Uefa-Cup II Planlos, schwach, Borussia Dortmund

Nach einer erbärmlichen Leistung in Istanbul ist Borussia Dortmund aus dem Uefa-Cup ausgeschieden. Gegen eine allenfalls durchschnittliche Mannschaft von Galatasaray reichte es nach der 0:2-Hinspielniederlage nur zu einem 0:0.


Istanbul - "Die Mannschaft hat alles gegeben, was derzeit im Bereich ihrer Möglichkeiten liegt." Wenn stimmt, was Trainer Bernd Krauss kurz nach dem Abpfiff in Istanbul zu Protokoll gab, dann muss einem Angst und Bange um Borussia Dortmund werden. Schwach und ohne jedes Konzept präsentierte sich der BVB beim 0:0 im Achtelfinal-Rückspiel bei Galatasaray Istanbul und schied nach der 0:2-Hinspielniederlage vor einer Woche völlig berechtigt aus dem internationalen Wettbewerb aus.

Istanbuls Ergun (r.) gibt Dortmunds Herrlich keine Chance
REUTERS

Istanbuls Ergun (r.) gibt Dortmunds Herrlich keine Chance

Vor 35.000 Zuschauern im ausverkauften Ali-Sami-Yen-Stadion boten beide Mannschaften über 90 Minuten ein unansehnliches Spiel, wobei die im Vergleich zum Hinspiel auch nur Mittelmaß erreichenden Gastgeber insgesamt mehr vom Spiel und auch die besseren Chancen hatten: In der 14. Minute schien das 1:0 fällig, doch den spektakulären "Tauchkopfball" von Ümit konnte Dortmunds Torhüter Jens Lehmann gerade noch parieren. Fünf Minuten später wurde es wieder brenzlig. Zunächst spekulierte die BVB-Abwehr auf Abseits und eröffnete den Türken eine gute Gelegenheit, kurz darauf scheiterte Arif mit einem Fernschuss (19.). Gegen den Hinspiel-Torschützen Hakan Sükür musste Lehmann Kopf und Kragen riskieren (37.), bevor die Dortmunder im Gegenzug ihre bis dahin beste Chance hatten. Nach einer Flanke von Lars Ricken riskierte Heiko Herrlich einen Seitfallzieher, schlug aber ins Leere.

"Wir müssen mehr Druck nach vorn entwickeln und hohes Risiko gehen", forderte Krauss in der Halbzeit. Und: "Jetzt hilft kein taktisches Geplänkel mehr." Diesen Gefallen tat ihm die Mannschaft allerdings nicht. Das Spiel der Westfalen wirkte irgendwie bemüht, war jedoch durchsetzt von etlichen Fehlpässen und Missverständnissen. Die klare spielerische Linie fehlte, und einmal mehr wurde das entscheidende Manko der Krauss-Mannschaft erschreckend deutlich: Die BVB-Angreifer spielten sich kaum Chancen heraus. Der erste Schuss auf das von Claudio Taffarel gehütete Galatasary-Tor ging durch Miroslav Stevic erst nach 31 Minuten los, den ersten Eckball erkämpfte sich der BVB in der 59. Minute.

Der zur Halbzeit eingewechselte Dede führte sich gut ein, doch mit dem Gewaltschuss des Brasilianers (54.) hatte sein Landsmann Taffarel keine Mühe. Der türkische Rekordmeister riss vor den eigenen Fans im zweiten Abschnitt auch keine großen Bäume mehr aus. Doch gegen die defensiven Deutschen blieb die Mannschaft von Trainer Fatih Terim immer gefährlich. So musste Lehmann gegen den Arif (59.) erneut alles riskieren, um einen Rückstand zu verhindern. Auch danach war der 13-malige türkische Meister dem 1:0 näher als die Gäste.



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