Transfer-Reform: EU plant Fairplay-Gebühr für kleine Clubs

Titel? Gewinnen immer die gleichen Clubs. Transfers? Stemmen nur die Großen. Das Ungleichgewicht im Profifußball zwischen Arm und Reich ist mittlerweile eklatant - die EU-Kommission will das ändern. Ihr Plan: Stärkere Kontrolle der Berater und eine Fairplay-Gebühr auf Transfer-Unsummen.

Messi bei der Vertragsunterschrift: EU plant ReformenZur Großansicht
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Messi bei der Vertragsunterschrift: EU plant Reformen

Hamburg - Wie viel Millionen Euro sind die Leistungen von Lionel Messi wert? Wie viel die von Javier Martínez? Nach Ansicht einer Expertengruppe der Europäischen Union jedenfalls nicht die Unsummen, die seit einigen Jahren auf dem Fußball-Transfermarkt gefordert - und auch bezahlt - werden.

Gut 17 Jahre nachdem der belgische Profi Jean-Marc Bosman mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof erfolgreich war, könnte der Transfermarkt nun erneut grundlegend verändert werden: Die Europäische Kommission plant für das Transfersystem im Fußball und in anderen Profi-Sportarten Reformen.

So soll laut einer Mitteilung aus Brüssel zu einer Studie für die Expertengruppe "Good Governance in Sports" der EU eine Fairplay-Gebühr auf Transfersummen die finanzielle Balance zwischen reichen und weniger reichen Clubs verbessern. Das Papier ist bereits zwei Wochen alt, doch erst jetzt berichtete als erster der "Kicker" darüber.

Obergrenze für Ablösesummen soll festgelegt werden

Dabei soll ein noch nicht festgelegter Anteil des Betrags, um den eine Transfersumme einen ebenfalls noch zu bestimmenden Schwellenwert übersteigt, an kleinere Vereine fließen. In welcher Form die Umverteilung erfolgen soll und welche Clubs in welcher Höhe von der Fairplay-Gebühr profitieren könnten, ist noch offen.

Die EU-Experten sollen der Kommissionsmitteilung zufolge auf ihrer kommenden Sitzung im April außerdem weitere Maßnahmen unter anderem zur Eindämmung des Einflusses von Beratern und Agenten diskutieren.

Die Studie legt außerdem eine Obergrenze für festgeschriebene Ablösesummen nahe; sehr hohe Beträge, wie etwa die 250 Millionen Euro im Vertrag von Weltfußballer Messi beim FC Barcelona oder auch die 40 Millionen Euro, für die der deutsche Rekordmeister Bayern München vor Saisonbeginn den Spanier Martínez von Athletic Bilbao verpflichtete, sollen künftig nicht mehr vertraglich fixiert werden dürfen.

Die Details der künftigen Transferbestimmungen sollen die internationalen Dachverbände ausarbeiten. Im Fußball sind der Weltverband Fifa und die Europäische Fußball-Union Uefa am Prozess beteiligt. Beratungen der europäischen Sportminister über die Ergebnisse sind für Dezember vorgesehen.

luk/sid

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