TV-Signal weg: ZDF zürnt wegen Stromausfall-Panne

Für gut sechs Minuten war es wie Radiohören: Ein schweres Gewitter mit Stromausfall in Wien hat weltweit für Bildstörungen beim EM-Spiel Deutschland-Türkei gesorgt. TV-Reporter Réthy hielt die deutschen Fans per Telefon auf dem Laufenden. Das ZDF zeigt sich verärgert - und will mit der Uefa reden.

Berlin - Fassungsloses Staunen in Kneipen, auf Fanmeilen, zu Hause: Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit im Spiel Deutschland-Türkei fielen Bild und zeitweise auch Ton aus. Als schließlich nach einigen Minuten wenigstens die Tonübertragung wieder klappte, schilderte Reporter Béla Réthy im Stil eines Hörfunkkommentators die Spielszenen.

Bildausfall beim Public Viewing (in Frankfurt): "Ärgerlichste anzunehmende Panne"
DDP

Bildausfall beim Public Viewing (in Frankfurt): "Ärgerlichste anzunehmende Panne"

Erst nach über sechs Minuten klappte auch die Bildübertragung wieder. Das ZDF nannte als Ursache zunächst eine Leitungsstörung in Basel. Später erklärte Réthy, ein Stromausfall im internationalen Übertragungszentrum in Wien sei Grund für die Unterbrechung. Um 22.20 Uhr fielen Bild und Ton erneut für kurze Zeit aus.

Das ZDF sprach von der "ärgerlichsten anzunehmenden Panne". Der Sender schaltete auf das Signal des Schweizer Fernsehens um, das als einziges noch verfügbar war. Der Sender verfügte über eine Glasfaserdirektverbindung zum Baseler Stadion.

Kommentator Réthy hielt die Zuschauer indes per Telefon auf dem Laufenden, wodurch der Zeitunterschied zwischen Bild und Ton in Deutschland entstand.

Nach Mitteilung des ZDF sind außer dem Schweizer Fernsehen alle anderen Sender verpflichtet, die Bilder der Uefa aus Wien zu verwenden. Neben dem ZDF übernahm schließlich auch der ORF per Satellit das Signal des Schweizer Fernsehens. Andere Sender, etwa der französische Kanal TF1, zeigte Archivbilder.

Die Verpflichtung aller Sender auf das Uefa-Fernsehsignal habe ausgerechnet bei der Live-Übertragung des Halbfinalspiels der deutschen Mannschaft gegen die Türkei seine entscheidende technische Achillesferse offenbart, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz: "Darüber wird noch zu reden sein."

Gegen Mitternacht wurde schließlich wegen des schlechten Wetters in Wien auch noch das Pressezentrum der Fußball-EM evakuiert. Das Wetteramt hatte vor einem Orkan mit Böen mit Spitzengeschwindigkeit bis zu 130 Stundenkilometern gewarnt. Die Zeltkonstruktion neben dem Ernst-Happel-Stadion ist nur für Geschwindigkeiten bis 120 Stundenkilometern ausgelegt.

cai/itz/AP/dpa

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