Fairplay beim Stand von 1:1 Werner gibt Ballberührung zu, Schiedsrichter nimmt Ecke für Leipzig in der Nachspielzeit zurück

Timo Werner wird wohl auf ewig mit seiner Schwalbe gegen Schalke verbunden sein. Doch im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf fiel er mit einer Fairplay-Aktion auf. Und, ja, auch mit einer Schwalbe.

Timo Werner
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Timo Werner


RB Leipzigs Angreifer Timo Werner hat in der Bundesliga-Partie am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf eine Fairplay-Aktion gezeigt. In der dritten Minute der Nachspielzeit - beim Stand von 1:1 - hatte Schiedsrichter Marco Fritz eigentlich auf Eckball für die Leipziger entschieden, doch Werner gab gegenüber dem Referee zu, den Ball noch berührt zu haben.

Das Ergebnis: Fritz änderte seine Entscheidung und gab Abstoß für Fortuna Düsseldorf. RB hatte danach keine Großchance mehr zum Ausgleich, denn wenige Minuten später war die Partie zu Ende, es blieb beim Unentschieden. Leipzig steht durch das Remis auf dem 14. Tabellenplatz. Fortuna Düsseldorf ist Zwölfter.

Einen Haken hat die Aktion von Werner jedoch: Nachdem er den Ball selbst ins Aus gespielt hatte und die Eckball-Entscheidung des Schiedsrichters mitbekam, schnappte er sich den Ball und lief zur Ecke - er wollte schnell ausführen. Erst auf Nachfrage von Schiedsrichter Fritz gab Werner zu, den Ball noch berührt zu haben.

"Ich habe aus dieser Sache gelernt"

Werner hatte in der Saison 2016/2017 mit einer Schwalbe den Unmut nicht nur der Schalker, sondern auch vieler Fans anderer Bundesliga-Klubs auf sich gezogen. Im Dezember 2016 war er im Strafraum umgefallen, ohne berührt worden zu sein. Der Schiedsrichter entschied damals zu Unrecht auf Strafstoß - und Werner verwandelte sicher. RB siegte am Ende 2:1.

Der Hass, der ihm danach entgegenschlug, ließ Werner sogar professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Der RB-Teampsychologe habe ihm damals geholfen, hatte Werner dem "Focus" verraten. "Ich muss das jetzt wegstecken und hoffe, dass die Zeit alle Wunden heilt. Eines kann ich sagen: Ich habe aus dieser Sache gelernt, und ich werde gestärkt da rausgehen", hatte Werner dem "Kicker" gesagt.

Allerdings sammelte Werner in der Partie gegen Düsseldorf nicht nur Fairplay-Punkte: Kurz vor der Halbzeit war er in einem eigentlich harmlosen Zweikampf mit Düsseldorfs Matthias Zimmermann allzu leicht zu Boden gegangen. Auch das wurde von den Fans registriert.

bka



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
immerfroh 02.09.2018
1.
Eine wahre Heldentat von Werner. Darauf ein RedBull.
corentin 02.09.2018
2. Alles muss korrekt sein.
Selbst wenn Herr Werner etwas richtig macht, wird betont, dass jedoch 45 min zuvor etwas nicht ganz korrekt war. Bitte eine Liste des Bundesligaspieltags anhängen mit allen Namen der Spieler, die sich höchstwahrscheinlich nicht ganz korrekt verhalten haben und vielleicht zu leicht oder theatralisch gefallen sind. Das muss schon sein für eine ausgewogene Berichterstattung. Denke, sie wird lang. Aber ist doch machbar und wäre mal dem Spieler gegenüber fair, nicht nur ihn an den Pranger zu stellen.
volker_morales 02.09.2018
3. Eine kleine Schwalbe
ist eher Routine in der BuLi. Wenn aber jemand den entscheidender Elfer per grober Schwalbe erschwindelt, gibt's halt ordentlich auf die Fresse. Vor allem, wenn man auch noch für RedBull spielt. Immerhin hat er diesmal zumindest nicht aktiv gelogen. Das ist auf jeden Fall eine Fortschritt. Man stelle sich vor, RB hätte wieder mit Hilfe der erschwindelten Ecke den entscheidenden Treffer erzielt. Werner hätte sich wundern dürfen, wenn er anschließend als das Charakterschwein der BuLi abgestempelt worden wäre...
dachhase 03.09.2018
4. Diesen Künstler
einfach Mal nach England ausleihen. Und vorher Mal mit Jürgen Klinsmann telefonieren lassen. Wenn ich mich richtig erinnere, haben den die Tottenham (?) Fans damals als eigenen Spieler so lange ausgepfiffen, bis er stehen blieb.
troy_mcclure 03.09.2018
5.
Schlimm genug, dass etwas Selbstverständliches (Zugeben, dass man zuletzt den Ball berührt hat) als Fairplay gefeiert wird. Es ärgert mich jedes Mal, dass fast immer bei einem Zweikampf, wenn der Ball ins Tor- oder Seitenaus geht, beide beteiligten Spieler reflexartig anzeigen, dass nicht sie sondern der Gegner zuletzt den Ball berührt hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.