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Überfall auf Fußball-Fans: Polizei hatte Hinweise auf Neonazi-Randale

Von Jan Reschke und

Nach den Ausschreitungen beim Spiel zwischen dem FSV Brandis und Roter Stern Leipzig hat die Polizei eingeräumt, zumindest Hinweise auf Krawallabsichten der Neonazis gehabt zu haben. Sachsens Polizeipräsident kündigte an, den Fall intern klären zu wollen.

Ausschreitungen in Leipzig: Attacken mit Holzlatten Fotos
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Hamburg - Die Leipziger Polizei hatte schon vor dem Spiel zwischen Roter Stern Leipzig (RSL) und dem FSV Brandis Hinweise auf die sich anbahnende Gewalt erhalten. Bernd Merbitz, Sachsens Polizeipräsident, sagte dem RTL Nachtjournal: "Ja, es gab mal vage Andeutungen, aber nichts Konkretes ... Es ist aber leider nicht an den Punkt gekommen, wo gesagt wurde, es steht eine Eskalation bevor."

Zuvor hatte Michael Hille, Sprecher der Polizeidirektion Westsachsen, dem Mitteldeutschen Rundfunk noch gesagt: "Eines kann ich Ihnen versichern, und das betrifft nicht nur unsere Direktion, sondern die gesamte sächsische Polizei: Wenn wir Hinweise bekommen für solche Straftaten, Überfälle oder Ähnliches, dann reagieren wir. Da gibt es gar keine andere Frage."

Auch der Sprecher des FSV Brandis, Gerd Große, wies bei RTL darauf hin, die Polizei informiert zu haben. "Der Buschfunk hatte signalisiert, dass sich hier irgendwelche Schlägertrupps angemeldet haben. Wir haben die Polizei verständigt, und wir sind schon enttäuscht darüber, dass so wenig Polizeibeamte im Einsatz waren", so Brandis. Auch Günter Kögler, der Präsident des FSV Brandis bestätigt das. "Der Buschfunk war relativ eindeutig, deswegen haben wir das Gespräch mit der Polizei gesucht und auf die drohenden Gefahren hingewiesen", sagte er der "Welt".

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Ausschreitungen in Leipzig: Attacken mit Holzlatten
Beim Achtligaspiel des für sein linksgerichtes Fanpotential bekannten Vereins Roter Stern Leipzig im Vorort Brandis hatten etwa 50 teilweise vermummte Rowdys unmittelbar nach Spielbeginn den "Sportplatz der Freundschaft" gestürmt und mit Zaunlatten und Stangen Jagd auf Anhänger von Roter Stern gemacht. Die in die Kritik geratene Polizei war zunächst nur mit einem Streifenwagen vor Ort. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, dass die anwesenden Polizisten zunächst tatenlos zusahen und erst eingriffen, als Verstärkung angerückt war.

Dass die Polizei schon vorab Kenntnis von der Gefahrenlage hatte, bestätigte nun auch Pressesprecher Hille indirekt: "Im Nachhinein muss man einräumen, dass sich die Lage anders dargestellt hat, als wir sie erwartet haben", so Hille zur "Welt". Allerdings erklärte er, dass die Polizei die Entscheidung, auf massive Polizeipräsenz zu verzichten, gemeinsam mit dem ausrichtenden Verein getroffen habe. Doch es scheint, dass es auch innerhalb der Polizei Klärungsbedarf zur Strategie rund um die Partie gibt: "Es sind einige Fragen zu klären, die mich auch intern interessieren", sagte Polizeipräsident Merbitz dem MDR.

Angreifer anzeigen und konkrete Namen nennen

Nun ermittelt die Polizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt. Merbitz hat die eingesetzte Ermittlungsgruppe von acht auf 16 Beamte aufgestockt. Unterstützung sollen die Ermittler durch Fans von Roter Stern Leipzig erhalten. Die wollen die Angreifer anzeigen und konkrete Namen nennen. RSL-Sprecherin Claudia Krobitzsch sagte gegenüber der Leipziger Volkszeitung-Online: "Einige unserer Anhänger haben Neonazis aus Leipzig und Wurzen erkannt."

Auch, wenn es in diesem Fall vielleicht Aufklärungen geben kann, das generelle Problem bleibt bestehen: "Wir haben einfach nicht die Möglichkeiten, einen umfassenden Schutz zu garantieren", so Lutz Mende, Sicherheitsbeauftragter des Sächsischen Fußball-Verbandes gegenüber der "Welt". Auch Geschäftsführer Bernd Kraus sieht einen eingeschränkten Handlungsspielraum: "Wir haben an jedem Wochenende 1000 Spiele in Sachsen, da können wir nicht überall zu 100 Prozent für Sicherheit sorgen."

