück.

Und auch im Ausland gab es prominente Fälle von Absteigern: Gigi Buffon und Alessandro del Piero gingen mit Juventus Turin nach dem Zwangsabstieg in die Niederungen, ebenso in allerdings noch jungen Jahren die Milan-Ikone Franco Baresi. Die Gallery der Vereinstreuen sehen Sie hier:

aha



insgesamt 15 Beiträge
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aurichter 26.04.2018
1. Wie zu vermuten war
bleibt Timo Horn auch, da fehlt jetzt noch der eine oder andere Name wie Risse, Bittencourt, Heinz usw dann könnte es mit dem direkten Aufstieg wirklich gehen. Ich finde das gut und am Hungertuch werden die Jungs auch nicht nagen.
Crom 26.04.2018
2. @1
Im Gegenteil, will man für die Zeit nach der Karriere vorsorgen, muss man irgendwie im Verein auf einer anderen Position unterkommen, z.B. als Trainer in der Jugend etc. und derartige Angebote macht man vornehmlich den Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren und einen gewissen Legendenstatus haben. Dem sind Horn und Hector zumindest in Köln jetzt näher gekommen.
schattengott 26.04.2018
3.
Weltfremd ist nur Ihr Kommentar. Ich glaube Sie haben keine Vorstellung was Herr Horn und Herr Hector verdienen. Das dürfte sich aktuell um die 3 Millionen pro Jahr bewegen. Demnach muss man sich keine Sorgen machen, dass die Jungs sich am Ende oder gar jetzt in der Mitte der Karriere noch um die finanzielle Zukunft und ein Verdingen als "normaler Arbeitnehmer" Sorge machen müssen. Ich finde es daher sympathisch und keineswegs dumm, dass man aus Treue und Dankbarkeit zum Verein, der dieses Leben ohne materielle Sorgen erst ermöglicht hat, auch mal eine Saison 2.Liga spielt.
dex81 26.04.2018
4.
Beide sind bereits Millionäre. Bei Hector wurde das Gehalt anscheinend auch auf über 3 Millionen im Jahr angehoben. Er Studiert auch nebenbei. Vielleicht ist er auch schon fertig? Bei Horn weiß ich es nicht genau. Er ist allerdings auch erst 24 Jahre alt und ein guter Torwart. Wenn man nicht allzu verschwenderisch lebt und sein Geld gut anlegt, dann muss man bei solchen Gehältern nicht mehr arbeiten.!
mc.meyerman 26.04.2018
5.
Bei einem mittleren Jahresgehalt von 500.000 bis 1.000.000 EUR über 10 Jahre kann man wohl ausreichend Rücklagen bilden, um auch ohne weitere Einnahmen ein überdurchschnittliches Restleben zu führen. Ein Jahr zweite Liga lässt sich da sicher gut verknausern. Ich finde es sehr ermunternd, dass die Jungs nicht nur den Euros hinterher gieren, sondern auch Aspekte wie Umfeld, Kameradschaft, Freundschaft etc. in ihre Entscheidung einfließen lassen. Unsere Gesellschaft sollte sich daran ein Beispiel nehmen, dann wird das Miteinander vielleicht wieder sozialer statt immer egoistischer
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