Steueraffäre: Hoeneß ließ Selbstanzeige in wenigen Tagen erstellen

Bayern-Präsident Hoeneß: Steuerschuld soll bei 3,2 Millionen Euro liegenZur Großansicht
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Bayern-Präsident Hoeneß: Steuerschuld soll bei 3,2 Millionen Euro liegen

Uli Hoeneß hat seine erste Selbstanzeige laut Informationen des SPIEGEL erst erstellen lassen, nachdem er durch einen Anruf seiner Schweizer Bank von "Stern"-Recherchen erfahren hatte. Sie soll innerhalb weniger Tage entstanden sein. Später lieferte er eine verbesserte Version nach.

Hamburg - Seine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung hat Uli Hoeneß nach SPIEGEL-Informationen Anfang dieses Jahres in nur wenigen Tagen von seinem Steuerberater erstellen lassen. Demnach soll Hoeneß bereits vor Weihnachten die Absicht gehabt haben, die bayerischen Finanzbehörden über die Existenz seines Kontos mit der Nummer 4028BEA bei der Zürcher Bank Vontobel in Kenntnis zu setzen.

Dazu sei es wegen der nahenden Feiertage und des sich anschließenden Urlaubs seines Steuerberaters aber nicht gekommen. Anfang Januar schließlich erhielt Hoeneß einen Anruf eines Vontobel-Mitarbeiters, der ihn informierte, dass ein Reporter des "Stern" nach einem Prominenten aus dem Sportbereich recherchiere: "Da stellt einer blöde Fragen, nur dass Sie es wissen." Wie der SPIEGEL erfuhr, soll Hoeneß daraufhin die Fassung verloren haben. Danach habe sein Steuerberater schnell eine Selbstanzeige basteln müssen.

Diese Selbstanzeige sei plausibel, aber nicht detailliert genug gewesen. Nach der Durchsuchung seines Anwesens am Tegernsee im März legte Hoeneß nach Informationen des SPIEGEL den Steuerbehörden eine nachgebesserte Version vor. Damit kommen Hoeneß' nachgereichte Informationen über seine jahrelang nicht versteuerten Aktien- und Devisengeschäfte für eine Strafbefreiung möglicherweise zu spät. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat die Steuerschuld auf 3,2 Millionen Euro berechnet.

Hoeneß muss gegenüber den Behörden allerdings noch offenlegen, wie es kommt, dass einmal ein sehr hoher Betrag auf seinem Konto verbucht war. Bei einem Devisengeschäft sollen mehr als 20 Millionen Euro aufgelaufen sein.

Unterdessen warnte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vor vorschnellen Urteilen bei der Steueraffäre um Uli Hoeneß. "Es darf nichts unter den Tisch gekehrt werden, aber wir dürfen auch niemanden vorschnell als Menschen fertigmachen", sagte Seehofer dem SPIEGEL. Er kritisierte Kanzlerin Angela Merkel, die sich in der vergangenen Woche von Hoeneß enttäuscht gezeigt hatte. "Es geht um ein rechtsstaatlich einwandfreies Verfahren, aber ein wenig Stil und Format gehören dazu", so Seehofer. "Da hat jeder seine eigene Maxime, und das ist auch richtig so. Ich folge der Bibel, wonach jeder den anderen so behandeln sollte, wie er selbst behandelt werden möchte."

