Kurzpässe: Trittin als Werder-Botschafter zurückgetreten

Grünen-Politiker Jürgen Trittin hat Bundesligist Werder Bremen für die Wahl seines Hauptsponsors kritisiert und ist als Umweltbotschafter des Clubs zurückgetreten. 150 gewaltbereite Karlsruher randalierten beim Drittligaspiel in Dortmund. Und: Die Arena des FC Bayern wächst.

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Grünen-Politiker Trittin: Rücktritt als Werder-Botschafter

Hamburg - Grünen-Politiker Jürgen Trittin hört als Umweltbotschafter beim Bundesligisten Werder Bremen auf. In einem offenen Brief an Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer begründete Trittin seine Entscheidung mit der Wahl des neuen Trikotsponsors Wiesenhof, einem Geflügelfabrikanten. "Lebenslang Werder - kein Tag Wiesenhof", schrieb der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag. "Ich fühle mich dem Verein sehr verbunden. Das gilt auch für die bisherigen Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit. Umso mehr bin ich enttäuscht, dass mit der Sponsorenentscheidung von dieser Linie abgewichen wurde. Wiesenhof kann kein Partner für einen umweltbewussten Verein sein", sagte Trittin.

Ohne die Verteidiger Felipe und Christian Pander geht Hannover 96 am Donnerstag in das Playoff-Rückspiel um den Einzug in die Europa League (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Linksverteidiger Pander soll gegen Slask Wroclaw nach Überlastungserscheinungen geschont werden, Felipe hatte sich im Bundesliga-Spiel gegen Schalke (2:2) den Fuß verstaucht und wird nicht rechtzeitig fit. Das Hinspiel in Polen hatte Hannover 5:3 gewonnen.

Beim Drittligaspiel des Karlsruher SC bei Borussia Dortmund II haben Gästefans am Dienstagabend randaliert. Rund 150 gewaltbereite KSC-Anhänger versuchten kurz vor der Partie, das Stadion zu stürmen. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray verhinderte die Polizei ein Aufeinandertreffen mit den BVB-Fans. Sieben Menschen wurden bei den Ausschreitungen verletzt, darunter eine Polizistin. Etwa 80 Randalierer wurden bis zum Ende des Spiels festgesetzt.

Die Karlsruher Verantwortlichen reagierten auf die Krawalle und bestellten Fanvertreter zur Aufklärung ein. Der Verein hatte bereits zu Beginn der Saison ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen müssen, weil es nach dem Zweitligaabstieg im Mai zu schweren Ausschreitungen gekommen war.

Die Arena des FC Bayern München wächst. Beim Heimdebüt in der Bundesliga am Sonntag gegen den VfB Stuttgart (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) werden erstmals 71.000 Zuschauer im Stadion Platz finden. Die entsprechenden Genehmigungen der Stadt lägen nun vor, teilten die Münchner mit. Durch den Einbau zusätzlicher Sitze im Oberrang steigt das Fassungsvermögen um rund 2000 Plätze. Internationalen Begegnungen können 68.000 Zuschauer beiwohnen.

Der italienische Meister Juventus Turin hat gegen die zehnmonatige Sperre für Trainer Antonio Conte Einspruch beim Schiedsgericht des nationalen Olympischen Komitees eingelegt. Der Coach war im Zuge des Wettskandals in den ersten beiden Instanzen verurteilt worden, weil er 2011 als damaliger Trainer des AC Siena Informationen über Manipulationen nicht an den Verband weitergeleitet haben soll. Conte beteuerte stets seine Unschuld.

