UI-Cup Werder blamiert sich bis auf die Knochen

Für den SV Werder Bremen dürfte es nichts werden mit der erhofften Europapokal-Teilnahme. Im Halbfinal-Hinspiel des UI-Cups wurde der Fußball-Bundesligist vom SV Pasching aus Österreich regelrecht deklassiert. Erfolgreicher waren dagegen der VfL Wolfsburg und der FC Schalke 04.


Kein Durchkommen gegen die Österreicher: Bremens Mladen Krstajic (l.) im Zweikampf mit Paschings Edi Glieder
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Kein Durchkommen gegen die Österreicher: Bremens Mladen Krstajic (l.) im Zweikampf mit Paschings Edi Glieder

Hamburg - Der SV Werder Bremen verlor nach einer erschreckend schwachen Vorstellung am Mittwoch das Halbfinal-Hinspiel im UI-Cup beim SV Pasching mit 0:4 (0:3). Vier Tage vor dem Saisonauftakt in der Bundesliga boten die Bremer eine Leistung, die für das Rückspiel am 6. August wenig Hoffnung zulässt. Nur noch ein Wunder kann Werder helfen, doch noch das Endspiel um einen Uefa-Pokal-Platz gegen Ligakonkurrent Schalke 04 oder Slovan Liberec zu erreichen.

"Wenn man all die Dinge nicht annimmt, die zum Beruf gehören, dann kommt so etwas heraus", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Schon am Samstag beim Bundesliga-Auftakt bei Hertha BSC "müssen wir alles anders machen".

Vor 5300 Zuschauern gerieten die Bremer innerhalb von sieben Minuten gegen den Tabellenletzten der österreichischen Bundesliga auf die Verliererstraße. Michael Horvath (36.) schloss einen Sololauf über 70 Meter mit einem Schuss unhaltbar für Werder-Torwart Pascal Borel erfolgreich ab. Vier Minuten später verwandelte Eduard Glieder einen Foulelfmeter.

Weitere drei Minuten später düpierte der starke 34 Jahre alte Stürmer die löchrige Werder-Abwehr und traf zum 3:0. Der Ex-Hamburger Michael Baur (88.) machte mit dem 4:0 für die Gastgeber das Bremer Debakel perfekt. Paschings neuer Trainer Heinz Hochhauser feierte ein perfektes Debüt zwei Tage nach seinem Dienstantritt.

Von den Bremern war die gesamte Spielzeit nichts zu sehen. Ailton war im Angriff abgemeldet, Regisseur Johan Micoud bekam das Spiel nicht in den Griff, die Deckung war wackelig wie selten. Immerhin holte Micoud einen Elfmeter heraus, als er von Baur gefoult wurde. Doch Charisteas schoss zu schwach, um Schicklgruber zu überwinden.

Wolfsburg schon fast im Finale


Im Gegensatz zu den Bremern hat der VfL Wolfsburg das Endspiel-Ticket so gut wie sicher gebucht Im Halbfinal-Hinspiel am Mittwoch deklassierte der Fußball-Bundesligist die überforderten Gastgeber von Cibalia Vinkovci in Kroatien mit 4:1 (2:1). Damit überstanden die Wolfsburger auch den fünften Auftritt im "Strohhalm-Cup" ohne Niederlage. Schon vor dem Rückspiel gegen die harmlosen Kroaten am 6. August in der VW-Arena kann sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Röber auf den Endspielgegner FC Nantes oder AC Perugia vorbereiten.

"Wir haben jetzt eine Riesenchance für das Finale und zudem Selbstvertrauen für den Bundesliga-Auftakt gegen Bochum am Samstag getankt", kommentierte VfL-Manager Peter Pander den starken Auftritt. Eine argentinische Co-Produktion zwischen Zugang Andres D'Alessandro und VfL-Stürmer Diego Klimowicz leitete vor 5000 Zuschauern den klaren Auswärtssieg ein. Klimowicz (14.) verwertete einen Super-Pass seines Landsmannes zum 1:0. Der Ausgleich durch einen direkt verwandelten Freistoß von Mario Lucic (27.) brachte die "Wölfe" nicht aus dem Tritt. Martin Petrow (37.), erneut Klimowicz (53.) und Pablo Thiam (55.) stellten mit sehenswerten Toren den Endstand her.

"Alle Tore sind aus Kombinationen entstanden. Das ist erfreulich", lobte VfL-Coach Röber die Spielfreude seiner Profis. Obwohl er erneut auf Torjäger Tomislav Maric (Muskelprobleme) verzichten musste, war sein Team in der Offensive eindeutig stärker. Neun-Millionen-Euro-Mann D'Alessandro deutete in seinem zweiten Spiel für den VfL erneut seine Klasse an.

Schalker müssen lange zittern


Der FC Schalke 04 hat sich eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des UI-Cup-Finals geschaffen. Der Fußball-Bundesligist kam am Mittwoch zu einem allerdings mühevollen 2:1 (0:0) im Halbfinal-Hinspiel gegen Slovan Liberec. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte Filip Trojan. Der 20-Jährige erzielte in der 81. Minute Sekunden nach seiner Einwechselung den Ausgleich zum 1:1. Nur vier Minuten später bereitete er den Siegtreffer durch Gerald Asamoah mustergültig vor.

In der 79. Minute hatte Vaclav Kolousek mit einem Freistoßtor aus 20 Metern die Tschechen überraschend in Führung gebracht. Hamit Altintop hätte das Zittern der Schalker schon in der ersten Halbzeit stoppen können. Er verschoss einen Handelfmeter (14.).

Vor 52.288 Zuschauern in Arena "AufSchalke" hatte Trainer Jupp Heynckes mit seiner Anfangsformation überrascht. Er verzichtete auf zahlreiche Leistungsträger und schonte sie für den Revierschlager zum Bundesliga-Auftakt am Samstag gegen Borussia Dortmund. Lediglich sechs Stammkräfte ließ Heynckes gegen den tschechischen Meister von 2002 auflaufen und ging damit ein hohes Risiko ein.

Die Tschechen, die im vergangenen Jahr in der Champions-League-Qualifikation nur knapp am späteren Europapokalsieger AC Mailand gescheitert waren, konzentrierten sich nicht nur auf die Defensive und spielten durchaus nach vorn. Doch viel brachten sie zumindest in der ersten Halbzeit zunächst nicht zu Stande. Unmittelbar nach dem Wechsel mussten sich die Gastgeber bei ihrem Torwart Frank Rost bedanken, der in der 49. Minute gegen Jan Nezmar retten musste. Zudem traf Liberec in der 58. Minute durch Michal Pospisil nur den Pfosten.



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