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insgesamt 560 Beiträge
gerdwagner 27.04.2013
Ich kann es nicht glauben das ein Mandant von seinem Steuerberater mit dem Wunsch auf Abgabe einer Selbstanzeige auf die Zeit nach dem Urlaub des STB verwiesen wird. Wenn das so zutrifft dann gute Nacht an alle Beteiligten. Diese [...]
Ich kann es nicht glauben das ein Mandant von seinem Steuerberater mit dem Wunsch auf Abgabe einer Selbstanzeige auf die Zeit nach dem Urlaub des STB verwiesen wird. Wenn das so zutrifft dann gute Nacht an alle Beteiligten. Diese Info löst Freude und Begeisterung in der Beraterbranche aus.
Björn Borg 27.04.2013
Damit ist die strafbefreiende Wirkung einer Selbstanzeige mit Sicherheit hinfällig. Bei der im Raum stehenden Summe wird Hoeneß für viele viele Monate wirklich und wahrhaftig im Gefängnis sitzen.
Zitat von sysopUli Hoeneß hat seine erste Selbstanzeige laut Informationen des "SPIEGEL" erst erstellen lassen, nachdem er durch einen Anruf seiner Schweizer Bank von "Stern"-Recherchen erfahren hatte. Sie soll innerhalb weniger Tage entstanden sein. Später lieferte er eine verbesserte Version nach. Uli Hoeneß ließ Selbstanzeige in wenigen Tagen erstellen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/uli-hoeness-liess-selbstanzeige-in-wenigen-tagen-erstellen-a-896924.html)
Damit ist die strafbefreiende Wirkung einer Selbstanzeige mit Sicherheit hinfällig. Bei der im Raum stehenden Summe wird Hoeneß für viele viele Monate wirklich und wahrhaftig im Gefängnis sitzen.
albertusseba 27.04.2013
Seehofer: "Da hat jeder seine eigene Maxime, und das ist auch richtig so. Ich folge der Bibel, wonach jeder den anderen so behandeln sollte, wie er selbst behandelt werden möchte." Heißt das, das auch Seehofer im Falle [...]
Seehofer: "Da hat jeder seine eigene Maxime, und das ist auch richtig so. Ich folge der Bibel, wonach jeder den anderen so behandeln sollte, wie er selbst behandelt werden möchte." Heißt das, das auch Seehofer im Falle eines Falles so behandelt werden möchte, wie er das hier für den Umgang mit Hoeneß empfiehlt? Hängt Seehofer vielleicht auch mit drin?
Yabanci Unsur 27.04.2013
Seehofer: „Ich folge der Bibel, wonach jeder den anderen so behandeln sollte, wie er selbst behandelt werden möchte.” In der Bibel steht aber auch „Du sollst nicht lügen“. Was Herr Höneß getan hat, geht weit darüber hinaus. Er [...]
Seehofer: „Ich folge der Bibel, wonach jeder den anderen so behandeln sollte, wie er selbst behandelt werden möchte.” In der Bibel steht aber auch „Du sollst nicht lügen“. Was Herr Höneß getan hat, geht weit darüber hinaus. Er hat nicht nur gelogen, er hat andere der Korruption angeprangert. Auch damit nicht genug, er hat bis zuletzt ausgeharrt, weil er auf Anonymität gesetzt hat, um seine weiße Weste als Moralapostel zu wahren. Dafür hat die Bibel auch ein Wort: Pharisäer
Hilfskraft 27.04.2013
ZITAT:"Ich folge der Bibel, wonach jeder den anderen so behandeln sollte, wie er selbst behandelt werden möchte."ENDE ... und sich selbst der Nächste sei. Amen. Wenn nichts mehr hilft, greift man zur Bibel zurück und [...]
ZITAT:"Ich folge der Bibel, wonach jeder den anderen so behandeln sollte, wie er selbst behandelt werden möchte."ENDE ... und sich selbst der Nächste sei. Amen. Wenn nichts mehr hilft, greift man zur Bibel zurück und fängt an zu beten. Das haben wir gerne! Fazit: Hoeneß trieb also nicht die Reue seiner Taten, sondern die primitive Panik vor Entdeckung zum comming out. Fluchtinstinkt nach vorne, nicht der Wunsch zur Reinigung des Gewissens. Nichts Edles haftet also Hoeneß an und alle, die sich jetzt noch neben ihn stellen sollten fürchten, es könne etwas auch an ihnen kleben bleiben. Die Frage, wer hier einfach nur Freund oder wer Helfer war, steht immer noch offen.
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  • Samstag, 27.04.2013 – 15:41 Uhr
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