Stürmer Jefferson Farfan ist ins Mannschaftstraining von Schalke 04 zurückgekehrt. Der Peruaner hatte im DFB-Pokal gegen Saarbrücken (5:0) und zum Bundesliga-Auftakt gegen Hannover (2:2) mit Beschwerden in der Kniekehle gefehlt. Neben Farfan ist auch Verteidiger Christoph Metzelder, der mit Leistenproblemen ausgesetzt hatte, wieder ins Training eingestiegen.

kem/sid/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Infront
widower+2 29.08.2012
Soweit ich weiß, hatte Werder Bremen die Rechte für die Trikotwerbung gegen eine bestimmte Summe an Infront abgetreten und jetzt kein Mitspracherecht mehr in Bezug auf den Trikotsponsor und konnte nicht einfach sagen: Nee, Wiesenhof wollen wir nicht! Dass diese Abtretung nicht klug war, sieht man jetzt. Dies ändert aber nichts daran, dass Werder sich seit Jahren für Werte wie Umweltschutz, Toleranz, Integration und Gewaltfreiheit einsetzt. Der jetzt entstandene Imageschaden ist sehr bedauerlich, aber nur teilweise von den Klaus Allofs und Co. zu verantworten.
2. Unpassender Sponsor
Diskutierender 29.08.2012
Wiesenhof ist nun mal auch wirklich völlig daneben für einen Verein wo mir nur "Was ist grün und stinkt nach Fisch" einfällt. NORDSEE oder Käpt'n IGLO wären doch wirklich passender gewesen.
3. Herr Trittin
malarasataponoto 29.08.2012
Mir fällt zu dem Mann immer nur ein Tritt ihn. Wer sein eigenes Land sowas von verleugnet und und jedem versucht, seine Ideologie aufzupropfen, den braucht niemand. Gar gar niemand.
4. .
frubi 29.08.2012
Zitat von sysopDPAGrünen-Politiker Jürgen Trittin hat Bundesligist Werder Bremen für die Wahl seines Hauptsponsors kritisiert und ist als Umweltbotschafter des Clubs zurückgetreten. 150 gewaltbereite Karlsruher randalierten beim Drittliga-Spiel in Dortmund, sieben Menschen wurden verletzt. Und: Die Arena des FC Bayern wächst. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,852749,00.html
Wäre es nicht vielleicht besser gewesen, wenn Trittin den Dialog mit Wiesenhof gesucht hätte? Auch ich konsumiere keine Wiesenhof Produkte mehr aber wenn die Firma ihre Mängel in Sachen Tierschutz ernsthaft beseitigen würde, könnte man Wiesenhof eine 2te Chance geben. So hat aber niemand gewonnen. Es ist aber nicht verwunderlich, dass ein Politiker derart handelt. So muss er nicht viel tun und bekommt dennoch eine Bühne in der Öffentlichkeit.
5.
danzmeester 29.08.2012
Weil Wiesenhof neuer Werder-Werbepartner geworden ist, bin ich auch als Mitglied aus dem Verein ausgetreten. Weil ich ein konsequenter Mensch bin, höre ich auch keinen NDR und kein Radio Bremen mehr, weil Wiesenhof dort auch Werbung macht. Ich höre überhaupt kein Radio mehr, weil ich festgestellt habe, dass auf anderen Sendern ebenfalls Werbung für Nahrungsmittel gemacht wird, die nicht ökologisch und nachhaltig hergestellt werden. Außerdem ist mir der Gedanke gekommen, dass der Hauptgrund für die Massentierhaltung nicht die Werbung, sondern die Nachfrage der Verbraucher nach billigem Fleisch ist. Und das am besten täglich. Daher spreche ich auch nicht mehr mit Menschen, die Hühnchenfleisch im Supermarkt kaufen. Oder Eier. Oder Schweinefleisch. Leider hat der Biobauer auf dem Wochenmarkt auch noch ein T-Shirt von KIK getragen, Kinderarbeit verurteile ich ebenfalls. Ich haue nicht nur auf Werder. Ich bin konsequent ...... ..... und sehr einsam. Sie auch, Herr Trittin? Bestimmt sehr schwierig als Politiker. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Ansprüche auch bei den Wählern einfordern. Kommt eigentlich jemand zu Ihren Wahlveranstaltungen? Sie lassen sich doch hoffentlich nicht von Bürgern wählen, die im Supermarkt Hühnerfleisch, Schweinefleisch oder Eier kaufen, oder? Darauf weisen Sie doch hin, oder? Oder nicht?
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