Trainingsstart des BVB Dortmund sucht den Superstar

Als letzter Bundesligist startet Borussia Dortmund ins Training. Weil sich die Spielersuche schwierig gestaltet, steht der BVB vor der wohl anspruchsvollsten Saisonvorbereitung in der Klopp-Ära. Doch jetzt ist endlich ein neuer Star im Anflug.

  BVB-Sportdirektor Zorc (l.), Geschäftsführer Watzke, Trainer Klopp: Harte Suche
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BVB-Sportdirektor Zorc (l.), Geschäftsführer Watzke, Trainer Klopp: Harte Suche


Hamburg - Michael Zorc mag es gerne ganz genau. Ein Transfer sei erst dann ein Transfer, wenn alles unterschrieben sei. Für den Sportdirektor des Vizemeisters Borussia Dortmund waren die Meldungen vom Dienstagabend dennoch alles andere als problematisch, im Gegenteil: Die Berichte über den bevorstehenden Wechsel von Pierre-Emerick Aubameyang vom französischen Erstligisten AS St.-Etienne zum BVB hätten kaum zu einem besseren Zeitpunkt kommen können.

Pünktlich zum Trainingsauftakt des Bundesligisten, der am Mittwoch als letzter aller Erstliga-Clubs die Vorbereitung auf die neue Saison im österreichischen Kirchberg aufnahm, hatten das wochenlange Getöse über den vermeintlichen Transferstau beim BVB vorerst ein Ende. Da ließ auch der sonst so zurückhaltende Zorc bereitwillig seine Vorsicht fallen: "Ich würde die Schlagzeile, dass er im Anflug ist, nicht dementieren. Aber wir vermelden erst Vollzug, wenn alles perfekt ist."

Dortmund, das in den vergangenen Jahren stets sehr früh die Personalplanungen abgeschlossen hatte, kann positive Nachrichten vom Transfermarkt derzeit gut gebrauchen. Während manch ein Konkurrent seinen Kader für die kommende Spielzeit scheinbar mühelos verstärken konnte, hakte es in Dortmund. Der BVB wollte neben einem Ersatz für den zum FC Bayern München abgewanderten Superstar Mario Götze auch gerne in die Breite investieren. Das hatte unter anderem Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betont.

Aubameyang, für den rund 13 Millionen Euro fällig werden dürften, ist nach dem ehemaligen Bremer Sokratis (9,5 Millionen Euro) dennoch erst der zweite namhafte BVB-Neuzugang. Für die Götze-Position fehlt nach wie vor Ersatz. Wunschspieler Kevin de Bruyne muss beim FC Chelsea bleiben. Es gab Tage, da lobten BVB-Fans in Internet-Foren schon die Einkaufspolitik des Erzrivalen Schalke 04, der unter anderem mit Leon Goretzka (VfL Bochum) ein großes Talent verpflichtet hat.

"Wir werden weitere Spieler verpflichten"

Dortmund hat neben Felipe Santana (Schalke 04), Moritz Leitner (Leihe zum VfB Stuttgart), Leonardo Bittencourt (Hannover 96), Julian Koch (Mainz 05) und Daniel Ginczek (1. FC Nürnberg) vor allem in der zweiten Reihe ausgemistet. Als vermeintlicher Götze-Nachfolger wird in Dortmund nun Henrich Mchitarjan gehandelt. Für den Spielmacher vom einstigen Dortmunder Champions-League-Gegner Schachtjor Donezk soll der BVB laut ukrainischen Medienberichten 23 Millionen Euro geboten haben. Kommentare gibt es dazu aus Dortmund nicht. Nur dies: "Unabhängig von Aubameyang werden wir weitere Spieler verpflichten", sagte Zorc.

50 Millionen Euro, so hatte Watzke Anfang der Woche in der "Bild"-Zeitung gesagt, werde man insgesamt in neue Spieler investieren können. Der Champions-League-Finalist beklagte sich zuletzt über angeblich überzogene Forderungen der abgebenden Vereine. "Man darf sich nur nicht von zum Teil unsinnigen Gerüchten und anonymer Panikmache in Internetforen verrückt machen lassen", sagte Watzke.

