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Ukraine-Konflikt: Sechs Schachtjor-Profis verweigern Rückkehr nach Donezk

Schachtjor-Besitzer Achmetow: "Sie werden die Ersten sein, die leiden" Zur Großansicht
DPA

Schachtjor-Besitzer Achmetow: "Sie werden die Ersten sein, die leiden"

Sie nutzten ein Freundschaftsspiel in Frankreich, um sich abzusetzen: Sechs südamerikanische Fußballprofis von Schachtjor Donezk haben die Rückreise in die Krisenregion verweigert. Der Klubbesitzer droht ihnen nun mit einer hohen Geldstrafe.

Hamburg - Sechs Profis des ukrainischen Fußballmeisters Schachtjor Donezk haben nach einem Testspiel in Frankreich den Rückflug verweigert. Das bestätigte der Besitzer von Schachtjor, Rinat Achmetow, auf der Webseite des Klubs. Fünf Brasilianer und der Argentinier Facundo Ferreyra seien nach der 1:4-Niederlage gegen Olympique Lyon in Frankreich geblieben.

Im Osten des Landes liefern sich die ukrainischen Streitkräfte seit drei Monaten Gefechte mit Aufständischen. Die Städte Donezk und Luhansk gelten als Hochburgen der Rebellen. Nach der Einnahme von Slowjansk vor knapp drei Wochen rückten die Regierungstruppen auch gegen Donezk und Luhansk vor, um die Aufständischen zu vertreiben. Bislang konnten sie die beiden Städte aber nicht zurückerobern.

Bei den Brasilianern handelt es sich um Douglas Costa, Fred, Dentinho, Ismaily und Alex Teixeira - Schachtjor-Besitzer Achmetow forderte die Profis auf, umgehend in die Ukraine zurückzukehren. "Die Spieler haben Verträge, die sie einhalten müssen. Wenn sie nicht zurückkommen, werden sie die Ersten sein, die leiden." Was er meint: Die Spieler müssten im Fall eines Vertragsbruchs eine hohe Strafe zahlen, Achmetow spricht von Summen in zweistelliger Millionenhöhe.

"Das ist die Arbeit der Agenten"

"Ich hoffe, dass die Spieler sich nicht von Angst und Versuchungen leiten lassen. Denn es gibt nichts zu befürchten", sagte Achmetow, "wir garantieren die Sicherheit der Spieler."

Zwar hoffe der Verein, in Donezk spielen zu können, doch derzeit sei das nicht möglich. Als Ausweichmöglichkeit sei die Stadt Charkiw im Gespräch, die Entscheidung werde vom ukrainischen Fußballverband getroffen.

Schachtjors Trainer Mircea Lucescu schob die Schuld am Verhalten der abtrünnigen Spieler ihren Beratern zu: "Das ist nicht ihr Wunsch, das ist die Arbeit der Agenten", wird Lucescu auf der Webseite des Vereins zitiert.

Trotz der angespannten Lage hält der ukrainische Fußballverband am geplanten Saisonauftakt am Samstag fest. Die nationale Meisterschaft werde trotz der Flugzeugtragödie, über die das ganze Land trauere, starten, sagte Verbandssprecher Pawel Ternowoi. "Wir halten daran fest, dass Fußball sich aus der Politik heraushalten soll."

cte

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insgesamt 55 Beiträge
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    Seite 1    
1. Mal abgesehen davon,...
Emmi 21.07.2014
Mal abgesehen davon, dass ich das irgendwie verstehen kann, dass die nicht ins Kriegsgebiet zurück wollen - hat die Ukraine nicht im Moment andere Probleme, als Fußball zu spielen!?
2. Uefa
Trainspotter 21.07.2014
Hier muss ganz klar die UEFA einschreiten. Kein Spieler sollte im Kriegsgebiet bleiben müssen.
3. Pff
townsville 21.07.2014
In Donezk kann niemand die Sicherheit von irgendwem garantieren, es wird auch keine regulären Spiele dort geben, oder glaubt jemand, dass Dinamo Kiew in den Osten fährt oder die BVB Spieler ins Abschussgebiet fliegen? Die Spieler verzichen auf Gehalt, irgendwelche sonstigen Zahlungen wird der Club im Ausland eh nicht durchsetzen können.
4. Nebensache
TWOSTONE 21.07.2014
Zitat von sysopDPASie nutzten ein Freundschaftsspiel in Frankreich, um sich abzusetzen: Sechs südamerikanische Fußballprofis von Schachtjor Donezk haben die Rückreise in die Krisenregion verweigert. Der Klubbesitzer droht ihnen nun mit einer hohen Geldstrafe. http://www.spiegel.de/sport/fussball/ukraine-sechs-schachtjor-profis-verweigern-rueckkehr-nach-donezk-a-982085.html
Bei Unruhen und höherer Gewalt kann selbst Fussball in den Hintergrund geraten.
5.
marco0 21.07.2014
"wir garantieren die Sicherheit der Spieler." Ja klar, und dann wird das Flugzeug abgeschossen oder wie?
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