Reaktionen auf Hoeneß' Revisionsverzicht "Ein Mensch von Format"

Für den überraschenden Verzicht auf Revision gegen das Urteil im Steuerprozess hat Uli Hoeneß viel Lob erhalten. Bundeskanzlerin Merkel zollte dem 62-Jährigen Respekt. Die SPD begrüßte die Entscheidung ebenfalls. Dank erhielt Hoeneß vom FC Bayern.

Bayern-Ikone Hoeneß: Dank für die Arbeit in vier Jahrzehnten
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Bayern-Ikone Hoeneß: Dank für die Arbeit in vier Jahrzehnten


Hamburg - Uli Hoeneß gilt als starker Entscheider und als Mann mit einer klaren Meinung. Sein Verzicht auf das Einlegen von Revision gegen seine Haftstrafe sowie sein Rücktritt von allen Ämtern beim FC Bayern hat viel Anerkennung gefunden, unter anderem bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

"Die Bundeskanzlerin hat Respekt vor der Entscheidung, die Herr Hoeneß heute in seiner persönlichen Erklärung ausgedrückt hat", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es sei rechtsstaatliche Tradition, dass die Bundesregierung die Urteile der unabhängigen Justiz nicht bewerte. "Es ist ein Fall, in dem der Rechtsstaat seinen Lauf genommen hat."

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Uli Hoeneß: Der Mann, der den FC Bayern schuf
Die SPD begrüßte Hoeneß' Entscheidung. "Er zeigt damit auch Einsicht in seine Schuld", sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi: "Die Rechtsprechung hat dafür gesorgt, dass der ehrliche Steuerzahler nicht der Dumme ist." Das Urteil werde dem Rechtsempfinden der Bürger gerecht und sei fair. "Es gilt der Grundsatz: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat", so Fahimi.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, die Entscheidung zeige, dass Hoeneß "ein Mensch von Format ist".

Der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG teilte mit, die Entscheidung mit "größer Hochachtung" zur Kenntnis genommen. Außerdem dankte das Gremium Hoeneß für seine außergewöhnlichen Leistungen in den zurückliegenden vier Jahrzehnten. "Er ist wesentlich mit dafür verantwortlich, dass der FC Bayern München zu einem der sportlich und wirtschaftlich erfolgreichsten und attraktivsten Vereine der Welt geworden ist. Dafür gilt ihm unser ganzer Dank", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer, der bis auf weiteres neuer Aufsichtsratschef ist.

max/dpa/Reuters

insgesamt 37 Beiträge
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Baikal 14.03.2014
1. Ah ja, ein Krimineller
der seine Strafe annimmt, verdient also Respekt. Wie niedrig hängen doch die Latten bei Murksel.
enivid 14.03.2014
2. Überraschend
Ich finde den Schritt von Herrn Hoeneß richtig und bewundernswert. Ich verstehe aber nicht, dass Frau Merkel das Urteil nicht kommentiert, aber die Entscheidung die Herr Hoeneß nun getroffen hat. Diese Frau ist für mich einfach unverständlich...
Mannheimer011 14.03.2014
3. Warum
keine Debatte über Steuerfluechtlinge? Die werden dieses Wochenende wieder in den Medien gefeiert.
to5824bo 14.03.2014
4. Tradition?
"Es sei rechtsstaatliche Tradition, dass die Bundesregierung die Urteile der unabhängigen Justiz nicht bewerte." Das ist nicht nur eine Tradition, das ist der Legislative verdammte Pflicht, Herr Seibert.
grommeck 14.03.2014
5. Steuerhinterzieher sind Menschen von Format!!
Der Herr Seehofer sollte sich auf seinen Gesundheitszustand untersuchen lassen - ein Krimineller der seine Strafe antritt - nicht mehr und nicht weniger ist der Fall Hoeneß. Wenn solch asoziales Handeln bei unseren Politikern Beifall findet, sieht man die ethisch moralische Grundeinstellung dieser Typen. Armes Deutschland!!!
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