U19-Talent Stendera Spielmacher mit Elfer-Trauma

Im EM-Halbfinale war er an drei Treffern beteiligt, führte die deutsche U19 zum Sieg. Marc Stendera gilt als Hoffnungsträger, musste in seiner Karriere aber schon einige Rückschläge hinnehmen.

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Wenn die deutsche U19-Nationalmannschaft am Donnerstag im EM-Finale auf Portugal trifft (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: Eurosport), ist diese Situation für Marc Stendera nichts Neues: Er stand schon vor zwei Jahren in einem Europameisterschaftsfinale. An die damalige Partie hat der 18-Jährige aber keine gute Erinnerungen - trotz der Vorbereitung des Führungstreffers.

Denn im Elfmeterschießen scheiterte Stendera, es war der einzige Fehlschuss, Deutschlands U17 verlor 4:5 gegen die Niederlande. Nun bietet sich Stendera die Chance auf Wiedergutmachung.

Am Finaleinzug der DFB-Junioren bei der U19-EM in Ungarn hatte Stendera selbst großen Anteil. Der Jungprofi von Eintracht Frankfurt ist der Spielmacher von Trainer Marcus Sorg, für ein hohes Passtempo verantwortlich und arbeitet selbst stark im Pressing. Im Halbfinale gegen Österreich (4:0) zeigte er eine überragende Leistung, bereitete das 1:0 von Davie Selke vor (20. Minute), schoss dann selbst das zweite Tor (30.) und war Vorlagengeber für den vorentscheidenden dritten Treffer des Leverkuseners Levin Öztunali nach einer knappen Stunde. Dass er kurz darauf ausgewechselt wurde, um ihn für das Finale zu schonen, zeigte seine Bedeutung für das Team.

Stenderas Freistöße sind "wie Granaten"

Stendera ist erfahrener als seine Mitspieler. Schon im April 2013 spielte er für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga, war damals der fünftjüngste Debütant in der Geschichte der ersten Liga. Bei seinem ersten Startelf-Einsatz bereitete er gleich den Siegtreffer (1:0 gegen Schalke) vor. Einige Monate später folgte ein herber Rückschlag: Kreuzbandriss.

Das Auf und Ab des Fußballgeschäfts kannte Stendera schon von der U17-EM. In letzter Sekunde war er 2012 in den Kader berufen worden, überzeugte dann als Einwechselspieler, bereite im Finale den Führungstreffer vor - und scheiterte im Elfmeterschießen. "Die Tage danach waren nicht einfach. Aber ich denke, dass mich das stärker gemacht hat", sagte Stendera kürzlich in einem Interview.

Er ist ein ruhiger Typ, strahlt auch auf dem Platz Sicherheit aus. Ob er sich Sorgen macht, unter Frankfurts neuem Coach Thomas Schaaf keine Chancen zu bekommen? Dem wird nachgesagt, nicht auf junge Spieler zu setzen. "Den Ruf kenne ich zwar, aber ich kann das überhaupt nicht bestätigen. Er gibt einem das Gefühl, dass man gebraucht wird", antwortet Stendera.

In Frankfurt ist der gebürtige Kasseler ein Hoffnungsträger. Sein Vertrag wurde gerade erst bis zum Sommer 2017 verlängert, mit der Option auf ein weiteres Jahr. Wie beim DFB schätzt man auch bei der Eintracht die herausragende Schusstechnik Stenderas, besonders bei Freistößen.

Nach fünf Kurzeinsätzen in der abgelaufenen Rückrunde will sich Stendera in der kommenden Saison bei der Eintracht etablieren. Vorher aber hat er noch den EM-Titel als Ziel. Dafür würde er auch wieder vom Elfmeterpunkt antreten. "Ich verspreche: Wenn wir ins Finale einziehen und wieder ins Elfmeterschießen müssen, werde ich erneut antreten - und treffen", hatte er schon während der Gruppenphase gesagt.



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insgesamt 2 Beiträge
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lefs 29.07.2014
1. Warum muss einem 18-Jährigen
nach einem! verschossenen Elfmeter in der dicken Überschrift! gleich ein Trauma eingeredet werden???? Wir lesen den Artikel auch, wenn nicht immer die BILD-Zeitung durchkommt. Ich erwarte hier ein anderes Niveau, meine Herren.
50penny 30.07.2014
2.
Findet man nicht erst durch Niederlagen und Rückschläge zu wahrer Größe?
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