Hamburg - Nach der Beurlaubung von Trainer Armin Veh hat der Hamburger SV dessen Co-Trainer Michael Oenning offiziell als Nachfolger präsentiert. Vorerst wird Oenning das Team bis zum Sommer hauptverantwortlich betreuen. "Er hat einen laufenden Vertrag bis 2012, den er im letzten Sommer unterschrieben hat. Im Zuge dieses Vertrages übernimmt er zunächst bis Saisonende die Aufgaben als Cheftrainer", ließ der HSV mitteilen.
Zuvor war Verwirrung um Oennings Zukunft als Cheftrainer entstanden. Der neue HSV-Coach sagte, sein neuer Vertrag als hauptverantwortlicher Coach gelte bis 2012. Der Bundesligist könne die Suche nach einem neuen Trainer einstellen, sagte der 45-Jährige. "Ob er das tun wird, weiß ich nicht. Meine Zukunft wird davon abhängen, ob wir in der Lage sind, Ergebnisse zu schaffen, ich bin ja nicht blauäugig."
Dem Vernehmen nach soll der derzeit noch beim FC Chelsea unter Vertrag stehende neue Sportchef Frank Arnesen einen neuen Trainer zum Saisonauftakt am 1. Juli mitbringen. Namen wie Michael Laudrup (RCD Mallorca), Stale Solbakken (FC Kopenhagen) und Ralf Rangnick werden gehandelt. Auch der vor dem Abgang stehende Schalke-Trainer Felix Magath ist schon genannt worden.
Um die Trainerfrage kurzfristig zu klären, hatte der Vereinsvorsitzende Bernd Hoffmann seinen Skiurlaub in Österreich abgebrochen und war vorzeitig nach Hamburg zurückgekehrt. Ob Hoffmann, dessen Vertrag vor acht Tagen durch den Aufsichtsrat ebensowenig verlängert wurde wie der seiner Stellvertreterin Katja Kraus, die Beförderung von Oenning mit dem designierten Sportdirektor Frank Arnesen abgesprochen hatte, wurde am Montag nicht bekannt.
Rost wohl weiter im Tor
Klar ist hingegen, dass Oenning weiter auf Frank Rost setzt. "Für mich steht er im Tor. Im sportlichen Bereich ist der Fall geklärt. Es gibt aber noch die vereinspolitische Ebene", sagte Oenning mit Blick auf die Heimpartie am Samstag gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Der Torwart hatte den Vorstand des Vereins am Samstag nach der 0:6-Klatsche gegen Bayern München heftig kritisiert, besonders auf Hoffmann hatte es Rost dabei abgesehen
Reinhardt hatte zum Verhalten Rosts gesagt: "Es kann nicht sein, dass Frank in dieser kritischen Phase den Verein weiter beschädigt, zusätzlich Öl ins Feuer gießt." Doch die Not verbietet offenbar ernsthafte Sanktionen. Ersatztorhüter Jaroslav Drobny hat sich den Daumen gebrochen, Tom Mickel, der 21 Jahre alte dritte Mann, noch kein Bundesligaspiel absolviert.
Während Rost am Sonntag noch erklärte, "weshalb sollte ich meine Aussagen revidieren?", sagte Oenning, der Torhüter habe sein Vorpreschen bedauert und es als Fehler eingestuft. "Es steht ihm in keiner Weise zu, was er gesagt hat", so Oenning. "Der Fehler war, dass er überhaupt was gesagt hat." Rost distanziere sich allerdings nur von der Form, nicht aber vom Inhalt des Gesagten.
jar/dpa/sid
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fußball | RSS |
| alles zum Thema Fußball-Bundesliga | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH