Uefa-Cup-Niederlage Schalke droht Hammerlos

30 Minuten spielte Schalke 04 guten Fußball - dann war der Zauber vorbei. Das Team von Trainer Ralf Rangnick musste sich dem jungen Team von Feyenoord Rotterdam mit 1:2 geschlagen geben. Die bereits zuvor für die K.o.-Runde qualifizierten Schalker verspielten damit den Gruppensieg.


Überflieger: Kalous Kopfball-Treffer zum 2:1
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Überflieger: Kalous Kopfball-Treffer zum 2:1

Rotterdam - Ralf Rangnick hielt es nicht mehr auf seinem Sitz. Zu unzufrieden war er mit der Leistung seines Teams, vor allem in der zweiten Halbzeit. Wenig war zu sehen vom Schalker Zauber der letzten Spiele. Die jungen Wilden aus Rotterdam kauften den gestandenen Bundesliga-Profis vor 48.000 Zuschauer im Stadion De Kuip (Die Wanne) den Schneid ab.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Bereits nach sieben Minuten traf Mike Hanke nach einer Ecke aus kurzer Entfernung ins Tor. In der Folge bestimmte die Schalker die Partie und ließen die nervösen Rotterdamer ein ums andere Mal schlecht aussehen. Allein Stürmerstar Ailton fand nicht richtig ins Spiel.

Dann kam der Bruch. Rotterdams Trainer Ruud Gullit änderte die Taktik, bündelte die Kräfte im Mittelfeld und von dort an hatte der Tabellenzweite der Bundesliga nicht mehr viel zu bestellen. Vor allem nachdem der junge Salomon Kalou, 19, Schalkes Keeper Frank Rost mit seinem Schuss aus 16 Metern ins linke Eck auf dem falschen Fuß erwischt hatte (32. Minute). Rotterdam kämpfte sich fortan in die Partie und gewann immer mehr Zweikämpfe. In der 41. Minute war es wieder Kalou, der sich mit einem Flugkopfball gegen Altintop durchsetzte und das 2:1 erzielte.

Es war nicht so, dass Schalke keine Chancen gehabt hätte, aber richtig zwingend waren die Aktionen nicht. "Wir haben nach der überlegenen ersten Viertelstunde fast schon überheblich gespielt und einen verunsicherten Gegner ins Spiel zurück verholfen. Wir hatten neben dem Tor fünf hundertprozentige Chancen, mehr bekommt man in Rotterdam nicht. Daraus hätten wir mehr machen müssen", analysierte Rangnick.

Das gleiche Bild zeigte sich in der zweiten Hälfte. Die Rotterdamer rannten, rackerten, spielten, Schalke hielt nur dagegen, ohne spielerisch zu überzeugen. Lediglich Hanke sorgte im Rotterdamer Strafraum ernsthaft für Gefahr. Nach einem Hackentrick von Niels Oude Kamphuis scheiterte er aber erneut an Lodewijks (50.), in der 67. Minute schoss er aus 16 Metern über das Tor.

Rangnick hatte zu Beginn der zweiten 45 Minuten Nationalspieler Gerald Asamoah als dritte Spitze eingewechselt, der vier Tage vor dem 124. Revierderby in Dortmund wie der Däne Ebbe Sand zunächst eine Pause erhalten hatte. Immerhin war die Partie in Rotterdam für die Schalker bereits das 30. Pflichtspiel der Saison. Sand kam erst in der 64. Minute für Ailton. Die beiden angeschlagenen Brasilianer Marcelo Bordon und Lincoln hatte Rangnick gleich ganz zu Hause gelassen.

Der eingewechselte Belgier Buffel (75.) und Kuyt (79.) hatten gegen die aufgerückten Bundesliga-Profis gute Konterchancen. Lewan Kobiaschwili (89.) vergab kurz vor dem Abpfiff die letzte Möglichkeit für die zu spät aufgewachten Deutschen.

Durch den 1:2 (1:2)-Rückschlag bei Feyenoord Rotterdam fielen die "Knappen" in der Gruppe A auf den zweiten Platz zurück und müssen nun im Kampf um den Gruppensieg auf eine Rotterdamer Niederlage am kommenden Donnerstag beim FC Basel hoffen. Sonst droht den in einer Woche spielfreien Schalkern bei der Auslosung zur K.o.-Runde ein Hammerlos - ein Absteiger aus der Champions League.



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