Toter Fußballfan Spaniens Politik will Ultras verbannen

Spanien steht nach dem gewaltsamen Tod eines Fußballfans unter Schock. Die Regierung kündigte ein hartes Vorgehen an. Ultras sollen im Stadion keinen Platz mehr haben.

Trauer-Plakat für toten Fan: Strenges Vorgehen gegen Randalierer
AFP

Trauer-Plakat für toten Fan: Strenges Vorgehen gegen Randalierer


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Die spanische Regierung will nach dem Tod eines Fußballfans künftig mit aller Strenge gegen randalierende Anhänger vorgehen. Man wolle unter anderem die Ultras aus den Stadien verbannen, sagte der Präsident der obersten Sportbehörde CSD, Miguel Cárdenal, nach einem Krisentreffen der Anti-Gewalt-Kommission des Innenministeriums.

Vor dem Ligaspiel zwischen Meister Atlético Madrid und Deportivo La Coruña (2:0) war es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund 200 Ultras gingen in der Nähe des Atlético-Stadions mit Stöcken, Messern und Flaschen aufeinander los. Ein Deportivo-Fan wurde dabei in den Fluss Manzanares geworfen, der Madrid durchfließt. Der 43-Jährige erlitt einen Herz- und Atemstillstand und eine Gehirnerschütterung. Er starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Das Vorgehen gegen gewalttätige Fans werde man am Donnerstag bei einem Treffen mit Vertretern der Liga und des RFEF-Verbandes besprechen und beschließen, sagte Cárdenal. "Wir wollen diese Personen völlig aus dem Fußball entfernen. Für sie gibt es keinen Platz, weder in den Stadien noch außerhalb", sagte er.

Die Ausschreitungen lösten nicht nur in Spanien Erschütterung aus. "Heute ist einer der traurigsten Tage in der Geschichte des spanischen Fußballs", sagte Deportivo-Trainer Víctor Fernández. Die Gewalt im Fußball kostete in Spanien nach amtlichen Angaben seit 1982 elf Menschen das Leben.

