Uefa-Cup Werder zaubert sich ins Halbfinale

Es war einer dieser wunderbaren Europapokal-Abende in Bremen: Werder spielte sich gegen Alkmaar zeitweise in einen Rausch und gewann am Ende deutlich. In der Abwehr offenbarte der Bundesligist zwar Probleme, aber im Angriff meldete sich ein zuletzt stark kritisierter Stürmer zurück.


Bremen - Miroslav Klose traf gegen den AZ Alkmaar in 36. und 62. Minute und trug so maßgeblich zum 4:1 (2:1)-Erfolg Werders bei. Vor 35.000 Zuschauern im Weserstadion hatte Nationalspieler Tim Borowski, erstmals nach siebenwöchiger Verletzungspause wieder mit von der Partie, in der 16. Minute nach Vorarbeit von Diego das 1:0 erzielt. In der 38. Minute kamen die Niederländer durch Moussa Dembele zwar zum Ausgleich, doch Klose erzielte mit seinem ersten Pflichtspieltor nach 1158 Minuten fast im Gegenzug die erneute Führung. Den Schlusspunkt setzte Regisseur Diego in der 82. Minute nach einem herrlichen Doppelpass mit dem Nationalstürmer.

Werder-Stürmer Klose: Tor nach 1158 Minuten
DDP

Werder-Stürmer Klose: Tor nach 1158 Minuten

"Wir haben heute guten Fußball gespielt und waren sehr konzentriert. Bei Miro Klose war nicht alles so schlecht, wie es gemacht wurde. Ich glaube, dass er die ganze Zeit ruhig war. Er wusste, dass er das Toreschießen nicht verlernt hatte. Heute hat er sich für seine Arbeit belohnt", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf. Der Erfolg seiner Mannschaft war aber nicht so eindeutig, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Durch die Ausfälle von Innenverteidiger Per Mertesacker und Pierre Wome in der Abwehr taten sich immer wieder Lücken auf, die die Gäste allerdings nur ein Mal nutzen konnten. Schon in der 26. Minute stand das Team von Coach Louis van Gaal dicht vor einem Ausgleich, als Torjäger Shota Arveladse freistehend vergab.

Ganz anders die Offensive der Bremer. Borowski und Diego sorgten für ständigen Druck auf die Defensive Alkmaars, das wie Werder in der heimischen Liga auf Platz zwei liegt und ebenfalls noch Meisterchancen hat. Gleich zwei Mal sorgte der aufgerückte Naldo in der 24. und 47. Minute für Gefahr vor dem Tor der Niederländer. Nach dem 0:0 im Hinspiel ist Bremen die einzige deutsche Mannschaft, die in einem europäischen Halbfinale steht. Die Werder-Fans konnten es sich denn auch leisten, in der zweiten Halbzeit mehrfach höhnisch "Seht, ihr Bayern, so wird das gemacht" zu skandieren. Die Münchner waren gegen den AC Mailand nach einem 0:2 im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden.

"Wir haben verdient gewonnen", sagte Torsten Frings, der vor allem die Chancenverwertung seines Teams lobte. Eiskalt zugeschlagen habe die Mannschaft und den Gegner aus Holland beherrscht. "Nennen Sie mir eine Chance, die Alkmaar hatte", so der Mittelfeldspieler. Frings gab aber zu, das Ergebnis sei "um ein Tor zu hoch ausgefallen".

Im Halbfinale treffen die Bremer auf Espanyol Barcelona, das nach einem 0:0 bei Benfica Lissabon die Runde der letzten Vier erreichte. Vorteil für den Bundesligisten: Er darf das Rückspiel zu Hause absolvieren.

Bayer Leverkusen hatte nach dem 0:3 im Hinspiel auch in Osasuna keine Chance und verlor 0:1 (0:0). Die Leistung Bayers, das vor 18.000 Zuschauern im Estadio Reyno de Navarra von Pamplona durch einen Treffer von Juanlu Gomez (62.) unterlag, macht wenig Hoffnung für den Kampf um einen Uefa-Cup-Platz in der Bundesliga. Osasuna trifft im Halffinale auf den FC Sevilla.

Werder Bremen - AZ Alkmaar 4:1 (2:1)
1:0 Borowski (16.)
1:1 Dembele (32.)
2:1 Klose (36.)
3:1 Klose (62.)
4:1 Diego (82.)
Bremen: Wiese - Owomoyela, Pasanen, Naldo, Fritz - Vranjes - Frings, Borowski (71. Baumann) - Diego - Klose (84. Schindler), Hunt (81. Almeida). - Trainer: Schaaf
Alkmaar: Waterman - de Zeeuw, Jaliens, Donk, de Cler - Luirink (46. Schaars/71. Cziommer) - Jenner, Martens - Dembele - Koevermans, Arweladse (62. Boukhari). - Trainer: van Gaal Schiedsrichter: Michael Riley (England)
Zuschauer: 35.000
Gelbe Karten: Wiese - Donk, Schaars, Luirink

goe/sid/dpa

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