U-18-EM Wiedergutmachung der Stielike-Jungs

Die U-18-Auswahl des DFB hat ihr zweites Gruppenspiel bei der Europameisterschaft im eigenen Land gewonnen. Beim 3:0 über Holland stimmte nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise, wie dieser Sieg zu Stande kam.


U-18-Stürmer Benjamin Auer feiert erleichtert sein 3:0
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U-18-Stürmer Benjamin Auer feiert erleichtert sein 3:0

Heilbronn - Mit einer eindrucksvollen Leistungssteigerung hat der deutsche Nachwuchs seine Kritiker bei der U-18-Europameisterschaft schnell widerlegt. Die Auswahl des DFB besiegte am Mittwoch in ihrem zweiten Spiel den Favoriten Niederlande überraschend klar mit 3:0 (1:0) und rehabilitierte sich für die 0:1-Auftaktpleite gegen die Ukraine. 11.000 jugendliche Fans in Heilbronn verabschiedeten die Mannschaft von DFB-Trainer Uli Stielike mit viel Beifall. Hanno Balitsch (37.) vom SV Waldhof Mannheim, Benjamin Lauth (77.) vom TSV 1860 München und Mittelstürmer Benjamin Auer (79.) von Borussia Mönchengladbach machten den Erfolg mit ihren Treffern perfekt.

"Wir haben jetzt nicht nur das 3:0 auf der Haben-Seite, sondern auch die Art und Weise, wie die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gespielt hat, war sehr positiv", lobte Stielike. Vor allem mit der Defensive war der Ex-Nationalspieler zufrieden: "Wir haben den Niederländern keine Torchance gelassen. Das ist aber nicht allein das Verdienst der Abwehr, sondern der gesamten Mannschaft."

Durch den verdienten Erfolg wahrte seine Mannschaft die Chancen auf die Endspiel-Teilnahme. Doch dazu ist am Freitag (11 Uhr) in Stuttgart ein Sieg gegen Kroatien notwendig. Die besten Chancen haben vor dem letzten Vorrundenspieltag die Ukrainer, die die Kroaten in Forst mit 2:1 bezwangen. Sie übernahmen mit sechs Punkten die Tabellenführung in der Gruppe A vor Deutschland, den Niederlanden (je 3 Punkte) und Kroatien (0).

Stielike hatte für das zweite EM-Match gegen die nach ihrem 3:0-Auftaktsieg gegen Kroatien hoch gelobten Niederländer sein Team auf sechs Positionen verändert. "Wir haben 18 fast gleichwertige Spieler im Aufgebot. Das wollten wir unter Beweis stellen", begründete der Coach seine Maßnahme. Sie zahlte sich aus. Durch frühes Stören und aggressives Zweikampfverhalten erkämpften sich die Gastgeber in der ersten Halbzeit klare Feldvorteile. Der Ball lief in den eigenen Reihen viel besser als gegen die Ukraine. Als Antreiber und Distanzschütze überzeugte vor allem der Schalker Christian Mikolajczak, der dreimal (16./20./30.) nur knapp scheiterte.

Die technisch versierten Niederländer wurden nach der Pause offensiver. Das eröffnete dem DFB-Nachwuchs gute Konterchancen. Doch Christian Tiffert (Tennis Borussia Berlin/50./59.) und der Gladbacher Auer konnten die Lücken in der Vierer-Kette zunächst nicht nutzen. In der 77. Minute wurden die Deutschen dann doch noch für ihre starke Leistung belohnt. Der eingewechselte Lauth überwand aus kurzer Entfernung den Oranje-Keeper Cor Varkevisser. Nur zwei Minuten später krönte Auer seine Vorstellung mit dem 3:0.



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