Transfer-Flops des FCB Mir san g'scheitert

2. Teil: Trainer, Torhüter und Abwehrspieler


TRAINER

Sören Lerby: Als Spieler war er beim FC Bayern unumstritten. Drei Jahre buhlte Manager Uli Hoeneß damals um die Dienste Lerbys, ehe der Däne 1983 endlich kam. In drei Spielzeiten absolvierte der Mittelfeldspieler 89 Bundesliga-Partien, in denen er 22 Tore erzielte. Fünf Jahre später kehrte Lerby als Trainer zurück – und scheiterte wie kein zweiter Coach in der Bundesliga-Geschichte des FCB. Am 9. Oktober 1991 trat er die Nachfolge des entlassenen Jupp Heynckes an, drei Tage später verlor sein Team 0:3 gegen Borussia Dortmund. 14 Spieltage später, nach insgesamt vier Siegen, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen, war Lerbys Intermezzo an der Isar vorbei. Die 0:4-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern am 7. März 1992 war sein letztes Spiel als Bayern-Verantwortlicher. Lerby musste erkennen, dass das Trainergeschäft nicht sein Metier ist. Seither tritt er als Spielervermittler auf, Lerby berät unter anderem Rafael van der Vaart vom Hamburger SV.

Otto Rehhagel: Kein Trainer hat in der Bundesliga-Geschichte häufiger auf der Bank gesessen als Otto Rehhagel (820 Spiele). Aber auch kaum ein Coach des FC Bayern hat in der Bundesliga-Historie weniger Partien erlebt (30). Zwei waren es, um genau zu sein: Reinhard Saftig hatte als Übergangslösung zwischen dem 17. Mai und 30. Juni 1982 bei drei Bundesliga-Spielen die Verantwortung, Sören Lerby stand in der Saison 1992/93 15 Mal an der Linie. Rehhagel kam 1995 von Werder Bremen, wo er 14 Jahre lang nahezu allein geherrscht hatte. Am 28. April wurde Otto Rehhagel drei Tage vor dem Final-Hinspiel im Uefa-Pokal gegen Girondins Bordeaux entlassen. Er äußerte sich später in der "Sport-Bild" mit den Worten: "Bei meiner Entlassung soll Klinsmann der entscheidende Mann gewesen sein und gesagt haben: 'Rehhagel muss weg.'"

TORHÜTER

Stefan Wessels: Er galt als eines der größten deutschen Torhüter-Talente, als er 1998 im Alter von 19 Jahren vom TuS Lingen zum FC Bayern wechselte. Stefan Wessels Pech war jedoch, dass just zu jener Zeit Oliver Kahn Stammkeeper an der Isar war und seine besten Jahre erst noch vor sich hatte. Sechsmal kam Wessels zwischen 1998 und 2003 in der Bundesliga zum Einsatz, gar zehnmal in der Champions-League.

Wann immer er Kahn vertrat, machte er seine Sache gut. Kahn war jedoch unantastbar. Nach fünf Jahren auf der Ersatzbank wechselte Wessels 2003 zum 1. FC Köln, vier Jahre später zum FC Everton in die Premier League. Weil er dort aber nur Ersatztorhüter war, versucht er sein Glück nun beim Zweitligisten VfL Osnabrück.

ABWEHRSPIELER

Markus Münch: Zwischen 1990 und 1994 hatte Münch 38 torlose Bundesliga-Spiele für den FCB absolviert. Berühmt wurde er jedoch im Trikot von Bayer Leverkusen am letzten Spieltag der Saison 1995/96. 0:1 lag der Werksclub gegen den 1. FC Kaiserslautern zurück, damit wäre er abgestiegen. Doch acht Minuten vor dem Ende erzielte Münch den 1:1-Endstand. Bayer blieb in Liga eins, Kaiserslautern stieg ab. Anschließend versuchte sich der blonde Verteidiger ein zweites Mal in München.

Sein zweites Gastspiel an der Isar von 1996 an war jedoch bereits nach nur anderthalb Jahren wieder beendet. Elf Einsätze ohne Torerfolg standen in der Statistik, ehe Münch nach der Hinrunde 1997/98 zum 1. FC Köln ging. Später lief er noch für den FC Genua, Besiktas Istanbul, Borussia Mönchengladbach und Panathinaikos Athen auf.

Tobias Rau: Er war die Entdeckung der Saison 2002/03. Eine starke Spielzeit beim VfL Wolfsburg und schon wurde er siebenmal in die Nationalmannschaft berufen. 2003 ging der Linksverteidiger zu den Bayern. Doch dort brachte er es in zwei Jahren bloß auf 13 Bundesliga-Einsätze, siebenmal kickte er im Regionalliga-Team. 2005 wechselte er zu Arminia Bielefeld. Auch dort sitzt er seither meist auf der Bank.

insgesamt 38 Beiträge
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fbaf 28.08.2008
1. del Haye, Deisler
Kalle del Haye (kam von Gladbach) fehlt mir in der Auflistung, oder ist das schon über 20 Jahre her? Und Deisler, zwar ein trauriges Kapitel, aber ich denke er ist auch an Bayern gescheitert.
Frau Wutz, 28.08.2008
2. del´Haye
Zitat von fbafKalle del Haye (kam von Gladbach) fehlt mir in der Auflistung, oder ist das schon über 20 Jahre her? Und Deisler, zwar ein trauriges Kapitel, aber ich denke er ist auch an Bayern gescheitert.
Ja, wie die Zeit verfliegt. Aber gerade del Haye ist DAS Beispiel eines Bayern-Opfers. http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Del%27Haye
foobar2305 28.08.2008
3. Tradition
Der FC Bayern hat doch schon eine lange Tradition darin, Nachwuchsspieler zu ruinieren. Dazu gehören auch Deisler, Görlitz und mittlerweile Podolski.
Foul Breitner 28.08.2008
4. El tren
Ein Name fehlt Adolfo Valencia
$200 off 28.08.2008
5. Ali Karimi
der war zwar ablösefrei, doch trotz allem der Fussballer des Jahres aus Asien und mit viel Erwartung auf Grund seiner hervorragenden Dribblings und erfolgreichen Karriere vorgestellt http://de.wikipedia.org/wiki/Ali_Karimi
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