Hamburg - Luiz Adriano vom ukrainischen Fußball-Meister Schachtjor Donezk droht nach seinem Skandaltor in der Champions League Ärger mit der Europäischen Fußball-Union. Die Uefa beschuldigt den Stürmer, im Spiel gegen den FC Nordsjælland (5:2) gegen Artikel 5 des Disziplinarreglements verstoßen zu haben, und leitete ein Disziplinarverfahren ein.
In dem Artikel heißt es, dass Spieler sich "loyal, integer und sportlich zu verhalten" haben. Gegen diese Statuten verstößt unter anderem, wer "sich beleidigend verhält oder in anderer Weise elementare Anstandsregeln verletzt." Der Fall Adriano wird am kommenden Dienstag von der Kontroll- und Disziplinarkammer der Uefa behandelt.
Beim Sieg von Donezk hatte Adriano am Dienstag für Aufregung gesorgt, als er nach einem Schiedsrichterball, der für den dänischen Torhüter Jesper Hansen bestimmt war, das zwischenzeitliche 1:1 erzielte - und damit eine Welle der Empörung auslöste. "Die Bösen haben den Sieg zusammengeklaut", schrieb die dänische Nachrichtenseite bt.dk.
Im TV ereiferte sich Sky-Experte Lothar Matthäus über "eine Unsportlichkeit, die ihresgleichen sucht. Ich weiß nicht, was er (Luiz Adriano, Anmerk. d. Red.) sich dabei gedacht hat." Und selbst die ukrainische Sportpresse konnte sich über die vorzeitige Qualifikation Schachtjors nicht so recht freuen: "Schwer, auf Donezk stolz zu sein", titelte Liga.net.
Adriano selbst zeigte sich auch einen Tag nach dem Spiel wenig einsichtig. "Ich freue mich sehr. Wir haben gewonnen", sagte er vor dem Abflug in die Heimat der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet". Er betonte, er sei glücklich über alle Tore, "auch über das erste". Sollte die Uefa ihn für schuldig befinden, könnte der Angreifer für das letzte Gruppenspiel seines Teams gegen Juventus Turin gesperrt werden.
chp/luk/sid/AP
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