Reaktionen auf Tod von Vilanova "Ich werde Tito niemals vergessen"

"Er war ein großer, mutiger Mann": Der Tod des früheren Barcelona-Trainers Tito Vilanova hat Trauer und Bestürzung ausgelöst. Spieler und Weggefährten würdigen in ersten Reaktionen den Mann, der im Alter von 45 Jahren verstarb.


Hamburg - Der FC Barcelona ehrt seinen verstorbenen Ex-Trainer Tito Vilanova. Die Barça-Spieler kamen am Samstagvormittag in das Stadion Camp Nou, um Abschied zu nehmen.

Gemeinsam mit dem Trainer-Team und Funktionären des FC Barcelona versammelten sich die Profis vor einem großen Bild Vilanovas. Danach bildete sich eine Schlange von Barça-Fans, die sich ebenfalls von Vilanova verabschieden wollten. "Tito in alle Ewigkeit" stand auf einem Plakat vor dem Tribüneneingang.

Barcelona-Star Lionel Messi hatte zuvor auf Facebook geschrieben: "Ich werde Tito niemals vergessen. Für immer mit dir. All meine Liebe gilt seiner Familie." Der frühere Barça-Verteidiger Éric Abidal, der selbst eine schwere Krebserkrankung hinter sich hat, schrieb: "Wegen allem, was wir zusammen durchgemacht haben, werde ich immer an dich denken, mein Freund." Barcelonas Mittelfeldspieler Andrés Iniesta twitterte: "Du warst und wirst ein Vorbild bleiben. Stolz, Teil deines Lebens gewesen zu sein."

Der FC Bayern München wird in Erinnerung an Vilanova beim Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mit Trauerflor auflaufen. Zudem werde vor der Partie eine Gedenkminute für den früheren Trainer des FC Barcelona eingelegt, teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister mit. Vor seiner Zeit als Chefcoach bei den Katalanen war er Co-Trainer von Josep Guardiola, der inzwischen beim FC Bayern arbeitet.

Die Münchner hätten "mit Bestürzung und tiefer Trauer" vom Tod Vilanovas erfahren, teilte der Club mit. "Wir haben ihn als großen Trainer und wunderbaren Mensch kennen und schätzen gelernt", schrieben die Bayern in der auch in Katalanisch veröffentlichten Erklärung.

Vilanova war am Freitag im Alter von 45 Jahren gestorben. Zweieinhalb Jahre hatte er gegen ein Krebsleiden an der Ohrspeicheldrüse gekämpft.

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Ehemaliger Barça-Trainer Vilanova: Kampf gegen den Krebs verloren
Die Erkrankung wurde im November 2011 entdeckt, Vilanova war zu jener Zeit Assistent von Guardiola. Inmitten einer Behandlung und mehrerer Operationen übernahm er im Sommer 2012 den Posten als verantwortlicher Trainer. Obwohl er im Winter wegen einer Nachbehandlung mit sechswöchiger Röntgen- und Chemotherapie lange nach New York musste, führte er Barcelona 2013 zum Ligatitel - und stellte dabei den 100-Punkte-Rekord von Real Madrid ein. "Das Duo Guardiola-Vilanova wird unvergessen bleiben", schrieb die Onlineausgabe von "El País".

Im Juli 2013 hatte Vilanova den Barça-Spielern seinen Abschied mitgeteilt. Dabei soll es Tränen gegeben haben. Francesc, so sein bürgerlicher Vorname, war bei Spielern und Verantwortlichen sehr beliebt. Nicht nur, weil er an der Seite von Josep Guardiola 14 Titel holte.

Der frühere Mittelfeldmann, der als Profi nur wenige Spiele in der ersten Liga absolvieren durfte, wurde auch als Mensch hochgeschätzt. Wegen seines tadellosen Verhaltens wurde er "Marqués" (Markgraf) gerufen. "Vilanova war ein ehrbarer, umsichtiger und mutiger Marqués", würdigte ihn die Onlinezeitung "Sport.es". "Tito war nicht nur im Fußball, sondern auch im Leben ein großer, ein mutiger Mann", lobte der Chef der spanischen Sportbehörde CSJ Miguel Cardenal.

Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur efe: "Das ist ein großer Verlust. Ein guter Mensch ist von uns gegangen." Uefa-Präsident Michel Platini würdigte den Verstorbenen als "großen Menschen" und "fantastischen Trainer". Fifa-Präsident Sepp Blatter twitterte: "Die Nachricht macht mich traurig. Mein Mitgefühl gilt der Familie von Tito Vilanova."

Auch Vilanovas früherer sportlicher Rivale meldete sich zu Wort: "Ein trauriger Tag, mein tiefstes Beileid", wurde der frühere Real-Madrid-Coach José Mourinho von seinem Club FC Chelsea zitiert.

cte/tim/dpa/AP

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insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
risc 26.04.2014
1. Warum?
"FC Bayern München wird in Erinnerung an Vilanova beim Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) mit Trauerflor auflaufen. Zudem werde vor der Partie eine Gedenkminute für den früheren Trainer des FC Barcelona eingelegt, teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister mit." So traurig das auch ist, warum der FC Bayern?
_gimli_ 26.04.2014
2.
[QUOTE=risc;15515039So traurig das auch ist, warum der FC Bayern?[/QUOTE] Weil Vilanova einer der ganz Großen war und (hoffentlich) andere Vereine es den Bayern gleichtun werden. Das nennt sich Respekt zeigen.
risc 26.04.2014
3. Wenn man
also den FC Barcelona trainiert hat, ist man automatisch ein ganz Großer. Lächerlich.
spmc-125536125024537 26.04.2014
4. Warum?
Weil es zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona eine engen Verbundenheit gibt. Gerd Müller hat Messi ein signiertes Trikot geschickt, als Messi seinen Torrekord (Tore pro Saison) brach. Einfach mal die Klappe halten, die Meldung ist traurig genug
hermes69 26.04.2014
5. Lächerlich ist hier rein garnix
Zitat von riscalso den FC Barcelona trainiert hat, ist man automatisch ein ganz Großer. Lächerlich.
Außer Ihrer Aussage vllt. Schauen Sie sich den Werdegang des Mannes an, dann verstehen sie es vllt.
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