buc/dpa



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insgesamt 26 Beiträge
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lucwieck 01.12.2014
1. Unverständlich und Unvermeidbar
Man erkennt die ersten Formen von Repression schon bei uns und unter UEFA erst recht. In dem modernen Kommerzsport ist für eine undurchsichtige und für Außenstehende unverständliche Gruppe keinen Platz. Mit Kritik an vielen Themen und Anspruch auf Mitbestimmung der Ultras kommen die Vorstände der Unternehmen (So nenne ich die Fußballvereine jetzt demonstrativ) nicht klar und verbannen sie aus dem Stadion. Die Medien ziehen mit - Pyrotechnik ist da ein gefundenes Fressen, leider auch im Spiegel. Einmal ganz beiläufig erwähnt: vor ca. 30 Jahren war Pyro in deutschen Stadien sogar erwünscht. Aber zurück zum Thema - Egal wie viele schlechte Dinge von den Ultras kommen mögen: ich halte jegliche Unterdrückung durch Verein, Verbund, Polizei und sogar Staat für Dumm und Naiv. Die Ultras bringen Farbe in die Stadien und engagieren sich für wichtige Themen und unterstützen nicht nur ihren Verein mit allem was sie haben. Freiheit für Ultras und für mehr Verständnis der Fankultur! Gegen Kommerz und Repression! Grüße aus Hamburch, pt?
jelan97 01.12.2014
2. Fussball lebt durch Fans
Was viele nicht wahr haben wollen ist die Tatsache, das fans den Fussball erst lebendig machen . Manche argumentieren das Hooligans keine fans sind . Das stimmt auch , im Anbetracht aktueller Ereignisse (HogeSa) ist eine Distanzierung wichtig . Aber Hooligans mit Ultras gleichzusetzen ist falsch . Ultras gehören ins Stadion , Hooligans nicht . Was sieht man den immer im Kurzfilmchen der vor der "Sportschau" im Ersten gespielt wird? Hüpfende,Singende und Stehende Fans die Fahnen schwenken und Choreos gestalten. Sowas passiert sicherlich nicht in den Luxuslogen. Das ist Fussball und seine Kultur. Wer daraus ein Spielball der Wirtschaft kreieren will, soll sich bei Reitsport oder Golf einfinden . Football is for you and me , not for fucking Industry.
frietz 01.12.2014
3.
Zitat von lucwieckMan erkennt die ersten Formen von Repression schon bei uns und unter UEFA erst recht. In dem modernen Kommerzsport ist für eine undurchsichtige und für Außenstehende unverständliche Gruppe keinen Platz. Mit Kritik an vielen Themen und Anspruch auf Mitbestimmung der Ultras kommen die Vorstände der Unternehmen (So nenne ich die Fußballvereine jetzt demonstrativ) nicht klar und verbannen sie aus dem Stadion. Die Medien ziehen mit - Pyrotechnik ist da ein gefundenes Fressen, leider auch im Spiegel. Einmal ganz beiläufig erwähnt: vor ca. 30 Jahren war Pyro in deutschen Stadien sogar erwünscht. Aber zurück zum Thema - Egal wie viele schlechte Dinge von den Ultras kommen mögen: ich halte jegliche Unterdrückung durch Verein, Verbund, Polizei und sogar Staat für Dumm und Naiv. Die Ultras bringen Farbe in die Stadien und engagieren sich für wichtige Themen und unterstützen nicht nur ihren Verein mit allem was sie haben. Freiheit für Ultras und für mehr Verständnis der Fankultur! Gegen Kommerz und Repression! Grüße aus Hamburch, pt?
Ich verzichte sehr gern auf Farbe in den Stadien, wenn dies zu Lasten/auf Kosten von Verletzten und gar Menschenleben geht. Ultras sind nicht gleich Fankultur. Niemand braucht Ultras! Außer sie selbst. Irgendeine Daseinsberechtigung brauchen diese Flachpfeifen anscheinend.
Bundeskanzler20XX 01.12.2014
4. Der Kreis schließt sich
Aha, wenn die Ultras nicht mehr kommen, verschwindet also die "Fankultur" und die Stimmung im Stadion?! Komisch, aber in anderen Sportarten ist auch Stimmung. Besonders lustig ist das Murren gegen den Kommerz, denn wenn sie was dagegen haben, beim Handball, Basketball oder Hockey usw. ist der Medienhype nicht so groß und die Karten günstig. Außerdem gibt es da ja keine Stimmung weil es keine Ultras gibt, also auf liebe Ultraanhänger dort werdet ihr gebraucht! Ach, dann werdet ihr vergessen... na macht doch nichts, vermissen wird euch auf lange Sicht auch niemand. Das mit der Stimmung werden ganz schnell andere übernehmen bis auch die irgendwann meinen, ohne sie läuft nichts...und der Kreis schließt sich.
Robert_Rostock 01.12.2014
5.
Zitat von lucwieckMan erkennt die ersten Formen von Repression schon bei uns und unter UEFA erst recht. In dem modernen Kommerzsport ist für eine undurchsichtige und für Außenstehende unverständliche Gruppe keinen Platz. Mit Kritik an vielen Themen und Anspruch auf Mitbestimmung der Ultras kommen die Vorstände der Unternehmen (So nenne ich die Fußballvereine jetzt demonstrativ) nicht klar und verbannen sie aus dem Stadion. Die Medien ziehen mit - Pyrotechnik ist da ein gefundenes Fressen, leider auch im Spiegel. Einmal ganz beiläufig erwähnt: vor ca. 30 Jahren war Pyro in deutschen Stadien sogar erwünscht. Aber zurück zum Thema - Egal wie viele schlechte Dinge von den Ultras kommen mögen: ich halte jegliche Unterdrückung durch Verein, Verbund, Polizei und sogar Staat für Dumm und Naiv. Die Ultras bringen Farbe in die Stadien und engagieren sich für wichtige Themen und unterstützen nicht nur ihren Verein mit allem was sie haben. Freiheit für Ultras und für mehr Verständnis der Fankultur! Gegen Kommerz und Repression! Grüße aus Hamburch, pt?
Genau. Die tollen Choreos, das neunzigminütige Endlosschleifensingen eines dreizeiligen Liedes, das ununterborchene Fähnchenschwenken sollten uns schon ein paar Tote wert sein.
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