Uli Hoeneß "Heynckes-Entlassung war mein schwerster Fehler"

Vor dem neuen Trainer des Bundesliga-Konkurrenten FC Schalke 04 hat Uli Hoeneß größten Respekt. Der Bayern-Manager bedauert im Nachhinein, Jupp Heynckes Anfang der neunziger Jahre nicht länger beschäftigt zu haben.


 Jupp Heynckes
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Jupp Heynckes

Hamburg - "Die vorzeitige Trennung von Heynckes 1991 war mein schwerster Fehler. Ich bin sicher, dass er uns noch weit gebracht hätte", gestand Hoeneß in der "Bild am Sonntag". Heynckes war mit Bayern München 1989 und 1990 Deutscher Meister geworden. Nach der Vizemeisterschaft 1991 und dem verpatzten Saisonbeginn in der Saison darauf war der frühere Torjäger gefeuert worden.

Dagegen kritisierte der Ghanaer Anthony Yeboah, wie Jay-Jay Okocha und Maurizio Gaudino 1995 vom künftigen Schalker Coach in Frankfurt aus disziplinarischen Gründen entlassen: "Der Rauswurf war völlig unnötig und ein großer Fehler. Er hat mit dieser Aktion den Klub Frankfurt auf Jahre kaputtgemacht." Heynckes selbst gestand in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" diesen Fehler ein: "Man ist älter und erfahrener geworden. Heute in diesem Fall hätte ich das sicherlich anders gemacht."

Probleme mit den vermeintlich schwierigen Charakteren im Kader der Schalker fürchtet Heynckes nicht: "Ich habe immer ein Faible für Typen wie Effenberg, Sammer oder Basler gehabt", sagte der 58-Jährige in der "Bild am Sonntag", "man muss Geduld mit einem Spieler haben. Jeder kann sich mal Fehler erlauben, mal zu spät kommen. Ich habe Verständnis für Kleinigkeiten, wenn das Große stimmt."

Seinen Ruf als "Disziplin-Fanatiker" betrachtet Heynckes als "Klischee", stellte aber klar: "Es gibt klare Regeln in der Zusammenarbeit, die aber auch nicht im Ansatz aufgeweicht werden. Das beginnt im Kleinen. Glauben Sie, bei einem Spitzenverein wie Real, Milan oder Bayern München würde beim Training einer in blauen Stutzen, drei in roten und der Rest in schwarzen herumlaufen. Undenkbar."

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