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Torjäger als Torwart: Fifa durchkreuzt Nordkoreas WM-Trickserei

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Zum ersten Mal seit 1966 ist Nordkorea wieder bei einer Fußball-WM dabei - dafür heckte der Nationaltrainer des kommunistischen Landes einen verwegenen Plan aus: Er nominierte einen Stürmer als Torwart und wollte so mal eben die Fifa austricksen. Doch der Weltverband spielte nicht mit.

WM-Teilnehmer Nordkorea: Schlauer, als die Fifa erlaubt Fotos
AP

Hamburg - Kaum etwas ist bekannt über die Nationalmannschaft Nordkoreas, sie ist eine Armee der Namenlosen - zumindest in den Ohren europäischer Fußballfans. Nam Song Chol? Pak Chol Jin? Mun In Guk? Bitte, wer? Keiner der 23 nominierten Spieler steht bei einem internationalen Top-Club unter Vertrag.

Einer von ihnen könnte es dennoch bereits vor dem ersten WM-Spiel zu Ruhm bringen - wenn auch auf äußerst unglückliche Weise: Kim Myong Won, 27, Stürmer in Diensten des Staatsclubs Amrokgang. Er wird aufgrund einer Nominierungspanne voraussichtlich keine einzige Sekunde in Südafrika spielen dürfen.

Denn zu Kims Leidwesen hatte sein Trainer Kim Jong Hun - oder dessen Vorgesetzter, so genau weiß man das nicht - eine ganz besonders ausgefallene Idee: Er nominierte Stürmer Kim als Torwart. Auf diese Weise hatte das Team eine zusätzliche Offensivkraft im Kader und gleichzeitig die Vorlage der Fifa erfüllt, derzufolge in jedem WM-Aufgebot mindestens drei Torhüter stehen müssen.

"Nordkoreas listiger Plan ist fehlgeschlagen"

"Die nordkoreanischen Teamoffiziellen dachten anscheinend, sie seien listig, Kim als Torwart zu nominieren und ihn dann beim Turnier als Feldspieler einzusetzen", kommentierte der amerikanische Sender ESPN hämisch.

Auch die Fifa vermutete diese Absicht und machte den Nordkoreanern nun einen Strich durch die Rechnung: "Die drei als Torhüter nominierten Spieler dürfen während der Weltmeisterschaft nur als Torhüter eingesetzt werden, nicht als Feldspieler", heißt es in einem Statement des Weltverbands: "Kim Myong Won wird nicht als Feldspieler spielen dürfen, wenn er als Torwart gemeldet ist."

Zudem betonte die Fifa, dass nur im Falle einer schweren Verletzung noch ein Spieler bis 24 Stunden vor der ersten Partie nachnominiert werden dürfte. Damit steht fest: Nordkorea geht lediglich mit zwei hauptamtlichen Torhütern ins Turnier. Die britische BBC schreibt: "Nordkoreas listiger Plan ist fehlgeschlagen."

Harte Gegner: Brasilien, Portugal und die Elfenbeinküste

Zwar soll Kim laut ESPN in seinem Club schon einmal im Notfall als Torwart ausgeholfen haben. Doch normalerweise ist er Stürmer. Auf dieser Position kam er auch in der WM-Qualifikation zum Einsatz, in drei Partien wurde er eingewechselt. Insgesamt soll der 27-Jährige bislang neun Länderspiele absolviert haben. Doch diese Zahlen sind nicht belegt, selbst die Fifa kann keine offiziellen Daten nennen.

Denn das nordkoreanische Nationalteam ist ebenso abgeschottet wie das international isolierte kommunistische Regime in Pjöngjang. Zum ersten Mal seit 1966 nimmt das Land wieder an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil. So passt der mutmaßliche Nominierungstrick letztlich nur ins Bild der geheimnis-umrankten Mannschaft aus Ostasien.