Cheftrainer Jürgen Klopp wird im Trainingslager dennoch keinen einzigen neuen Profi begrüßen. Wie der an der Hüfte operierte Lukasz Piszczek und die Nationalspieler Robert Lewandowski, Jakub Blaszczykowski und Mitch Langerak hat auch Sokratis noch Urlaub. Ungeachtet des Trainingsstarts sieht Zorc bei der weiteren Spielersuche keinen Grund zur Eile: "Qualität geht vor Schnelligkeit."

Das Transferfenster schließt am 31. August, das erste Pflichtspiel im DFB-Pokal steht für den BVB bereits am 3. August beim SV Wilhelmshaven an. In der Liga geht es beim FC Augsburg (10./11. August) los. Kapitän Sebastian Kehl ist optimistisch: "Unser Team wird sicher nicht schlechter sein als letztes Jahr. Ich glaube sogar, dass wir besser werden."

chp/dpa/sid



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insgesamt 72 Beiträge
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Seite 1
Boesor 03.07.2013
1.
ich finde auch, das Schalke gute transfers getätigt hat. allerdings haben die diesbezüglich auch andere Voraussetzungen und Ansprüche gehabt. einen Götze müssen die nunmal nicht ersetzen.
zuckerpuppe 03.07.2013
2. Schöner Mist!
Ausgemistet haben sie also beim BVB? Wissen die Abnehmer schon, was sie sich da haben andrehen lassen?
sponner_hoch2 03.07.2013
3.
Zitat von sysopGetty ImagesAls letzter Bundesligist startet Borussia Dortmund ins Training. Weil sich die Spielersuche schwierig gestaltet, steht der BVB vor der wohl anspruchsvollsten Saisonvorbereitung in der Klopp-Ära. Doch jetzt ist endlich ein neuer Star im Anflug. http://www.spiegel.de/sport/fussball/trainingsstart-des-bvb-dortmund-sucht-weitere-neuzugaenge-a-909222.html
Das glaube ich kaum. Es war doch bis jetzt das Konzept von Klopp / dem BVB, *ein* Team auf dem Platz zu haben, und nicht einen Kult um einzelne "Superstars" aufzubauen. Warum sollten man das ändern? War schließlich die letzten Jahre erfolgreich.
ayee 03.07.2013
4. Gleich zwei Fehler
Zum einen sucht Dortmund keinen "Superstar", sondern junge, entwicklungsfähige Spieler, die ihr Können allerdings schon über mehrere Saisons gezeigt haben. Und zum anderen ist das mit Sicherheit nicht die "anspruchvollste Saisonvorbereitung der Klopp Ära". Natürlich steht man durch die Erfolge unter Druck, aber die Entwicklung einer ganzen Mannschaft über die letzten Jahre war sicher anspruchsvoller, als jetzt mit fast der selben, eingespielten Stammformation in die nächste Saison zu gehen, die diese Erfolge erreicht hat. Was andere Vereine machen, sieht bislang auch nicht schlecht aus, aber am Ende ist auf dem Rasen entscheidend. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Dortmund wieder unter den ersten beiden Plätzen zu finden ist. Wo Dortmund ist, müssen andere erstmal hin, nicht nur sportlich, sondern auch nachhaltig finanziell.
galbraith-leser 03.07.2013
5. Spieler sind kein Mist!
Die Wortwahl, wonach Dortmund in zweiter Reihe Spieler ausgemistet hätte, ist ja wohl mehr als unglücklich. Die Genannten sind alle gute Kicker, weshalb Leitner auch nur ausgeliehen und bei Bittencourt eine Rückkaufoption ausgehandelt wurde. Ein Augiasstall ist Dortmund keineswegs, nur sind die sportlichen Ansprüche in den letzten drei Jahren deutlich gewachsen. Mal sehen, ob Mchitarjan wirklich kommt. Klasse wäre es ja.
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