Ticketskandal Ukraines NOK-Generalsekretär tritt zurück

Der Druck war zu groß: Weil er unter Verdacht steht, sich auf einen Schwarzmarkt-Deal mit 100 Tickets eingelassen zu haben, hat der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Wolodmyr Geraschtschenko, nun sein Amt niedergelegt.

Olympische Spiele in London: Ukrainischer Funktionär soll Tickets auf dem Schwarzmarkt angeboten haben
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Olympische Spiele in London: Ukrainischer Funktionär soll Tickets auf dem Schwarzmarkt angeboten haben


Hamburg - Der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine hat Konsequenzen aus den Berichten über einen mutmaßlichen Olympia-Ticketskandal gezogen: Laut eines Sprechers des NOK ist Wolodmyr Geraschtschenko am Montag zurückgetreten.

"Geraschtschenko hat sein Amt zur Verfügung gestellt", teilte das Komitee mit. Der Funktionär soll nach einem Bericht des britischen Fernsehsenders BBC 100 von 2900 ukrainischen Eintrittskarten für die Sommerspiele in London auf dem Schwarzmarkt angeboten haben. Auch um den Imageschaden für die Fußball-EM zu begrenzen, setzte das NOK eine Untersuchungskommission ein. Geraschtschenko erklärte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka, Ukraines NOK-Präsident und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte fassungslos auf die Vorwürfe reagiert. "Das ist für uns eine wirklich unangenehme Situation." Bubka erklärte, dass er über den BBC-Bericht hinaus noch nicht viele Informationen erhalten, das IOC und Olympia-Chef Sebastian Coe aber bereits informiert habe.

In der BBC-Reportage hatte sich ein Journalist als Schwarzmarkthändler ausgegeben und mit Geraschtschenko über einen möglichen Ticket-Deal gesprochen. Dabei erklärte der Generalsekretär, Bargeld als Zahlungsmittel vorzuziehen. Geraschtschenko war kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Bubka suspendiert worden, bestritt die Vorwürde aber.

psk/sid

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