Ob der Plan die Chancen auf den Achtelfinal-Einzug überhaupt erhöht hätte, ist ohnehin zweifelhaft: In der Vorrundengruppe G trifft Nordkorea auf Brasilien, Portugal und die Elfenbeinküste.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
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1. Na und?
meinefresse 03.06.2010
Vielleicht haben sie nur 2 brauchbare und MÜSSEN einen Feldspieler als dritten Torwart nominieren?
2. ...
Dirk Ahlbrecht, 03.06.2010
Zitat von sysopZum ersten Mal seit 1966 ist Nordkorea wieder bei einer Fußball-WM dabei - dafür heckte der Nationaltrainer des kommunistischen Landes einen verwegenen Plan aus: Er nominierte einen Stürmer als Torwart und wollte so mal eben die Fifa austricksen. Doch der Weltverband spielte nicht mit. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,698559,00.html
Na, da sei dem Weltverband gedankt. Hätte man unsere nordkoreanischen Freund hier erst einmal gewähren lassen, dann wäre die nächste Maßnahme wohl `nen Minenfeld nebst Stacheldraht rund um den 16er gewesen... Wobei: Schade, daß die Jungs nicht ins Endspiel kommen. Sonst hätten wir uns dort über Onkel Puck in schlammfarbener Hemdjacke freuen können... "Lieber Führer, welchen Ratschlag geben Sie Ihrem Team für das Endspiel mit auf den Weg?" "Sieg oder Arbeitslager!" (Frei nach van Gaal) "Danke, keine weiteren Fragen..."
3. Meine Fresse...
chocochip, 03.06.2010
Zitat von sysopZum ersten Mal seit 1966 ist Nordkorea wieder bei einer Fußball-WM dabei - dafür heckte der Nationaltrainer des kommunistischen Landes einen verwegenen Plan aus: Er nominierte einen Stürmer als Torwart und wollte so mal eben die Fifa austricksen. Doch der Weltverband spielte nicht mit. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,698559,00.html
Demnächst verbietet die FIFA den Torwarten ihren Torraum zu verlassen und so wie Lehmann selber Tore zu schießen als zeitweilige Stürme.
4. .
atomkraftwerk, 03.06.2010
Alles nur Vorurteile hier. Vielleicht war es ja nur eine normale Verwechslung wie sie jedem paqssieren kann. Vielleicht sind ja auch die Namen sehr aehnlich und es gab deshalb Missverstaendnisse. Vielleicht ist er ja ausgebildeter Stuermer und hat dennoch gute Torwartqualitaeten und soll deshalb im Tor stehen.... Aber ist doch allen egal. Auf Nordkorea kann man ja rumhacken, passt so schoen zum Mainstream, immer der dumpfen Masse nachplappern, schoen bequem. Ich freue mich jedenfalls fuer die, dass sie es wieder geschafft haben dabei zu sein.
5. .
black wolf, 03.06.2010
Wozu brauchen die 'nen extra Stürmer? Angeblich übt ja sowohl der verstorbene Vater als auch der Sohn des amtierenden Führers übernatürliche Fähigkeiten aus. Ganz schön armselige Magie haben die da am laufen, wenn's nicht mal für'n Fussballspiel reicht. Wahrscheinlich schickt Nordkorea mit dem WM-Kader die letzten Bürger, die noch genug zu essen haben und Staatstreu genug sind nicht abzuhauen (mal sehen). Wird Zeit, dass diese irren Hochstapler endlich weggepustet werden. Ich hol schon mal Luft.
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DFB-Kader WM 2010
Tor: Hans Jörg Butt (Bayern München), Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)

Verteidigung: Dennis Aogo (Hamburger SV), Holger Badstuber (Bayern München), Jérôme Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (VfL Wolfsburg), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart)

