Rassismus im Fußball: Platini ärgert sich über "Arschlöcher" im Stadion

Uefa-Präsident Michel Platini hat sich drastisch über das Verhalten einiger kroatischer Fußballanhänger beschwert. Auch der deutsche Nationalspieler Mesut Özil hat Ärger. Nach rassistischen Anfeindungen im Internet gegen seine Person setzt er sich nun juristisch zur Wehr.

Uefa-Präsident Platini (l.): Ärger über rassistische Vorfälle Zur Großansicht
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Uefa-Präsident Platini (l.): Ärger über rassistische Vorfälle

Hamburg - Als das Thema Rassismus zur Sprache kam, wurde Uefa-Präsident Michel Platini ausfallend. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen seines Verbandes wegen des Fehlverhaltens kroatischer Fans während der Fußball-EM in Polen und der Ukraine sagte der Franzose: "Ich war vor einem Jahr in Kroatien, und ich bin nicht glücklich über Kroatien. Sie haben ein Team, das guten Fußball spielt, aber wenn du ein paar hundert Arschlöcher im Stadion hast - das ist nicht akzeptabel."

Auch während der EM gab es offenbar rassistische Ausfälle kroatischer Fans. Sie sollen im zweiten Gruppenspiel am Donnerstag in Posen gegen Italien den dunkelhäutigen Angreifer Mario Balotelli beleidigt haben. Der kroatische Verband muss nun eine schwere Strafe fürchten. Das Uefa-Disziplinarkomitee will am Dienstag ein Urteil fällen.

"Jede Form des Rassismus ist ein Problem. Ein Fall ist schon einer zu viel", sagte Platini und sprach von einer "Frage der Erziehung und einem Problem der ganzen Gesellschaft". Grundsätzlich sei er mit der Atmosphäre bei der EM aber "sehr, sehr zufrieden".

Mesut Özil stellt Strafanzeige gegen Unbekannt

Ärger gab es hingegen für den deutschen Nationalspieler Mesut Özil, der sich nach rassistischen Anfeindungen gegen seine Person im Internet juristisch zur Wehr setzt. "Wir haben Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Nach unserer Auffassung darf man so etwas nicht einfach stehen lassen. Wir wollen, dass der oder die Täter ermittelt werden. Schließlich soll so etwas nicht zur Nachahmung anregen", sagte Özils Düsseldorfer Rechtsanwalt Sascha Beumer dem "Kölner Express".

Über ein falsches Twitter-Profil hatten Unbekannte den Mittelfeldspieler mit türkischen Wurzeln während des vergangenen EM-Gruppenspiels der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Lwiw gegen Dänemark (2:1) rassistisch beleidigt. Rund 3000 Einträge waren dort aufgeführt, in denen gegen den Mittelfeldspieler von Real Madrid gehetzt wurde.

jar/sid

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Uefa-Boss Platini: Viel Erfolg, viel Kritik

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