Morosini-Trauerfeier: "Ciao Moro - Du hast für uns gekämpft"

Emotionaler Abschied: Im Stadion von Livorno haben etwa 8000 Fans Abschied von Piermario Morosini genommen. Der Fußballer hatte während eines Spiels einen Herzinfarkt erlitten und war kurze Zeit später gestorben. Nach der Obduktion gilt ein genetischer Fehler als wahrscheinlichste Todesursache.

Herzinfarkt auf dem Platz: Trauer um Morosini Fotos
AFP

Hamburg - 8000 Fans und die Mannschaft des AS Livorno Calcio haben mit einer bewegenden Trauerfeier Abschied von dem verstorbenen Fußballer Piermario Morosini genommen. Morosinis Sarg wurde unter anhaltendem Applaus ins Stadio Armando Picchi gefahren. Dort hatten sich neben der kompletten Mannschaft des AS Livorno auch frühere Teamkollegen des ehemaligen Jugend-Nationalspielers versammelt.

Livornos Bischof Simone Giusti segnete den Sarg. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hatte ein Blumengebinde geschickt. Die Fans zeigten Spruchbänder mit der Aufschrift: "Ciao Moro - Du hast für uns gekämpft." Am Donnerstag wird Morosini in seiner Heimatstadt Bergamo beigesetzt.

Livornos Bürgermeister Alessandro Cosimi kündigte an, einen Sektor des Stadio Armando Picchi nach Morosini zu benennen. Auch Bergamo wird ihm eine Fankurve des Stadions von Atalanta widmen. Morosini war am Samstag nach einem Herzstillstand während des Zweitligaspiels in Pescara im Alter von 25 Jahren verstorben.

Genetischer Fehler wohl die Todesursache

Unterdessen dauert die Klärung der genauen Todesursache an. Rechtsmediziner hatten nach einer sechsstündigen Obduktion einen Infarkt oder eine Arterienerweiterung ausgeschlossen. Damit gilt ein genetischer Fehler als wahrscheinlichste Todesursache. Die Staatsanwaltschaft hatte schon am Montag ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dies soll auch klären, ob die Rettungsmaßnahmen durch ein falsch geparktes Polizeiauto entscheidend beeinträchtigt wurden. Bislang geht man davon aus, dass dies keine Auswirkung auf die Überlebenschance gehabt habe.

Zu Morosinis Gedenken wird es in dieser Woche zudem vor allen Begegnungen in Italien eine Schweigeminute geben. Das kündigte Giancarlo Abete, Präsident des Fußballverbands FIGC, an. Zudem rief der Chef des italienischen Olympischen Komitees (Coni), Giovanni Petrucci, alle übrigen Verbände auf, vor Sportereignissen des verstorbenen Spielers zu gedenken.

leh/dpa/sid

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1.
M. Michaelis 17.04.2012
Merkwürdig häufig erleiden junge Fussballprofis einen plötzlichen Herztod. Noch merkwürdiger ist dass da nicht genauer nachgefragt wird.
2.
leser1801 17.04.2012
Zitat von M. MichaelisMerkwürdig häufig erleiden junge Fussballprofis einen plötzlichen Herztod. Noch merkwürdiger ist dass da nicht genauer nachgefragt wird.
Na ja, so einfach würde ich es nicht hinstellen. Gerade in dem Alter gibt es auch bei Nichtsportlern recht häufig, zumal bei Männern, den "plötzlichen Herztod". Das ist gar nicht so selten, wie man denkt und scheinbar schon genetisch geprägt, d.h. es hat nichts mit der Lebensweise oder irgendwelchen Drogen oder Doping zu tun. Im Sport kommen solche plötzlichen Tode auch nicht häufiger vor als bei Nichtprofisportlern. Ich weiß nicht, wie sie aus zwei plötzlichen Herztoten in verschiedenen Ländern eine Häufung ableiten im Vergleich zur nichtsporttriebenden Bevölkerung in diesen Ländern.
3.
tombik251 17.04.2012
Mir passiert das auch viel zu oft. Vermute unlautere medizinische MAßnahmen oder verstecktes Doping. Oder irgendwas in dieser Richtung. Auf jeden Fall nix Gutes.
4.
ManRai 18.04.2012
Genetisch bedingte Ursachen fuer den ploetzlichen Herzstillstand, Beispiele gibt es viele. Leider wird die Forschung auf diesem Gebiet nicht so stark unterstuetzt wie es sein sollte, auch vielleicht und gerade weil betroffene Sportler, die bis zum Tod symptomlos bleiben, aus dem Geschaeft Sport "aussortiert" werden koennten
5.
M. Michaelis 18.04.2012
Zitat von leser1801Na ja, so einfach würde ich es nicht hinstellen. Gerade in dem Alter gibt es auch bei Nichtsportlern recht häufig, zumal bei Männern, den "plötzlichen Herztod". Das ist gar nicht so selten, wie man denkt und scheinbar schon genetisch geprägt, d.h. es hat nichts mit der Lebensweise oder irgendwelchen Drogen oder Doping zu tun. Im Sport kommen solche plötzlichen Tode auch nicht häufiger vor als bei Nichtprofisportlern. Ich weiß nicht, wie sie aus zwei plötzlichen Herztoten in verschiedenen Ländern eine Häufung ableiten im Vergleich zur nichtsporttriebenden Bevölkerung in diesen Ländern.
Wie kommen sie denn darauf. Es gibt im übrigen eine Menge medizinsicher Gründe dafür dass Sportler eher solche Tode erleiden. Ein gewichtiger Grund ist das belasten des Herzmuskels bei bestehenden Infektionen und Entzündungen. Sportler sind nun einmal darauf konditioniert Warnsignale ihres Körpers zu ignorieren und die Sportmedizin ist Kriegsmedizin, d.h. darauf aus die Einsatzfähigkeit zu erhalten.
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