Mittelfeld: Sami Khedira (VfB Stuttgart), Toni Kroos (Bayer Leverkusen), Marko Marin (Werder Bremen), Mesut Özil (Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Angriff: Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gómez (Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Miroslav Klose (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln)
Fußball-WM in Südafrika
Bafana Bafana
Die Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 statt. Gastgeber ist Südafrika - mit dem Nationalteam Bafana Bafana. Die wichtigsten Infos zur WM...
Klima
Die WM fällt in den südafrikanischen Winter. In Johannesburg und Pretoria ist es im Winter (Juli und August) aufgrund der Höhenlage von knapp 1400 bis 1750 Metern sonnig und trocken, im Schnitt um die zehn Grad, selten über 18 Grad, Nachtfrost.
Durban am Indischen Ozean hat subtropisches und damit auch im Juni warmes Klima, im Schnitt um die 17 Grad.
In Kapstadt an der Tafelbucht des Atlantischen Ozeans herrschen im Schnitt Temperaturen um die 13 Grad, am Abend unter zehn Grad Celsius. Im Juni und Juli sind hier die Niederschlagsraten im Jahresverlauf am höchsten.
Anreise und Einreise, Nahverkehr
Täglich Nonstop-Flüge von South African Airways, Lufthansa und weiteren Gesellschaften zu Johannesburgs Airport OR Tambo. EU-Bürger erhalten am Airport kostenlos ein drei Monate gültiges Touristenvisum.
Der öffentliche Nahverkehr in Johannesburg ist noch kaum vorhanden. Besucher sind in der Regel auf Mietwagen oder Taxis angewiesen.
Ticketverkauf
Für die Südafrika-WM sind Pauschalreisen erhältlich, bei denen neben Anreise, Hotels und Ausflügen auch Stadiontickets enthalten sind. In Deutschland sind Dertour in Frankfurt am Main, Passion Southafrica in Darmstadt, Thomas Cook Sport in London und Vietentours in Meerbusch die Veranstalterpartner der Fifa.
Austragungsorte, Stadion
Johannesburg, Soccer City
Durban, Moses-Mabhida-Stadion
Kapstadt, African Renaissance Stadium/Green-Point-Stadion
Johannesburg, Ellis-Park-Stadion
Tshwane/Pretoria, Loftus-Versfeld-Stadion
Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth, Nelson-Mandela-Bay-Stadion
Nelspruit, Mbombela-Stadion
Mangaung/Bloemfontein, Free-State-Stadion
Polokwane, Peter-Mokaba-Stadion
Rustenburg, Royal-Bafokeng-Stadion
Information
South African Tourism
Friedensstraße 6
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069/929 12 90
Internet: www.southafrica.net
de.fifa.com/worldcup/index.html
Sicherheitstipps der südafrikanischen Polizei
Reisende sollten die Sicherheitstipps der Polizei ernst nehmen, vor allem in Johannesburg, Durban, Kapstadt und anderen großen Städten:

Fluggepäck mit Schlössern sichern und auf dem Airport nicht unbeaufsichtigt lassen.

Schmuck nicht zur Schau stellen. Handys nicht auf offener Straße, sondern nur im Hotel, an Tankstellen oder in Gaststätten verwenden.

Bei Dunkelheit auf längere Spaziergänge verzichten. Hotels geben Auskunft über Gegenden, die gemieden oder nur in geführten Gruppen aufgesucht werden sollten.

Pässe und Wertgegenstände im Hotelsafe aufbewahren, Kopien von Pässen und Kreditkarten mitbringen. Möglichst wenig Bargeld einstecken - fast überall kann mit Kreditkarte bezahlt werden. Geld und Karten in verschließbaren Kleidungstaschen sichern.

Nur lizensierte Taxis benutzen.

Autofahren: Türen stets verriegeln, immer ein Handy dabeihaben und vorher die Notrufnummern einspeichern. Polizei: 112 oder 082/911, AA-Pannendienst: 0800/10101. Die Route gut studieren. Mobile Navigationsgeräte mit Südafrika-Software sind nützlich. Keine Anhalter mitnehmen. Unfallszenen können Fallen sein. Nicht halten, per Handy Polizei rufen. Tankstellen an Fernstraßen sind bewacht.
Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts
Das Auswärtige Amt in Berlin empfiehlt Touristen, vor allem in den Großstädten und ihren Randgebieten vorsichtig zu sein. Die Zentren von Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt sollten nach Geschäftsschluss ebenso gemieden werden wie Fahrten mit Vorortzügen. Township-Besuche seien nur in Gruppen mit ortskundigem Führer ratsam. Bei Überfällen sei es besser, keinen Widerstand zu leisten. Ausführliche Ratschläge gibt das Ministerium online.


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