Uefa-Boss Platini: "Gute Brille" besser als Torlinientechnik

Die Fifa setzt auf die Torlinientechnik - die Uefa ist dagegen. Verbands-Präsident Michel Platini lehnte nun erneut die Einführung technischer Hilfsmittel im Fußball ab. Der Franzose will das Geld lieber in die Entwicklung des Sports stecken.

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Uefa-Präsident Platini: "Ich würde die 50 Millionen lieber in die Entwicklung stecken"

Hamburg - Uefa-Präsident Michel Platini kann sich mit technischen Hilfsmittel im Fußball einfach nicht anfreunden. "Die Torlinientechnologie in unseren Wettbewerben einzuführen, würde 50 Millionen Euro in fünf Jahren kosten", sagte der 57-Jährige in Kuala Lumpur. "Ich würde diese 50 Millionen lieber in die Entwicklung des Fußballs stecken."

Platini schlug zudem die seit 2009 eingesetzten Torlinienrichter als preiswerte Alternative zu den Tor-Kameras vor. "Wenn der Torlinienrichter einen Meter von der Linie entfernt ist und eine gute Brille trägt, dann kann er sehen, ob der Ball drin ist oder nicht."

Das International Football Association Board hatte im Juli sowohl den Einsatz technischer Hilfsmittel - wie zum Beispiel ein im Ball installierter Chip oder die Torlinienkamera - als auch von Torrichtern erlaubt. Der Weltverband Fifa setzt bei seinen Turnieren künftig auf diese Technik, während die Uefa sie ablehnt.

Derzeit werden die Systeme HawkEye und GoalRef bei der Club-WM in Tokio getestet. Darüber hinaus sollen sie auch beim Confed-Cup 2013 und bei der WM 2014 in Brasilien zum Einsatz kommen. Die Deutsche Fußball Liga will sich mit der Umsetzung der Torlinientechnik erst nach dem Start der neuen Bundesliga-Saison am 24. August befassen.

luk/dpa/sid

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Gute Brille? Lächerlich!
dg19de 11.12.2012
Beim entscheidenden EM - Vorrundenspiel 2012 zwischen England und der Ukraine erzielten die Gastgeber das 1:1. Der Ball war klar hinter der Linie, aber der Torrichter, der nur wenige Meter entfernt stand, sah es nicht, das Tor wurde nicht gegeben. Warum nicht fehlerfreie Technik einsetzen, statt den Sinnen von Menschen vertrauen?
2. Was hat der gegessen??
Rasheed Wallace 11.12.2012
"Ich würde diese 50 Millionen lieber in die Entwicklung des Fußballs stecken."" Und was zum Teufel ist den eine Torlinientechnik? Ist das keine Entwicklungsinvestition?? ENTWICKLUNG heisst etwas weiterentwickeln, verbessern. Und genau das wird mit der Technik gemacht! Es gibt dem Fussball die Fairness und Gleichberechtigung zurück, aber klar, für Franzosen ist das natürlich keine Entwicklung. Entwicklung wäre nach französischem Gedankengut, statt bisher 35h nur noch 25h die Woche für den gleichen Lohn zu arbeiten...
3. Falsch ziert?
trompetenmann 11.12.2012
Platini meinte doch sicher: "Ich würde diese 50 Millionen lieber in die eigene Tasche stecken." Anders ist das vehemente Sträuben gegen diese Technik nicht zu erklären. Platini sollte sich mal bei den Kollegen vom Hockey informieren, wie einfach und unspektakulär das da gehandhabt wird mit dem Videobeweis. Würde dem Fußball auch gut tun - Mythen hin oder her.
4. immer wieder das gleiche...
lollopa1 11.12.2012
..Tja. liebe Leser, was bringt uns denn der Chip oder das Hawkeye? Nixx, gar nixx, und vor allen Dingen klaut es uns die tollen Diskussionen am Stammtisch, war er drin oder nicht. Hätte es beim Wembley-Tor den Chip gegeben wären uns 50 jahre toller Diskussionen entgangen, 3 Promotionen wären nicht geschrieben worden über das Thema. Lasst den Fussball mal so sein wie er ist, wir brauchen keinen Torschiedsrichter, keinen Videobeweis, der Schiedsrichter entscheidet, macht auch Fehler, aber deswegen liebe ICH den Fussball, weil er Fehler zugesteht, und die Diskussionen darüber. Und wenn andere Sportarten den Videobeweis haben, schön für sie, aber ich stelle mir vor das dann bei jedem zweiten Einwurf oder jedem Foul der Schiri sich ein Video anschauen darf da immer einer meckert. Auch hätte der Herr Klopp oder Tuchel dann nixx mehr worüber sie sich aufregen könne, und das wäre dann sehr schade.
5. Platini
mimija 11.12.2012
sollte mal die Rotweinflasche in die Ecke stellen und am realen Leben teilnehmen. Selbst im Tennis, bei deutlich höheren Ballgeschwindigkeiten, arbeitet das Hawk-Eye zuverlässig! Warum soll ausgerechnet im Fußball das Regelwerk im vergangenen Jahrtausend verharren? Etwa nur, weil die Funktionäre die neue Technik nicht verstehen! Dadurch würde Fussball vollends zum Altherrensport!
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