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25. Februar 2013, 18:32 Uhr

Tödlicher Stadion-Vorfall

17-Jähriger gesteht Abfeuern von Leuchtrakete

Der Tod eines 14-jährigen Fans bei einem Copa-Libertadores-Spiel in Bolivien schockiert die Fußballwelt. Nun hat ein Anhänger von Corinthians die Tat gestanden. Er hatte beim Spiel seines Clubs gegen San José eine Leuchtrakete abgefeuert, die den Jungen tödlich im Auge traf.

Hamburg - Ein 17-jähriger Brasilianer hat die Verantwortung für den tragischen Tod eines 14 Jahre alten Jungen beim Copa-Libertadores-Spiel zwischen dem bolivianischen Club San Jose und Corinthians übernommen. Die Leuchtrakete, die den Jungen im Auge getroffen hatte, sei versehentlich abgeschossen worden, sagte der Corinthians-Anhänger in einem Interview mit dem brasilianischen TV-Sender TV Globo.

"Ich fühle mich wie der schlechteste Mensch auf der Welt. Ich weiß nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Es tut mir sehr leid", sagte der Jugendliche, der offenbar noch am Montag dem Jugendgericht vorgeführt werden soll. In Bolivien befinden sich derzeit noch zwölf Corinthians-Hooligans in Haft, die zunächst verdächtigt worden waren, die Tat begangen zu haben.

Wie der südamerikanische Fußballverband Conmebol mitteilte, muss Corinthians wegen des tragischen Vorfalls alle seine Copa-Heimspiele vor leeren Rängen austragen. Bei Auswärtspartien dürfen die Gegner von São Paulo den Fans des brasilianischen Spitzenclubs keine Tickets verkaufen.

Bis zu einem abschließenden Urteil des Disziplinarkomitees des Verbands betreffen die Entscheidungen zunächst nur die laufende Saison des wichtigsten Vereinswettbewerbs im südamerikanischen Fußball. Corinthians, Verein des früheren Bundesligaspielers Paolo Guerrero, hat angekündigt, Einspruch gegen die Strafmaßnahmen einzulegen.

mib/dpa

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