Mit Material des sid

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Forum - Was tun gegen Gewalt im Fußball?
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1. Vereine müssen zahlen
Hercules Rockefeller, 25.10.2009
Meiner Meinung nach sollte die Polizei sich ihre Einsätze mit Mann und Maus bezahlen lassen-von den Vereinen! Ich verstehe gar nicht, weshalb der Steuerzahler für die Bespaßung von Hooligans und Unterschichtlern den Sicherheitsdienst sponsorn muss? Wenn ein Verein Millionen für Spieler ausgeben kann, dann müssen die paar tausend Euro für Polizeibeamte auch drin sein-zumal sich die Vereine die Kosten teilen können. Alternativ können die Spiele auch ohne Zuschauer durchgeführt werden, wenn es denn nicht anders geht. Vielleicht sollte man das als Regel einführen. Nach jedem Zwischenfall mit Körperverletzung muss das nächste Spiel der betreffenden Vereine ohne Zuschauer abgehalten werden. Bin mal gespannt, wie schnell die Vereine dann die Ticketpreise erhöhen werden, um das gewalttätige Prekariat draussen zu halten...
2.
MaXimumOwn 25.10.2009
Erstmal aufhören über die Polizei zu schimpfen und den Polizisten vor Ort irgendwelche Schuld zu geben. An jeden Wochenende finden tausende Fußballspiele statt - Bundesligen, Landes-, Kreis und Bezirksligen. Die Ressourcen der Polizei sind irgendwann auch mal erschöpft - immerhin verlangt man von der Polizei das sie auch ihre anderen Aufgaben wahrnehmen soll. "Offenbar hatte man auch beim ausrichtenden Verein schon vor Anpfiff geahnt, dass das Spiel gestört werden würde. Nach Angaben der RSL-Fans sei man per Stadionlautsprecher aufgefordert worden, eine Seite des Sportplatzes zu räumen, weil "die Dummen noch kommen"." Wieso hat man das Spiel dann nicht abgesagt und die Zuschauer und Verantwortlichen nach Hause geschickt ? Wieso legt man es auch noch darauf an ? Und wie oft wurde die Polizei eigentlich schon von Personen der linken Szene angegriffen ? ..... Anscheinend merkt hier niemand, dass unsere Polizei mehr oder wenigernur noch dazu dienen, dass frustrierte Jugendliche sich mal richtig austoben können und wenn unsere Polizisten mal nicht rechtzeitig da sind (obwohl man sie meistens nie dahaben wil - siehe 1. Mai Demos u.a.l) dann wird gleich mal nen Faß aufgemacht. Und was wäre passiert wenn die Polizei hart durchgegriffen hätte und die rechten Schläger reihenweise verprügelt / eingesperrt hätte ? Dann würden die rechten Schläger jeden einzelnen Polizisten verklagen. Also im Grunde können die Polizisten machen was sie wollen - sie sind immer die dummen und immer schuld. Ich würde sagen, dass beide Seiten diese Auseinandersetzung gewollt haben und man hier sicher nicht der Polizei irgendwelche Schuld zuschieben kann. Was kann man dagegen tun ? Als erstes sollten sich alle - bevor man mit dem Finger auf andere zeigt - an die eigene Nase fassen. Die Täter müssen selbstverständlich gefaßt und bestraft werden und die Vereine sich selber mal fragen, wieso man nicht vorher Spiele absagt wenn man weiß, dass es Ärger geben wird. Gruß
3.
fröp 25.10.2009
vereine wie der fsv brandis und roter stern leipzig sind notorisch pleite. die verdienen keine millionen, das sind amateurvereine. ich denke es ist im interesse des staates jede möglichkeit rechte gewalttäter zu stoppen bzw. festzunehmen wahrzunehmen, was nur möglich ist wenn man sich wenigstens um angemessenen schutz solcher bekanntermaßen riskanten spiele kümmert. denn wenn man denen raum zum terrorisieren von gruppen oder einzelpersonen lässt werden die ihn auch nutzen. Denn tatsächlich bedrohen diese rechten hools und neonazis die allgemeinheit (zumindest in leipzig) mehr als die zwar konstant heraufbeschworenen Islamisten.
4.
Pacolito, 25.10.2009
Bei einem durchschnittlichen Spiel der 1. Bundesliga mit 40.000 oder 50.000 Zuschauern kommt es doch zu wesentlich weniger Gewalttätigkeiten als beim jeweiligen Oktoberfest der örtlichen Dorffeuerwehr. Wieder einmal total sinnlos der Thread. Dass es in manchen unterklassigen Ligen in den neuen Bundesländern teilweise zu massiven Ausschreitungen kommt, hat weniger was mit dem Fußball an sich zu tun. Das ist ne Mischung aus dumpfer Aggression, Rechtsradikalismus, Perspektivlosigkeit etc., ertränkt in Alkohol. Sie können da alle Fußballclubs verbieten, gehen die eben zum Handball usw.
5. Roter Stern
mooringman, 25.10.2009
Das es Vereine mit dem Namen "Roter Stern" in Deutschland gibt,wurde mir erst neulich bewußt durch eine Pressemitteilung.In Lübeck gingen Neonazis aus dem Umfeld des VfB Lübeck bei einem unterklassigen Spiel auf Fans eines "Roter Stern" Vereines los und erzwangen einen Polizeieinsatz.Es wird Zeit ,das diese braunen Hools,es sind keine Fans, aus dem Umfeld der Fußballvereine verschwinden.In Lübeck zumindest sind die meisten Polizei und Vereins bekannt.
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