Uefa-Cup Ersatzkeeper wahrt Lauterns Chance aufs Halbfinale

Im Viertelfinal-Hinspiel des Uefa-Cups zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem PSV Eindhoven war der 20-jährige Ersatztorwart Roman Weidenfeller der Mann des Abends.


Lauterns Ersatzkeeper Roman Weidenfeller feierte ein großartiges Europacup-Debüt
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Lauterns Ersatzkeeper Roman Weidenfeller feierte ein großartiges Europacup-Debüt

Kaiserslautern - Von der Reservebank zum Europacup-Helden: Die Geschichte von Roman Weidenfeller liest sich wie ein Märchen. Erst wenige Stunden vor dem Viertelfinal-Hinspiel im Uefa-Cup zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem PSV Eindhoven hatte der Ersatztorwart von seinem Einsatz erfahren und rettete anschließend mit spektakulären Paraden den glücklichen 1:0 (1:0)-Sieg der "Roten Teufel" über die Zeit. Harry Koch hatte mit seinem Elfmetertor (31.) den Grundstein für das Erreichen des Halbfinales gelegt.

"Es war eine Hiobsbotschaft", beschrieb der Lauterer Teammanager Andreas Brehme nach der Partie den Schock wenige Stunden zuvor: Der zuletzt in bestechender Form spielende Georg Koch hatte sich im Abschlusstraining einen Ermüdungsbruch im linken Fuß zugezogen und fällt mindestens vier Wochen aus. "Aber wie Roman dann gehalten hat, sogar eigentlich unhaltbare Bälle, das war absolute Weltklasse", schwärmte Brehme von der Vorstellung des erst 20-Jährigen Koch-Stellvertreters. Der FCK-Coach ist sich sicher: "Da wächst ein großer Torhüter heran."

Auch Kapitän Mario Basler war voll des Lobes über den Matchwinner, der sein Europapokal-Debüt feierte und zuvor in der Bundesliga erst einmal zum Einsatz gekommen war: "Was der rausgeholt hat, war unglaublich. Da kann ich nur den Hut ziehen." Basler selbst bot, wie schon in den zurückliegenden Wochen, auch gegen den niederländischen Meister eine gute Partie auf der Libero-Positionen.

"Die Mannschaft hat heute überragend gekämpft. Der Sieg war nicht nur mein Verdienst. Ich wollte nur der sichere Rückhalt sein", gab der bescheidene Weidenfeller die Komplimente an seine Mannschaftskameraden weiter. Dabei war es alleine der Keeper, der den FCK vor einem Gegentreffer bewahrte und den Pfälzern damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Donnerstag in Eindhoven sicherte. Gleich mehrfach brachte er die PSV-Angreifer mit seinen Paraden zur Verzweiflung.

PSV-Trainer Eric Gerets war nach der Begegnung dann auch sichtlich bedient: "Ich bin frustriert. Wenn man so viele Chancen herausarbeitet und dann immer wieder am Torwart scheitert, dann ist das sehr bitter. Es ist sehr enttäuschend, mit leeren Händen nach Hause zu fahren." Dennoch hält der Belgier das Erreichen der nächsten Runde noch für möglich: "Das 1:0 steht, aber ich hoffe, wir können das in Eindhoven noch umdrehen."

Wenn der Held vom Donnerstagabend in einer Woche aber wieder mit einer ähnlichen Glanzleistung aufwarten kann, dann muss den Pfälzern nicht bange sein. Weidenfeller muss sich allerdings zunächst schon am Sonntag in der Bundesliga gegen 1860 München bewähren. Deshalb hebt der talentierte Nachwuchskeeper auch nicht ab und hat nur einen bescheidenen Anspruch: "Ich will bloß Georg Koch gut vertreten."


Kaiserslautern - Eindhoven 1:0 (1:0)
1:0 Koch (31., Foulelfmeter)
1. FC Kaiserslautern: Weidenfeller - Basler - Harry Koch, Ramzy - Buck, Ratinho, Hristow, Strasser - Klose, Marschall (75. Grammozis), Lokvenc
PSV Eindhoven: Waterreus - Ooijer (45. Faber), Nikiforow, Hofland, Heintze - Vogel, Bouma (54. Kolkka), de Jong, Lucius (65. Bruggink), Rommedahl - Kezman
Schiedsrichter: Poll (England)
Zuschauer: 23.851
Gelbe Karten: Strasser (4), Klose (2), Basler (2), Hristow - Kezman (3), Vogel (2), Hofland (2)




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